Der Wahnsinn am Werk: Cheers und Frasier

Im allgemeinen Serien Overkill der TV Sender, vor allem der Privaten, ist es nicht immer ganz leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen, und so kann es durchaus passieren, dass dem Zuschauer das eine und andere Highlight durch die Lappen geht.

So ging es dem Rezensenten bei der deutschen Ausstrahlung der US-amerikanischen Serien Cheers und Frasier, und dass das nicht hätte passieren sollen konnte er beim Betrachten der beiden DVD Veröffentlichungen der in diesem Monat erschienenen Staffel 3 (Cheers) und 3 (Frasier) erkennen. Denn diese Serien zählen zweifellos dank ihrer schrägen bis bizarren Charaktere sowie der einfallsreichen Drehbücher zu den ganz großen Unterhaltungen, die das Fernsehen zu bieten hat. Andere sind darauf schon viel früher gekommen, Cheers wurde 117 Mal für einen Emmy nominiert und gewann 27 davon. Des weiteren gab es für die Sitcom 31 Golden-Globe-Nominierungen, und sie gewann sechs Golden Globes. Und die Darsteller wurden ebenfalls zahlreich nominiert und ausgezeichnet. Ähnlich bei Frasier: Die Serie ist eine der meist ausgezeichneten Fernsehserien aller Zeiten (109 gewonnen, 193 nominiert).

Cheers, so heißt die Bar in Boston, in der sich alles abspielt. Hier kommen, wie das bei Kneipen nun einmal der Fall ist, die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, und aus den Begegnungen dieser Leute - die sich vor und hinter der Theke bewegen, denn natürlich ist auch das Personal ein wichtiger Teil der Fauna - lebt das Geschehen. Und man kann sich vorstellen, was intelligente Drehbuchstreiber und gute Schauspieler daraus machen können. Mit dabei sind unter anderem Rhea Perlman, Woody Harrelson und Kirstie Alley. Cheers wurde elf Jahre lang, von 1982 bis 1993, produziert.

Frasier ist ein Spin-off von Cheers. Dr. Frasier Crane, Stammgast im Cheers, ist Psychiater und Moderator einer psychologischen Ratgebersendung im Radio. Zumeist spielt die Sitcom an Frasiers Arbeitsplatz im Sender sowie in seiner noblen Wohnung in Seattle, und an beiden Orten wimmelt es wieder von seltsamen Leuten, die allesamt mit mehr oder weniger gravierenden Macken ausgestattet sind, allen voran der Held selbst. Kräftig an Frasiers Nervenkostüm zerren zudem sein Bruder Niles, ebenfalls Psychiater und ein Lexikon der Neurosen, sowie Frasiers Vater, der sich in der Wohnung seines Sohnes eingerichtet hat. Gespielt wird Vater Crane von John Mahoney, den man aus zahlreichen Filmen der Coen-Brüder, Clint Eastwoods oder von Roman Polanski kennt. Und dann sind da noch die Frauen, Daphne, Maris, Roz, Kate...

Neben der eigentlichen Handlung der einzelnen Folgen gibt es zahlreiche kleine (Running)Gags, so werden die Anrufer, die sich in seiner Radiosendung an Dr. Crane wenden, von Prominenten dargestellt. Das kommt zwar in der deutschen Synchronisation nicht herüber, man kann aber im jeweiligen Abspann einer Folge lesen, wer diesmal dabei war. Ebenfalls im Abspann sieht man quasi in Zeitraffer, wie die jeweilige Folge weitergehen könnte. Von 1993 bis 2004 wurde Frasier produziert und kam auf 264 Episoden.

Die beiden eben veröffentlichten 3. Staffeln von Cheers und Frasier bieten allen Liebhabern von schrägen Charakteren und geschliffenen Dialogen beste Unterhaltung. Und auf DVD wird kein Gag von Werbung unterbrochen. Wie schön! Cheers!

Cheers
Anzahl Discs: 4
Laufzeit: 592 Minuten

Frasier
Anzahl Discs: 4
Laufzeit: 526 Minuten

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Surround)
FSK:  Freigegeben ab 12 Jahren

Chaos wie immer: Haushälterin Daphne wird beim Versuch, ihren Lover aus der Wohnung zu schleusen, von Frasier und seinem Vater überrascht, und Hund Eddie apportiert die vergessene Unterhose herbei. (Screenshot aus Frasier)