
Ein Käfig voller Helden Staffel 5
Es ist alles wie immer: die internationalen Gefangenen im deutschen Lager Stalag 13, die ihren Bewachern ein Schnippchen nach dem anderen schlagen und in einem Höhlensystem unterhalb der Wohnbaracke besser ausgestattet sind als so manche offizielle Sabotagezentrale; die tumben Lagerbewacher wie der völlig unfähige, eitle und bösartig-tumbe Oberst Klink, der fette Feldwebel Schultz, den man mit einem Stück Schokolade problemlos zur aktiven Wehrkraftzersetzung überreden kann und der Chef des Ganzen, General Burkhalter, der vor Fett kaum aus dem Augen sehen kann. Immer ist Winter, immer liegen Schneereste auf dem Boden und sind die Scheiben beschlagen, und immer stehen die Bäume rings ums Lager im vollen Laub. Kein Wunder, wenn man in Kalifornien filmt. Und die Gefangenen tragen seit Jahren die selben Klamotten, die ohne Zweifel daher von selber stehen könnten.


Wie gesagt: es ist alles wie immer. Und gerade deswegen ist auch die soeben erschienene, digital glänzend restaurierte Staffel 5 von "Ein Käfig voller Helden" ebenso grundkomisch und albern wie alle bisherigen. Das liegt weniger am Plot der einzelnen Folgen, der kaum Varianten erlaubt, da sich alles in einem sehr übersichtlichen Raum abspielt - eben jenem Stalag 13 sowie manchmal in der nahe gelegenen Stadt Hammelburg - aber dafür um so mehr von den großartigen Schauspielern wie Werner Klemperer und John Banner sowie Leon Askin als General Burkhalter, die, allesamt von Geburt Deutsche bzw. Österreicher, ihren Figuren voller Freude Leben einhauchen, dass es sich gewaschen hat. Unterstützt wird der Spaß noch durch die deutschen Synchronstimmen, die Klink sächseln und Schultz bayern lassen, was ihre Tumbheit noch von Kräften unterstreicht.
Nicht ganz so souverän chargierend die Alliierten. Bob Crane als Colonel Hogan, der alles und alle im Griff hat, schaut meist nur spöttisch-überlegen daher, und seine Mitgefangenen sind mehr oder weniger nur Stichwortgeber, was aber, hat man sich einmal auf die Ebene (von Niveau wollen wir hier mal nicht reden) der Serie eingelassen, durchaus unterhaltsam ist, denn jeder hat seine ganz eigenen Macken, die Folge für Folge zum Tragen kommen.
Erstaunlich für eine amerikanische Serie der 1960er Jahre: zwar sind die deutschen Befehlshaber durchweg dumm wie Bohnenstroh, werden aber nicht gänzlich unsympathisch gezeichnet, so dass man selbst Klink und Schultz (mein Liebling) gerne haben kann. Wahrlich unsympatisch werden nur SS- und Gestapoleute dargestellt, von denen muss dann auch immer mal wieder der Eine und Andere ins üppig wachsende Gras beißen, Winter hin, Winter her.
Ergänzt wird die schön aufgemachte Kassette durch einen vierseitigen Episodenführer.
-> Auch im Herrenzimmer: Ein Käfig voller Helden Staffel 3



Frasier Staffel 4
Psychiater Frasier Crane schlägt sich Tag für Tag als Radiopsychologe mit Anrufern herum, die einen Jeden mit sensibler Ader zur Verzweiflung bringen kann. So mit einem Narkoleptiker, dessen Traum es ist, als Fluglotse zu arbeiten oder einer Frau, die ihm zuerst erzählt, dass "er" seit Tagen nicht mehr mit ihr spreche, und hat sich Frasier dann von ihr überreden lassen, doch einmal mit "ihm" zu sprechen hört man anderen Ende der Leitung ein Hundebellen.
Noch schlimmer als die Anrufer sind Frasier "Lieben", sein Bruder Niles, der wohl neurotischste Mensch auf Erden und ebenfalls Psychiater, Martin Crane, ihrer beider Vater, der in Frasiers Wohnung lebt und diverse weitere, auch weibliche Nervensägen, die ihm seelisch oft genug alles abverlangen. Von Dads Hund Eddy mal ganz abgesehen, gegen den Frasier jedes Ich-starre-dich-an-Duell verliert.
Die Gagdichte in Frasier ist Atem beraubend, und nahezu jede Pointe ist geistreich und unerwartet. Hier haben Drehbuchschreiber der Spitzenklasse gearbeitet, Frasier ist nicht ohne Grund hoch ausgezeichnet und vielfach prämiert. Die Storys rund um Frasier besitzen alles, was intelligente Unterhaltung ausmacht. Zum Brüllen komisch. Die Darsteller sind sensationell gut, jedem nimmt man seine bzw. ihre Rolle unbedingt ab, alleine Bruder Niles als psychotisches Nervenbündel ist ein Erlebnis für sich. Von 1993 bis 2004 wurde Frasier produziert und kam auf 264 Episoden.
Emmy®-Award-Gewinner Kelsey Grammer ist Frasier, der zum ersten Mal in der TV-Serie Cheers zu sehen war und anschließend zum Star dieser sensationellen Comedyserie wurde. Völlig zu Recht, daher gilt Frasier unsere ganz besondere Empfehlung.
-> Auch im Herrenzimmer: Frasier Staffel 3



Cheers Staffel 4
Womit wir bei Cheers wären. Das Cheers, nach dem die Serie benannt wurde, ist eine gemütliche Bostoner Bar, wo jeder jeden kennt. Auch Cheers wurde mit dem Emmy® ausgezeichnet und 11 Jahre lang produziert. In Staffel 4 bekommt die gesellige Runde ein neues Gesicht, denn Woodrow Tiberius „Woody“ Boyd (gespielt von Woody Harrelson) übernimmt den Job als neuer Barkeeper. Ein weiteres Highlight der Season 4 ist der erste Auftritt von Dr. Lilith Sternin – die Rolle, die immer wieder mit dem Emmy® ausgezeichnet wurde.
Als er noch in Boston lebte war auch Frasier Crane Stammkunde dort, nicht zuletzt durch seine Dauerverlobte Diane, die im Cheers kellnert und sich nicht vom Barbesitzer lösen kann, mit dem sie vor Frasier ein Verhältnis hatte. Konflikte, natürlich urkomisch, sind somit vorprogrammiert.
Auch in Cheers herrscht eine enorme Gagdichte, was nicht zuletzt darauf zurück zu führen ist, dass sich in diesem Umfeld - eben eine Bar - besonders unterschiedliche Charaktere begegnen. Die kommen zwar alle irgendwie miteinander klar, aber irgendwie auch wieder nicht. Man kann sich denken, was gute Drehbuchautoren aus so einem Umfeld machen können...
Barchef Sams Wutausbrüche, Dianes Neurosen, Kellnerin Carlas Zorn sowie Cliffs und Norms (zwei der Barfliegen) zahlreiche Komplotte komplettieren die 26 Episoden der vierten Season des Kult-Comedyhits Cheers. Unterhaltung mit Niveau mit so vielen Pointen, dass man manchmal vor Lachen den faden verlieren könnte, aber man kann die DVD ja jederzeit zurückspielen.
Zu allen Serien gilt: schöne Aufmachung der Kassetten, erstklassiger Ton und brilliantes Bild, deutsche Synchronisation und englischer O-Ton sowie deutsche und englische Untertitel. Auf diese Weise können Serien, die dem Zuschauer vielleicht im TV Serieneinerlei, zudem ständig von Werbung unterbrochen, seinerzeit entgangen sind, ihre angemessene Würdigung endlich im Heimkintopp finden.
awb