Alles begann, wenn man der Sage glauben darf, mit Jux und Tollerei.
Ein afrikanischer Ziegenhirte namens Kaldi, der im Gebiet des heutigen Äthiopien lebte, bemerkte bei seinen Ziegen eines Tages, dass sie besonders munter und aufgekratzt waren. Sein erste Gedanke war: die müssen verhext worden sein. Und dann bemerkte er, dass die Tiere rote Beeren von einem Strauch fraßen, der ihm bis dahin noch nie aufgefallen war. Haldi fürchtete, an diesen Beeren hätten sich seine Tiere vergiftet. Würden sie sterben?
Sie blieben munter, und am kommenden Tag liefen die Ziegen ohne Umweg wieder dorthin und fraßen die Beeren. Kaldi beschloss, es ihnen gleich zu tun, und er probierte eine der Beeren. Sie schmeckte nicht wirklich gut, eher bitter. Und bald schon, so erzählt die Legende, tollte Kaldi zusammen mit seinen Ziegen umher, voll Munterkeit und Energie.
Zu Hause erzählte Kaldi seinem Vater von seiner Entdeckung, und rasch verbreitete sich im Dorf die Kunde von den Zauberbeeren. Schon bald war Kaffee wichtiger Bestandteil der äthiopischen Kultur geworden.
Schriftlich erwähnt wird Kaffee zum ersten Mal im 10. Jahrhundert von dem arabischen Arzt Rhazes, aber zu dieser Zeit wurde Kaffee vermuntlich bereits seit Jahrhunderten angebaut. Die Zubereitung als geröstete Bohnen war da aber noch nicht erfunden, statt dessen machte man aus den Blättern und Beeren des Strauches einen Tee oder mahlte die Bohnen zu Pulver und aß sie zusammen mit Tierfett. Sogar Wein wurde aus den vergorenen Beeren gekeltert. Vermutlich erst im 16. Jahrhundert kam dann jemand auf die Idee, die Bohnen zu rösten, sie zu mahlen und mit Wasser aufzugießen.
Kaffee ist heute neben Tabak und Alkohol das wichtigsteGenussmittel unseres Kulturkreises. Kaffee hat die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen ganzer Länder entscheidend beeinflusst. Die weltweite Kaffeekultur ist mehr als eine Kultur — sie ist ein Kult.
Gut drei Jahre lang hat der amerikanische Autor Mark Pendergrast für ein spannendes Buch über Kaffee recherchiert – unter anderem arbeitete er als Kaffeepflücker in Guatemala. Auf der Grundlage einer Vielzahl von Bildquellen, Interviews und Firmenporträts liefert er eine »Kaffee–Saga«, die dem Leser erstmalig einen umfassenden Überblick über die Erfolgsgeschichte der braunen Bohne entfaltet. Er verfolgt ihren alles andere als geradlinigen Weg von den Anfängen in der islamischen Kulturwelt über die Kaffeehäuser Europas, die Kaffeeplantagen Lateinamerikas bis zur trendigen Kaffeebar-Kette Starbucks, die im Verlauf der letzten Jahre zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Alltagskultur geworden ist. Es ist kaum zu glauben, was es alles über Kaffee und seine Geschichte zu erzählen gibt. In dem Buch kommen Sozial- und Kulturgeschichte und Wirtschaftskrimi zusammen und unterhalten auf wahrlich anregende Weise.
Mark Pendergrast ist Harvard–Absolvent und Wirtschaftsjournalist. Seine Artikel erscheinen in verschiedenen Zeitungen und Magazinen, u.a. der New York Times und der Sunday Times. In deutscher Sprache erschien zuletzt sein Buch »Für Gott, Vaterland und Coca-Cola«, in dem er die (unautorisierte) Geschichte des Coca-Cola Konzerns enthüllt. »Mit Sachverstand und Humor serviert uns Pendergrast eine reichhaltige Mischung aus Anekdoten, Charakterstudien, Marktanalyse und Sozialgeschichte.«schrieb die New York Times über sein mehr als 500 Seiten starken Buch.
Kaffee – Wie eine Bohne die Welt veränderte.
Aus dem Amerikanischen von Stephan-Alexander Ditze
3., vollständig aktualisierte und überarbeitete Auflage
512 S. , 150 Abb. 23×16 cm, geb. m. Schutzumschlag
ISBN 3-86108-780-4ISBN 978-3-86108-780-9
24.90 €/ 42.30 sFr.

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