Monatsarchive: März 2008

Eine Meldung und ein Humidor und die Geschichte dahinter

Ein Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 24.3.08 erweckte unser Interesse. Darin geht es um das Habanosfestival, das vor einigen Wochen in Cuba gefeiert wurde, zum nunmehr zehnten Mal. In diesem Artikel konnte man unter anderem folgendes lesen: “Eine Versteigerung … Weiterlesen

Themen: Rauchen | Rubriken:

Jacques-Émile Ruhlmann

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Der französische Möbelkünstler und Innenarchitekt Jacques-Émile Ruhlmann ist einer der exponiertesten Protagonisten der Art Déco, und die vom ihm zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts geschaffenen Entwürfe gehören zu den begehrtesten Meisterwerken dieser Epoche. Jacques-Émile Ruhlmann wird 1879 in Paris geboren … Weiterlesen

Themen: Lesen, hören, sehenMenschen und ihre Dinge | Rubriken:

Olaf Schönborn‘s Q4: Radio Jazz

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“Fließend, entspannt, eingängig…aber mit Tiefe, Groove und Energie”, das wären beschreibende Worte, die einem beim Hören von “Radio Jazz”, dem neuen Album des Saxophonisten und Labelchefs Olaf Schönborn unwillkürlich in den Sinn kommen. Orientiert hat sich der in Mannheim lebende … Weiterlesen

Themen: Genuss für die Ohren | Rubriken:

Till Brönner – RIO

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Till Brönner, Deutschlands Jazzmusiker erster Kategorie, ist zurück. Zurück von einer musikalischen Reise in eine Stadt, die wie keine andere für Musik und „Saudade“ steht, jenes besondere Lebensgefühl zwischen Melancholie und Euphorie: Rio de Janeiro. Es ist eine echte Liebesbeziehung, … Weiterlesen

Themen: Genuss für die Ohren | Rubriken:

Ein komischer Herr – Heino Jaeger

“Wie konnte es geschehen, dass Heino Jaeger 25 Jahre ein Geheimtipp blieb? Wir haben ihn wohl nicht verdient”. Loriot In den späten 70er und frühen 80er Jahren besaß ich ein Motorrad, dessen Markenname BMW am besten in “Bitte Mal Werkzeug” … Weiterlesen

Themen: GedankenHerr des MonatsHighlights im HerrenzimmerLesen, hören, sehenMenschen | Rubriken:

Archiv Teil 3

Kurzmeldungen und Artikel vom 5.2.2008 bis zum 13.3.2008

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Wiglaf Droste über “Die Asche meiner Mutter”

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Harry Rowohlt spricht Nachdem Harry Rowohlt Frank McCourts anrührendes Buch „Die Asche meiner Mutter“, übersetzt hatte, spottete er bisweilen, er habe es dreimal übersetzen müssen: einmal aus dem irisch-amerikanischen Englisch des Autors – und zweimal aus dem Lektorat. Das hatte … Weiterlesen

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Die Reise ans Ende der Nacht – zum Inhalt und zur Rezeptionsgeschichte

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Eine Einführung von Michael Farin Wie ein Meteorit schlug Louis-Ferdinand Célines Erstling im Jahre 1932 ein. Von der Kritik sogleich als ein Meisterwerk der französischen Literatur begriffen – und als ein Meisterwerk der Weltliteratur –, galt sein Autor, mit bürgerlichem … Weiterlesen

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Eine Meisterleistung der botanischen Illustration

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Robert John Thorntons monumentales Werk The Temple of Flora erschien 1799 in London. Eine Sammlung von 33 einzelnen Farbdrucken im Großfolio-Format mit einer Einführung sowie Erläuterungen zu den 31 botanischen Tafeln in einem separaten Begleitheft. Seit der Publikation von The … Weiterlesen

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Jazz Covers – das Buch für die einsame Insel

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Die Entwicklung und Verbreitung der Musik CD löste den Niedergang einer Kunstform aus, die über mehrere Jahrzehnte hinweg speziell Musikfreunde erfreut hatte: die Covergestaltung von Langspielplatten. Auf 30 x 30 cm Platz, nicht selten auch - bei Klappalben – der mehrfachen Fläche, konnten … Weiterlesen

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Ohrenschmaus

Diese Musik geht ab wie Schmitz’ Katze. Dschungelig fängt es an, um sich rasch in den Soundtrack eines Großstadtkrimis zu verwandeln. Die Tieftöner der Lautsprecher wullacken, was die Membrane hält. Willkommen im 21. Jahrhundert!

NuBox spielen wie immer die Musik der Zukunft. Jazzige Trompetenlinien im Verbund mit treibenden Tanz-Grooves waren schon in den Achtzigern ihr Markenzeichen, als die Band dem Acid Jazz den Weg bereitete — damals noch unter dem Namen Blue Box. Die drei – Winterschladen, Kott, Eisold – spielten damals Hunderte von Konzerten in Europa und Asien und traten auf zahlreichen internationalen Festivals auf (u.a. Berlin, Delhi, Istanbul, Montreux, Zagreb, Djakarta).

Nach einer Aufnahmepause von 10 Jahren kam das Trio im  Jahr 2003 wieder auf die Szene — nun unter dem neuen Namen NuBox und mit  einer sehr elektronischen, Computer-basierten neuen CD, “Sonic Screen”. Auf  der Promo-Tour für “Sonic Screen” begann NuBox mit dem Berliner DJ Illvibe  (Seeed, Lychee Lassi) zu arbeiten, der sowohl in der elektronischen Szene wie im Jazz zu Hause ist. (Sein Vater ist der Jazzpianist Alexander von  Schlippenbach.) Das NuBox-Album mit DJ Illvibe — “Next Twist” —  dokumentiert eine mutige Reise in unbekannte musikalische Reiche, wo Jazz,  Dancefloor, Computer und Underground zusammenkommen.

Nun starten die vier zu ihrem nächsten großen Abenteuer, indem sie ihr musikalisches Konzept in die Klangdimensionen einer Bigband ausweiten und übersetzen. Angeregt von Olaf Stötzler, entwickeln Alois Kott und Peter  Eisold als Komponisten eine völlig neuartige, zukunftsorientierte Variante  von elektronisch-akustischem Jazz, die man “BigBandTronics” nennen könnte.  Ed Partyka, der Orchesterleiter der hr-Bigband, ließ sich von den computerisierten NuBox-Grooves und den Sound-Fragmenten des “Turntablisten”  kräftig inspirieren und eröffnet mit seinen Arrangements nicht nur der  hr-Bigband eine neue Welt, sondern dem orchestralen Jazz als ganzem. “Limbic  System Files” ist weit entfernt von dem, was gemeinhin “Big-Band-Musik”  heißt: Die kreiselnden, pochenden Bläserparts legen vielmehr den Beginn  eines neuen Genres nahe.

Anschnallen und abheben: Hier  wartet ein überraschendes Gebräu aus Jazzimprovisation, neutönerischer  Orchestermusik, DJ-Sounds und industriellen Grooves. Willkommen im 21. Jahrhundert!

NU BOX
LIMBIC SYSTEM FILES

Reiner Winterschladen trumpet
Alois Kott bass, el.bass, electronics
Peter E. Eisold drums, electronics
DJ Illvibe turntables
hr-Bigband arr. and cond. by Ed Partyka
Tony Lakatos sax
Julian Argüelles sax
and others in the orchestra
VÖ: 20.3.2008

Nicholas Daly Winter: Reflections

Das nenn’ ich doch mal eine sympathische Platte. Auch wenn die drei Typen auf dem Cover einem Guy Ritchie Film entstammen könnten, mit diesen Gesichtern, die nur eine Mutter lieben kann. Eine schmerzfreie Mutter wohlgemerkt.

So böse und gnadenlos sie auch kucken, so wunderbar altmodisch im besten Sinne ist ihre Musik. Dan Nicholas (g), Johnny Daly (db) und Rene Winter (dr) nehmen uns gemeinsam mit einer feinen Bläsertruppe (as und tp) mit in die glorreichen Zeiten das West Coast Jazz der 50er Jahre, zu dessen hervorragenden Vertretern Musiker wie Chet Baker, Stan Getz, Gerry Mulligan, Harvey Kessel und Shorty Rogers gehörten. Auch die für das 2007 aufgenommene Album ausgewählten Stücke sind allesamt große Klasiker des Standardrepertoires, zu nennen sind z. B. Bud Powells Oblivion, So in Love von Cole Porter, oder Strollin’ von Horace Silver und Everything happens to me, diese beiden letzteren Kompositionen gehörten über viele Jahre zu Chet Bakers häufig gespielten und aufgenommenen Titeln.

Jazz wird störend oft empfunden – vor allem von Menschen, denen der Begriff Jazz suspekt ist, verbinden sie doch damit vor allem Lärm und Atonalität.  Dabei besitzt der Jazz so viele verschiedene Spielarten wie kaum eine andere Musikrichtung. Reflections ist ein Album, an dem auch Nichtjazzer ihre Freude haben können. Und nostalgisch gestimmte Jazzer sowieso.


Nils Wograms Nostalgia Affinity

Nils Wogram, das ist der andere Nils mit der Posaune. Während der Schwede Nils Landgren sehr erfolgreich Funk bläst, vereint der deutsche Wogram in seiner künstlerischen Persönlichkeit den unbeschwerten Jazz-Visionär und den verklärten Romantiker. Mit Nostalgia kann er diese beiden Seiten seiner  Persönlichkeit überzeugend in Einklang bringen. „Afinity“ swingt. Wobei man Swing nicht mit Swing verwechseln darf. Wogram, Florian Ross (Hammond B3) und Dejan Terzic (dr) sind weit entfernt von einem Swing Revival eines Roger Cicero oder Tom Gaebel. Swing bedeutet für das nostalgische Trio, die Erinnerung nach ihrem Gusto zu interpretieren. Wäre nicht äußerste Vorsicht bei der Ausrufung neuer Genres geboten, läge man mit der Behauptung, diese CD öffnet dem Genre eines möglichen Free Swing Tür und Tor, sicher nicht ganz falsch. Der Begriff Free im Zusammenhang mit einer Jazzspielart ist mir aber zu missverständlich und kann, siehe weiter oben in der Vorstellung von Reflections, zur Fehleinschätzung führen.

Vielleicht nicht unbedingt ein Album für Jazzneulinge, aber eine großartige CD für Jazzfreunde, die auf dem Stand der Dinge sein und mit dem Fuß dazu tappen wollen. It don’t mean a thing, if you ain’t got that swing. So ist es.

 

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