Amsterdam – die Multikultimetropole mit gemütlichem Flair. Ihre Leichtigkeit und Lebensfreude wirken ansteckend. Die Stadt erfindet sich immer wieder neu und lockt mit ihren „verborgenen Schätzen“. Das Amsterdamer Tourismusbüro hat das Thema „Hidden Treasures“ in diesem Jahr zum Anlass genommen, die unbekannten Ecken der Stadt zu präsentieren – von der versteckten Dachbodenkirche über Untergrundfestivals bis zur ältesten jüdischen Bibliothek der Welt.
Designerkleid aus dem Rotlichtviertel: Ein ganz besonderes Geheimnis findet sich neuerdings auf dem Achterburgwal hinter rotbeleuchteten Fenstern. Lebensfreude und Kultur kommen dort unter dem Namen „Redlight Fashion“ zusammen. Im Viertel De Wallen sind in den Schaufenstern neben leicht bekleideten Damen auch die Kreationen niederländischer Jungdesigner zu finden. 16 Kreative, die ein ausgefallenes Sortiment zeitgenössischer Modetrends zeigen, sollen hier einen Wandel einläuten. Neben den Bordellen, Coffeeshops und Imbissbuden entstehen vermehrt Ateliers, die die Atmosphäre des Viertels prägen.
Für rund 25 Millionen Euro hat die Stadt Amsterdam 20 Häuser in der Gegend gekauft. Statt Prostituierten gehen dort nun Modeschöpfer zu Werk, die ihre Arbeiten direkt vor Ort verkaufen. Künftig sind im „CODE Gallery Store“ auf dem Oudezijds Achterburgwal 121 diese Entwürfe zu finden. Selbst Großunternehmen wie C&A und die Fortis Bank wollen in den aufstrebenden Stadtteil investieren, das Tourismusbüro organisiert Stadtführungen durch die Walletjes.
Die Kampagne soll das horizontale Gewerbe nicht komplett verdrängen, es soll lediglich eine andere Richtung eingeschlagen werden. Im Grunde sorgen die Nachbarinnen der Designer für extraordinäre Inspiration, denn schließlich sind viele Entwürfe für den weiblichen Körper bestimmt. Das sagen zumindest einige Kreative, und so ist ein Blick aus dem Fenster manchmal gar nicht so verkehrt.

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