Schon zu Lebzeiten wurde er weltweit gefeiert: Claude Monet (1840 – 1926), der maßgebliche Vertreter des Impressionismus.
Im Nordwesten von Paris, etwa 100 km Seine abwärts mietete Monet in Giverny im Mai 1883 ein Haus und legte dahinter zunächst den Clos Normand genannten Ziergarten an, den dank des gärtnerischen Geschicks des Malers bald eine beeindruckende Blumenpracht schmückte. Im November 1890 konnte er Haus und Grundstück erwerben. 1893 kaufte er zusätzlich ein zweites Grundstück, das sich hinter der jenseits dieses Gartens verlaufenden Straße befindet und das vom Clos Normand aus durch eine kleine Unterführung zu Fuß zu erreichen ist. Dort schuf Monet in den folgenden Jahren den sogenannte Jardin d’Eau (“Wassergarten”) mit dem von einer Brücke nach japanischem Vorbild überspannten Seerosenteich.
Seine letzten 30 Lebens- und Schaffensjahre beschäftigte sich Monet hauptsächlich mit der Anlage und Gestaltung des Gartens in Giverny. Er kaufte exotische Pflanzen, die zum Teil erst wenige Jahre in Frankreich bekannt waren, und komponierte das Farbzusammenspiel der Blüten. Am Seerosenteich ließ Monet nach japanischem Vorbild eine Brücke errichten, die auch heute erhalten ist. Ab 1895 malte Monet dieses Motiv, vier Jahre später wurde daraus eine zusammenhängende Serie.
In Giverny ist bis zu Monets Tod im Jahre 1926 ein Zyklus von insgesamt 251 Bildern entstanden, dazu gehören auch die acht riesigen, in einem ovalen Raum in Pariser Musée de l’Orangerie unweit des Louvre untergebrachten Wandbilder.
Nun ist ein Buch erschienen, das als einzige Publikation alle Seerosenbilder Monets in einem Band präsentiert. Die Autoren Jean-Dominique Rey und Denis Rouart bringen dem Leser und Betrachter Monets Gartenwelt nahe und erklären sie in ihrem Gesamtkontext. Das Buch stellt den Maler Monet von seinen Anfängen als Karikaturist in Le Havre an vor. Durch den Künstler Boudin ermutigt und beeinflusst kommt er zur Malerei, er geht nach Paris und kann sein Kunststudium selber finanzieren, durch die Einkünfte, die er schon in jungen Jahren durch seine hoch geschätzten Karikaturen und Portraitzeichnungen erzielt hatte. Seiner Naturbegeisterung kann er in den folgenden Jahren zum Beispiel in der Normandie nachgehen, in die es ihn wie viele seiner Malerfreunde und -kollegen zog. Aber erst in Giverny kann Monet seine Vorstellungen von der Naturmalerei vollkommen verwirklichen.
Das Buch Monets Seerosen bringt dem Leser dank der kundigen Texte und zahlreichen Abbildungen (die Wandbilder in Paris werden durch acht große Klapptafeln dokumentiert) die Wasser- und Blumenwelt des Claude Monet nahe und ist für jeden Kunst- und Naturfreund eine besondere Empfehlung. Ergänzt wird das Buch durch dokumentarische zeitgenössische Fotos von Monet und dem Garten, einigen interessanten Briefen aus den 1920er Jahren von Claude Monet an Dr. Jacques Mawas, seinem Augenarzt (“Alles in allem bin ich mit den farblosen Gläsern sehr zufrieden. Ich erkenne die Farbtöne wieder besser und fühle mich bei der Arbeit sicherer.”) einer Chronologie sowie einer Bibliografie.
Jean-Dominique Rey / Denis Rouart
Monets Seerosen
Die vollständige Serie der “Nymphéas”.
168 Seiten mit 8 Ausklapptafeln
Über 250 Abbildungen
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-2-08-020069-3
Verlag: Flammarion 2008
49,90 € (D)
51,30 € (A)
84,- SFr






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