Eine mediale Erinnerungswelle schwappt derzeit über das Jahr 1968. 1968: das war der Krieg in Vietnam, die Ermordung Martin Luther Kings, der Prager Frühling, das Attentat auf Rudi Dutschke, der Frankfurter Kaufhausbrandanschlag, die Studentenproteste in Berlin, Frankfurt, München und anderen deutschen Städten, der Pariser Mai.
1968 ist längst die Chiffre eines gesellschaftlichen Umbruchs, erstarrt in den immergleichen Argumenten und Bildern. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer Andres Veiel und der renommierte Historiker Gerd Koenen sind in die Archive gestiegen und haben einen frischen Blick auf die Fotoschätze dieser Zeit geworfen. Sie zeigen und erzählen die Geschichte dieses atemlosen Jahres, eine Geschichte, die lange vor 1968 beginnt und weit darüber hinausreicht.
Veiel und Koenen nehmen ihre historische Bildspur bei der Spiegelaffäre, dem Auschwitzprozess und dem Vietnamkrieg auf, folgen ihr über die Kommune 1, den Prager Frühling, die Rassenunruhen in den USA und die deutsche Studentenbewegung bis zur Radikalisierung es Protestes durch die RAF. Ihr Blick erfasst aber ebenso sie massenkulturellen Umbrüche dieser Zeit, von Oswalt Kolle bis Woodstock, von Heintje bis Jimi Hendrix, ohne die die Geschichte dieses Jahres unvollständig wäre.
Andres Veiel, geboren 1959, studierte Psychologie und machte eine Regie- und Dramaturgieausbildung bei Krzysztof Kieslowski. Er ist derzeit der wohl bedeutendste deutsche Dokumentarfilmer. Seine Filme sind Publikums- und Presseerfolge und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er arbeitet gerade an einer Verfilmung von Gerd Koenens Buch Vesper Ensslin Baader. Urszenen des deutschen Terrorismus.
Gerd Koenen, geboren 1944, absolvierte während seiner Studienjahre vom SDS 1967 bis zu den maoistischen Zirkeln und Parteiinitiativen der Siebzigerjahre „das volle Programm des linksradikalen Aktivismus“. Heute ist er der Geschichtsschreiber der bundesdeutschen und internationalen Linken. Zu seinen erfolgreichsten Büchern zählen Utopie der Säuberung – Was war der Kommunismus? und Das rote Jahrzehnt.
»Ein Bildband wie ein Roman, von der Spiegelaffäre über den Auschwitzprozess und den Vietnamkrieg bis zum Prager Frühling und den US-Rassenunruhen.« Tages-Anzeiger, 23.02.2008
»Andres Veiel weiß, was passiert, wenn Bilder aufeinandertreffen … Gerd Koenen liefert eine Chronik der Ereignisse dazu … Wie einen Film könnte man dieses Buch lesen …« Süddeutsche Zeitung Literatur, 11.03.2008
»Das vielleicht vollständigste Buch zum Thema … Der Historiker Koenen und der Dokumentarfilmer Veiel haben die Archive ordentlich durchwühlt, um ein umfassendes Bild zu präsentieren.« Bücher, April/Mai 2008
»Mit diesen Fotoschätzen zeigen und erzählen [Koenen und Veiel] die Geschichte eines atemlosen Jahres, eine Geschichte, die lange vor 1968 begann und weit darüber hinausreicht.« Neue Bücher, Frühling 2008
Fackelträger Verlag
gebunden mit Schutzumschlag
mit ca. 200 Abbildungen in Duoton
192 Seiten
Format 22x26cm
ISBN-13: 978-3-7716-4359-1
EUR 29.95


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