Vor einigen Jahren kaufte ich einen Taschencomputer, ich füllte mittels eines unhandlichen Stiftes tagelang Adressen und Notizen und sonstige Dateien dort ein und installierte einige Programme. Das war viel, viel Arbeit, nervige Arbeit, aber schließlich war es getan, und ich war stolz auf meinen nützlichen kleinen Helfer. Nach wenigen Tagen war der Akku leer und alle Daten und Programme waren weg, weil ich das elektronische Wunderteil nicht rechtzeitig in seinen “Cradle” gesteckt hatte. Zu glauben, der Taschencomputer verbrauche nur Strom, wenn er eingeschaltet ist, war ein großer Fehler. Ja, ich weiß, mein Fehler. Read the fucking manual. Es war der zweite Fehler in Folge, der erste war, dieses Teil, das seitdem unbenutzt im Handschuhkasten des Autos liegt, überhaupt zu kaufen.
Wie lobe ich mir doch dagegen meinen fILOFAX Personal Organizer. Seit mehr als 25 Jahren begleitet er mich, gewichtig und wichtig. Jahr für Jahr wird das Innenleben teilweise aktualisiert, indem ich ein neues Jahreskalendarium kaufe und um die Jahreswende gegen das alte austausche, das zu den anderen abgelaufenen Jahren in eins meiner anderen Filofaxe wandert. Die Adresskartei wird nicht so häufig gewechselt, aber laufend ergänzt, und nur wenn mir eine Adresse begegnet, an deren Inhaber ich ungerne erinnert werden möchte wandert das entsprechende Blatt in den Orkus und wird durch ein sorgfältig neu geschriebenes ersetzt. Und die Notizkartei wird nur alle paar Jahre neu durchforstet uns ausgemistet.
Mein derzeit im Gebrauch befindlicher fILOFAX birgt neben der Speichermöglichkeit für Adressen, Notizen und Terminen noch mancherlei mehr. Es gibt reichlich Einschübe für Visiten- und Kreditkarten, ein Fach für Münz- und Papiergeld, Aufbewahrungsbeutel für Briefmarken und anderen Kleinkram, einen Stadtplan, die Pariser Metrostationen, eine Weltkarte, ein Messekalender. Und vieles mehr, das Angebot an fILOFAXzubehör ist beeindruckend und zumeist auch nützlich.
Überall auf der Welt verlassen sich Menschen zur Organisation ihrer privaten und beruflichen Aktivitäten auf fILOFAX. Erfunden wurde das revolutionäre Zeitplanungssystem von dem britischen Colonel Disney. Während des ersten Weltkriegs traf er in den Vereinigten Staaten einen Erfinder, der speziell für Ingenieure und Wissenschaftler einen kleinen Ringordner mit vorgedruckten Einzelblättern entwickelt hatte. Von dem Prinzip der Loseblattsammlung begeistert, arbeitete Colonel Disney daran, diese Idee zu einer flexiblen Kombination aus Kalender, Notiz- und Adreßbuch auszubauen.
Der Rest ist Geschichte:
1921 Zurück in London, gründet Colonel Disney die Firma Norman & Hill und beginnt mit der Produktion hochwertiger Ledermappen mit flexiblen Loseblatt-Einlagen. Der Grundstein für das berühmte fILOFAX-System ist gelegt.
1922 Grace Scurr beginnt ihre Tätigkeit als Sekretärin bei Norman & Hill: Gut 30 Jahre später wird sie die Firma als Präsidentin verlassen.
1940 Während eines deutschen Luftangriffs im zweiten Weltkrieg werden die Geschäftsräume von Norman & Hill ausgebombt und bis auf die Grundmauern zerstört. Grace Scurr wird zum Retter in der Not: Sie hatte ihren persönlichen ”file of facts” mit sämtlichen Lieferanten- und Kundendaten erstellt, den sie stets bei sich trug. Nur dank dieser Informationen kann der Betrieb wieder aufgebaut werden.
ab 1945 Grace Scurr, nun in der Firmenleitung, treibt Produktausbau und Bekanntheitsgrad dynamisch voran; Hauptabnehmer sind zu dieser Zeit hauptsächlich Militär, Kirche und Universitäten.
1959 David Collischon kommt zu Norman & Hill, lernt das fILOFAX-System kennen und ist von dessen Möglichkeiten fasziniert.
1980 David und Lesley Collischon erwerben die Firma und taufen sie in Anlehnung an den ”file of facts” von Grace Scurr auf den Namen, der heute weltweit bekannt ist: fILOFAX. Gleichzeitig begründet Collischon die fILOFAX-Philosophie: Seine Produkte sollen praktisch, individuell und einzigartig sein sowie auf ideale Weise die Zeit organisieren.
1981 Collischon gestaltet das gesamte Sortiment um und präsentiert eine völlig neue Produktpalette. fILOFAX wird zum Synonym für perfekte Zeit-Organsisation und die Nummer 1 der flexiblen Zeitplaner.
1992 fILOFAX France wird gegründet.
1993 fILOFAX Deutschland wird gegründet.
Flexible Zeitorganisation – Das fILOFAX-Prinzip
fILOFAX basiert auf einer ebenso einfachen wie genialen Grundidee: Lose Einzelblätter werden, nach bestimmten Rubriken geordnet, von einem Ringbuch zusammengehalten. Dieses System hat zwei entscheidende Vorteile: man hat keine Zettelwirtschaft mehr, ist aber dennoch flexibel genug, um einzelne Seiten auszuwechseln oder zu ergänzen – schnell und ohne großen Aufwand. Die umfangreichen Ordnungsrubriken machen fILOFAX darüber hinaus zu weit mehr als nur einen Zeitplaner: fILOFAX ist Terminkalender, Monats- und Jahresübersicht, Adress- und Notizbuch, sachkundiger Ratgeber, Stadtplan und Wegweiser sowie Tagebuch in einem.
In zusätzlich eingearbeiteten Taschen sind auch Kreditkarten, Schreibgerät und persönliche Papiere sicher aufgehoben und allzeit griffbereit.
Das fILOFAX-Ordnungssystem ist übersichtlich, unkompliziert und verständlich. Und obwohl auf vorgedruckten Einlageblättern, ist es durch seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten ein Musterbeispiel für Individualität. Die Einzigartigkeit von fILOFAX besteht darin , dass jeder Nutzer sich je nach Bedarf sein persönliches System zusammenstellen kann. Schon in der Standardfüllung gibt es zahlreiche Varianten, die auf die Anforderungen der unterschiedlichsten Verwender zugeschnitten sind. Je nach Anspruch kann der fILOFAX-Benutzer diese Grundausstattung zusätzlich verändern. So sieht das Innenleben eines fILOFAX für Schüler anders aus als das für Studenten; ein Manager benötigt andere Vordrucke als ein Architekt; Techniker wollen perfekte Tabellen, Grafiker dagegen Freiraum für Skizzen…
Weltweit stehen für alle Organiser ungefähr 300 verschiedene Einlageblätter zur Auswahl, jedes bedarfsgerecht entwickelt und auf aktuellem Stand. Eine Vielzahl verschiedenster Accessoires vom Schreibgerät bis zum Solarrechner machen den fILOFAX-Organiser noch persönlicher. Das Ergebnis: kein fILOFAX ist wie das andere.
Ein so geniales System wie der Personal Organizer von fILOFAX fand natürlich rasch Nachahmer, billige wie hochwertige. Allen ist der Ringbuchmechanismus eigen, der es dem Besitzer mit einem Griff erlaubt, den Inhalt zu bestücken oder zu organisieren. In den gehobenen Schreibwarenfachgeschäften findet man die Regale, in denen die verschiedenen Einlagen angeboten werden, Kalendarien mit verschiedenen Systemen, Adressbuchseiten, Notizpapier in allen erdenklichen Varianten sowie nützliche Informationsträger aller Art, Lineale und flache Taschenrechner mit den Außenmaßen der fILOFAXblätter. Besonders lieb ist mir ein Locher, mit dem ich präzise in selbsterstellte Einlagen die sechs Löcher stanzen kann, die der Mechanismus des fILOFAX verlangt. Und eine Schnittstelle zwischen der analogen und digitalen Welt gibt es inzwischen auch, fILOFAX hat eine preiswerte Adressbuchsoftware im Angebot, mit der Adressen am Computer erfasst und anschließend auf passendes Organizerpapier ausgedruckt werden können.
Von Zeit zu Zeit setze ich mich hin und blättere durch die letzten sechs, sieben Jahre an Notizen. Erinnerungen kommen dabei auf, meist gute, manchmal weniger gute, aber immer erinnerungswürdige. Ein solches Erlebnis könnte ein seelenloses Ding wie der Taschencomputer niemals liefern. Sein Stärken liegen vielleicht im GPS Navigieren oder im Abspielen von Musik, aber was Termine, Adressen und Notizen angeht kommt für mich nichts über meinen Personal Organizer von fILFOFAX. Natürlich den echten, ein nachgemachter würde seinen Besitzer doch nur ständig daran erinnern, das man sich keinen echten leisten kann. Denn billig sind sie nicht, die Faxe, erst recht nicht das Zubehör; wer schon einmal für 100 Blatt 9,5 x 17 cm kleines, völlig weißes Papier (Notizpapier blanko) rund 6,- € ausgegeben hat weiß, was die Dinge rund um den fILOFAX kosten können. Andererseits: bis die alle vollgeschrieben sind vergeht einige Zeit, und dann hat man Notizen fürs Leben. Vielleicht ist die eine oder andere ja sogar Gold wert.
awb


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