Der sportliche große Bruder des VW: Porsche 356

Weiße Lackierung, schwarzes Stoffverdeck, rote Ledersitze, verchromte Felgen: dieser Porsche 356 CS Cabrio mit dem roten Kennzeichen EN - 07001 wurde gestohlen. Foto: Polizei

Das Böse ist immer und überall – so auch in Korschenbroich bei Düsseldorf, wo dem früheren Radprofi Klaus Peter Thaler am Wochenende der Schloss Dyck Classics in der Nacht vor dem Hotel sein sorgfältig restaurierter und über 100.000 Euro wertvolle  Porsche 356 gestohlen wurde.

Es hätte manchen ebenso treffen können – bei den Classic Days sah man zahlreiche der Ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts von Ferdinand Porsche entworfenen und danach maßgeblich von dessen Sohn Ferry entwickelten Sportwagen, allesamt aufwändig und liebevoll restauriert. Und offenbar ist das erste Serienmodell der Marke Porsche gefragter denn je. “Ich hatte in der letzten Woche etliche Kaufangebote”, sagte der bestohlene Klaus-Peter Thaler, der mit dem Porsche aus Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis zu den Classic Days gekommen war, der Rheinischen Post. Viel Hoffnung hat er nicht, den Wagen wiederzubekommen. Zwar ist sein Porsche allein durch die Prominenz des Besitzers in der europäischen Oldtimerwelt bekannt, doch dubiose Sammler, die das Fahrzeug in ihre Garage stellen, interessiert dies kaum. Nicht selten werden bei Oldtimer-Diebstählen auch die Wagen einfach zerlegt und ausgeschlachtet, um anschließend die Einzelteile zu verkaufen.

Mit dem 356 schuf die junge Firma den Grundstein und die Ausgangsbasis für den weltweit strahlenden Mythos Porsche. Die rundlichen, kleinen Coupés und Cabriolets waren global erfolgreich und blieben es, dank Porsches Politik der laufenden Verbesserungen, über ihre gesamte Produktionszeit hinweg. Grundlage war 1948 der  Porsche Nr. 1, ein zweisitziger Mittelmotorroadster mit einem auf 35 PS gesteigerten 1,1-Liter-VW-Motor. Am 7. Juli 1948, also vor nunmehr 60 Jahren, erschien der erste Testbericht über ein Porsche-Coupé.

Die ersten 50 Wagen mit Aluminiumkarosserie wurden in Handarbeit in Österreich, und zwar in Gmünd/Kärnten gebaut. Dorthin war Porsche gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus Deutschland umgezogen. 1950 ging das Unternehmen nach Stuttgart-Zuffenhausen zurück. Die ersten Porsche 356 enthielten viele Serienteile von VW, wie Getriebe, Bremsen und einen allerdings leistungsgesteigerten 4-Zylinder-Boxermotor. 1950 kam ein 1,3-Liter-Motor dazu. Über 15 Jahre hinweg wurde das Auto in zahlreichen Varianten gebaut, bis im April 1965 die Produktion der Baureihe 356 endete. 76 302 Wagen wurden insgesamt gebaut.

Der britische Autor Brian Long, der eine besondere Neigung zu Oldtimern und Sportagen besitzt, unterhält seit vielen Jahren erstklassige Beziehungen zum Werk in Stuttgart. Er hat bisher über 40 Bücher verfasst, darunter mehrere Titel zum Thema Porsche. Von ihm ist jetzt im Heel Verlag ein faszinierendes Buch über die 356er Modellreihe erschienen. Rund 300 zeitgenössische Fotos dokomentieren, fast durchgängig farbig, auf einzigartige Weise die Karriere des 356. Detailliert aufgeführte Stückzahlen und ausführliche technische Daten vervollständigen zusammen mit einer nützlichen Kauf- und Restaurierungsberatung diese einmalige Typenmonografie.

Porsche 356
Der erste Sportwagen aus Zuffenhausen

Bibliografie: ca. 194 Seiten, ca. 320 großteils farbige Abbildungen, 255 x 255 mm, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86852-033-0
EUR 35,00 inkl. MwSt.

Die Website des Porsche 356 Club Deutschland e.V.

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