Bereits ihr achtes Album – Caroline Hendersons CD trägt stolz den Namen No. 8 und wurde in Kopenhagen eingespielt. Dort lebt sie seit mehr als 25 Jahren. Nach Don’t Explain (2003), Made In Europe (2004), Love Or Nothin’ (2006) ist No. 8 das vierte Jazzalbum der zuvor im Bereich Pop aktiven Sängerin.
Eine tiefe Melancholie schwebt über den 13 Stücken des neuen Albums, überwiegend Standards des Jazzsongbooks wie I concentrate on You, But not for me, When you’re smiling oder Last neight when we are young. Aber auch ein Stück wie Sonny Bonos Bang Bang (mit einem ganz ungewöhnlichen Bläserarrangement, das an einen Trauermarsch in New Orleans erinnert) und vor allem Nick Drakes Riverman werden von Caroline Henderson gefühlvoll und, wir sagten es, melancholisch und nachdenklich interpretiert. Erstaunlich auch ihre gebrochene Darbietung des eigentlich munteren There Will Time Enough For Rocking When We´re Old der Magnetic Fields – das klingt zwar im Text durchaus hoffnungsvoll, aber die Frage “Werden wir überhaupt so alt?” schwingt in der Interpretation deutlich mit.
Gershwins It ain’t neccessarily so ist ebenfalls auf No. 8. zu hören, hier kommt Hendersons wandelbare Stimme besonders gut zum Ausdruck.  When You´re Smiling, wurde sehr geschickt ein Marschthema unterlegt und mit einem Tenorsaxsolo des großen Lester Young im O-Ton verziert. Got lost in his arms von Irving Berlin klingt wahrlich wie das Lied einer verlorenen Seele. Dies gilt auch für das letzte Stück des Albums, Love is like a cigarette, komponiert von Anders Christensen nach einem Text von Walter Kent. “Then just like a cigarette Love seem to fade away and leave behind ashes of regret…”
But nor for me und Riverman auf einem Album – das sagt viel aus über die außergewöhnliche Bandbreite der Sängerin. No. 8 ist eine beeindruckende Produktion, und nicht nur Caroline Henderson ist hier zu nennen sondern auch die hervorragenden Mitmusiker, besonders die Bläsergruppe, die allen Stücken einen unverwechselbaren Stempel aufdrückt, sowie nicht zuletzt Produzent Anders Christensen. Wenn es an dem Album etwas zu kritisieren gibt dann die Tatsache, dass es nach 43 Minuten schon vorbei ist.
Caroline Henderson
Caroline No. 8
Caroline Henderson - Gesang
Nikolaj Hess - Klavier, Orgel, Perc.
Anders Christensen - Bass, Vibraphon
Mikkel Hess - Schlagzeug
Lars Wissing - Trompete Flügelhorn
Mads Hyhne - Posaune
Peter Fuglsang – Saxophon, Flöte, Baßklarinette
Produziert von Anders Christensen
Caroline Hendersons Website mit Soundsamples:Â http://www.carolinehenderson.com/
Eine zu kurze Spielzeit muss man leider auch beim Album ássogátis – by the embers von Sofia Jannok beklagen, ein Album, das kaum auf 40 Minuten Laufzeit kommt. Dabei ist ihrer Musik doch von der Art, dass man noch stundenlang weiterhören möchte…
Sofia Jannok gehört einem skandinavischen Volk an, das bei uns früher “Lappen” und heute Samen genannt wird. Im Wort Lappland ist der alte begriff noch erhalten. Die Samen leben im Norden Norwegens, Schwedens und Finnlands und bis nach Russland hinein und sie besitzen eine eigene Sprache und Kultur. Eine weitere singende Vertreterin dieses Volkes ist die Norwegerin Mari Boine.
Sofia Jannok wurde als Kind samischer Eltern in Nordschweden geboren und hat Kultur und Sprache der Samen erlernt. Die Eltern und Lehrer erkannten das Talent früh, so stand Sofia bereits mit elf Jahren auf der Bühne. Mittlerweile ist sie in Schweden ein Star, hat an zahlreichen CDs mitgewirkt und TV- und Filmmusik aufgenommen.
Yoik ist die Kunst der Samen, lautmalerisch ihre Landschaft zu beschreiben, heute oft auch synonym für die Art des Gesangs verwendet. Wie kaum eine andere junge Frau beherrscht Sofia diese Kunst, transportiert diese aber in unsere Welt, indem sie moderne Popelemente einfügt, und durch die Begleitung mit einem Pianotrio auch einige Tupfer Jazz zulässt.
Die oft langgezogenen, manchmal an einen sanften Jodler erinnernden Töne des Yoik lassen beim Zuhörer vor dessen geistigem Auge die Weite des Landes, die Tundra, die ewigen Nächte aber auch die ewigen Tage am Nordkap erscheinen. Man spürt die eisigen Winde, aber auch die Wärme des Feuers – auch ohne die samischen Worte zu verstehen. Gerade jetzt zur dunklen Jahreszeit ist diese Musik geignet, sich auf eine imaginäre Reise in den hohen Norden zu begeben, ohne dabei die Wärme des eigenen Heims verlassen zu müssen. Aber ich bin sicher – auch im Sommer wirkt diese Musik, sie lässt an endlose Tundra und Mitternachtssonne und Polarlichter denken, und die Mückenschwärme lassen wir einmal außen vor, denn Sofias Gesang verzaubert und verklärt.
Begleitet wird Sofia vom Peter Tikkanen Trio, das seine Wurzeln im nordschwedischen PiteĂĄ hat. Das Trio besteht aus Peter Tikkanen am Piano, Tobias HelĂ©n am bass und Johan Englund an den Schlaginstrumenten. Sie spielen seit 2002 zusammen und finden ihre Inspiration in Pop, Rock, Folk Music, Jazz. Sofia sagt zu ihrer Zusammenarbeit: “The blend of their talents and music with my songs make a perfect match and this together expresses my music just as I want it to be expressed.”
Die Hörer werden sich noch ein wenig gedulden müssen, erst Ende Januar kommt ássogátis – by the embers, diese außergewöhnlich wohlklingende Platte in den Handel, bis dahin kann man sich ja schon einmal auf Sofias Website umschauen. Dort findet man auch Klangproben.
Sofia Jannok
“ássogátis -
by the embers”
Sofia Jannok (voc)
Peter Tikkanen (p)
Tobias Helén (b)
Johan Englund (dr)
Caprice CAP 21801
Release date: 30.01.2009
Vertrieb D: SunnyMoon



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