Den kleinen Flitzer flotter machen

Wer einen klassischen Mini sein Eigen nannte oder nennt kennt sich mit Begriffen wie Oberer Totpunkt, Bypasschlauch und Knochengummi bestens aus. Der kleine Wagen bietet immer etwas zum Basteln, und wer keine kompetente Werkstatt in der Nähe weiß oder Spaß am Frickeln hat findet immer und jederzeit Gelegenheit, seine handwerklichen Fähigkeiten zu beweisen. Eigentlich gehört zum Minifahren die Leidenschaft am Schrauben ebenso dazu wie ein Führerschein.

Zu den häufigsten und beliebtesten Arbeiten am Mini (wohlgemerkt: hier ist nicht die Rede vom kleinen BMW) gehört das Tuning. Schon mit ein paar einfachen Modifikationen am Vergaser und Luftfilter kann man aus den Minimotoren einige Pferdestärken mehr herausholen, die sich bei so einem leichten Wagen schon deutlich bemerkbar machen. Ambitioniertere Bastler, die vielleicht sogar mit dem Mini an Rennen teilnehmen wollen, müssen aber etwas mehr tun, um den Wagen zu ungeahnten Leistungen zu bringen. Und dafür braucht man Ahnung. Wie bekommt man die Serienmotoren auf eine Verdichtung bis zu 10:1? Warum kann man Leistungssteigerungen nicht mit einer Simplexsteuerkette erreichen? Welche Rückholfeder des Fliehkraftverstellers ist die schwächere, und warum muss man das wissen?

So kompliziert das auch klingen mag – wirklich geheimnisvoll ist das Tunen eines Minimotors nicht. Wenn man dann noch eine kompetente Anleitung vor sich hat steht einem Überarbeiten des Minimotors kaum mehr etwas im Wege, zudem sie nicht mit unübersehbaren Kosten verbunden sein muss.

Von 1959 bis 2000 wurde der Mini gebaut, er kam auf eine Stückzahl von 5.387.862 Fahrzeugen.

Der bei Heel soeben erschienene Band Praxishandbuch Minituning verrät reich illustriert und leicht verständlich, wie man dem kultigen Kleinwagen auch mit knappem Budget zu einer extra Portion Leistung verhilft. Gemeint sind straßenzugelassene Minis, deren Motorleistung mit überschaubarem Kostenaufwand und ohne allzu umfangreiche mechanische Eingriffe gesteigert werden soll, ohne dass der Verbrauch darunter leidet. Im Mittelpunkt des Buches stehen daher leistungssteigernde Maßnahmen, die sich durch das Auswechseln bestimmter Bauteile erreichen lassen (so genanntes “Bolt-on”-Tuning) und ein besonders gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten. Jeder Motor ist ein “Gesamtpaket” in dem Sinne, dass es nie ein bestimmtes Einzelteil gibt, mit dem sich ein Motor aus einem braven Serienarbeitstier in ein Hochleistungstriebwerk verwandeln lässt. Um aus einem Motor das Leistungsmaximum herauszukitzeln ist immer eine Kombination mehrerer Maßnahmen notwendig, die in diesem Buch in ihrem grundsätzlichen Ablauf beschrieben werden. Autor und Mini-Spezialist Des Hammill erklärt in verständlichen, leicht nachvollziehbaren Texten effektive Modifikationen in den Bereichen Zylinderköpfe, Vergaser, Getriebe und Bremsen, ohne dass das professionelle Know-how zu kurz kommt.

Egal, ob man sich nur ein wenig zügiger durch den Alltagsverkehr bewegen möchte oder man mit seinem Mini erfolgreich an Rennveranstaltungen teilnehmen möchte – in diesem Buch findet jeder Mini-Enthusiast wertvolle Tipps.

Eine Durchsicht des Buches zeigt: mit dieser Anleitung (und natürlich einem Mini in der Garage) kann man aus dem kleinen Kultauto so einiges herausholen, was sich vielleicht selbst sein Schöpfer, der Ingenieur Alex Issigonis, nicht hätte träumen lassen. Kein Buch für hochqualifizierte Technikexperten sondern für jeden, der nicht gerade zwei linke Hände hat.

Edition Markt: Praxishandbuch Mini-Tuning
von Des Hammill
96 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Illustrationen
215 x 302 mm, gebunden
19,95 €
ISBN-Nr.: 978-3-86852-031-6

Ähnliche Artikel im Herrenzimmer
Mythos Mini
Meinen ersten Mini kaufte ich von einer weinenden Friseuse. Sie liebte das Auto, aber ihr Mann wollte unbedingt einen BMW haben, und da ...
Weiterlesen...
Weiße Lackierung, schwarzes Stoffverdeck, rote Ledersitze, verchromte Felgen: dieser Porsche 356 CS Cabrio mit dem roten Kennzeichen EN - 07001 wurde gestohlen. Foto: Polizei
Das Böse ist immer und überall - so auch in Korschenbroich bei Düsseldorf, wo dem früheren Radprofi Klaus Peter Thaler am Wochenende der ...
Weiterlesen...
Mythos Mini
Der sportliche große Bruder des VW: Porsche 356
 
 
Alles aus der Rubrik Autos
Alles aus der Rubrik Buch
Alles aus der Rubrik Mini
Alles zum Thema Autos und Technik