Languedoc-Roussillon: Frankreichs anderer Süden

Gehöft auf der Hochebene der Causse Méjan (Foto: A W Bechlenberg)

Languedoc-Roussillon – der Bindestrich steht für die doppelte Identität: Okzitanisch ist der Languedoc, katalanisch das Roussillon. Beide eint das mediterrane Klima. Die Anzahl der Sonnenstunden in Montpellier und Perpignan sind rekordverdächtig. Das römische Erbe schafft weitere Gemeinsamkeiten, ebenso der jahrhundertelange Kampf um kulturelle Eigenart.

Westlich des Rhônetals liegt Frankreichs “anderer” Süden (im Gegensatz zur Provence) in wilder Schönheit. Die weiten Hochebenen der Causses sprengen europäische Dimensionen. In den Cevennen stellen haarnadelenge Straßenkehren und Pässe die Geduld immer wieder auf die Probe. Auf langen Kilometern begegnet man oft keiner Menschenseele – und ist um so verblüffter über unberührte Landschaften, so weit das Auge reicht.

Passstraße in den Cevennen (Foto: Archi W. Bechlenberg)

Die Dörfer sind ursprünglich, die Kirche ist zumeist romanisch, Platanen beschatten die Dorfplätze und Terrassen. Auch wenn die Moderne an vielen Stellen das Hinterland erreicht hat, aber die Einsamkeit der Kastanienwälder und der Hochplateaus, der tiefen Schluchten und abgelegenen Tälern ist geblieben und zieht Wanderer in ihren Bann. Anders als in der Provence sind Bilderbuchdörfer mit großen Busparkplätzen für die Touristen kaum zu finden. Nur am Meer  finden sich im Sommer Millionen Sonnenhungriger ein, aber die 220 km lange Küstenlinie sorgt dafür, dass sich die Urlauber verteilen, so dass es auch am Wasser nicht eng wird. Das Languedoc-Roussillon ist ohnehin mit 2,5, Millionen Einwohnern eine dünn besiedelte Region.

Die Kultur der Griechen und Römer prägt das Languedoc-Roussillon bis in die Gegenwart: sie brachten Olivenbaum und Weinrebe mit. Eine bewegte Geschichte hat diese Landschaft zu bieten, die sowohl für den Kultur- als auch für den Naturfreund mehr als nur eine Reise wert sein sollte.

Der neu erschienene Band LANGUEDOC-ROUSSILLON aus der Reihe Dumont richtig reisen bringt dem Leser das Gebiet zwischen Pyrenäen und dem Zentralmassiv, zwischen Mittelmeer und Toulose auf unterhaltsame und informative Weise nahe. Er ist ein praktisches Handbuch für alle, die ihre Reise selbst planen und individuell gestalten wollen und bietet darüber hinaus spannende Einblicke in das Alltagsleben. Alle Reiseinformationen, Adressen und Tipps wurden vom Autor Klaus Simon persönlich ausgewählt, bewertet und kommentiert. Detaillierte Citypläne und Routenkarten sowie ein Reiseatlas am Ende des Buches ermöglichen eine perfekte Orientierung vor Ort.

Gerade jetzt im Spätsommer und auch noch im Herbst, bis zum Eintreffen des kalten Mistralwindes, über den sich nur die Winzer freuen, da er Regen und Schädlinge verscheucht, ist das Languedoc-Roussillo eine Reise wert, die Temperaturen sind nicht mehr ganz so hoch und das Licht oft berauschend. Alles leuchtet gold-gelb, und in den Cevennen kann man in den Laubwäldern einen fantastischen Indian Summer erleben. Auch das Mittelmeer hat jetzt seine wärmsten Temperaturen erreicht und lädt bis Oktober zum Baden ein…

Der Sonnenofen in Odello. Im Brennpunkt des 40 Meter hohen und 2000 m2 großen Parabolspiegels werden Temperaturen von bis zu 3500 °C erreicht. (Foto: A. W. Bechlenberg)

Kaum ein Reiseführer verfügt über ein derart langes Inhaltsverzeichnis, das bis zu acht Seiten umfassen kann. Da wird schnell klar, dass hier Wert gelegt wird auf eine facettenreiche und detaillierte Darstellung des Reiseziels. So ist DuMont Richtig Reisen geradezu ideal für eine intensive Reisevor- und nachbereitung. Er eignet sich freilich auch für die Reise selbst, wenngleich die längeren Lesestücke nichts für Leser sind, die schnelle Infohäppchen suchen. Dafür werden spannende und fundierte Einblicke in den Alltag, die Atmosphäre und die Besonderheiten von Land und Leuten serviert. Das geschieht unter anderem anhand der vielen ein- bis fünfseitigen Themen-Features, die einen bestimmten Aspekt ganz besonders unter die Lupe nehmen. Nichtsdestotrotz kommen auch Serviceteil und praktische Informationen nicht zu kurz. Zahlreiche Restaurants und Hotels werden ebenfalls etwas näher beschrieben. Für einen guten Überblick sorgt ferner die enge Verzahnung der nummerierten Sehenswürdigkeiten mit den eingestreuten Stadt- und Regionalkarten.

Was DuMont Richtig Reisen auszeichnet:

  • Hintergrundinformationen
  • ausführliche Hotel- und Restaurantbeschreibungen
  • lange Lesestücke zu bestimmten Themen
  • besondere Autoren-Tipps
  • großer Geschichtsteil
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