AFFÄREN À LA CARTE

PROKINO bringt mit AFFÄREN À LA CARTE (Originaltitel: Le Code a changé) ein Dinner voller Überraschungen in die deutschen Kinos!

Wer mit wem? Für immer und ewig oder doch nur für eine Nacht?

Ein Dinner im Freundeskreis. Man macht sich schick, lacht, erzählt sich Anekdoten, gibt an, teilt Erinnerungen und Pläne. Ängste werden mit Witzen überspielt. Kummer und Schmerz gehen in Lachsalven unter. Und für ein paar Stunden macht man sich vor, dazuzugehören. Wenn man die richtigen Gesellschaftscodes kennt, die anderen Gäste – ihre Herzlichkeit, Scheinheiligkeit und gute Laune – respektiert, stehen die Chance gar nicht schlecht, dass es ein netter Abend wird. Allerdings nur bis zum Heimweg, denn dann fallen die Masken schnell…

AFFÄREN À LA CARTE ist eine bittersüße und manchmal durchaus bissige Gesellschaftskomödie, die voll ins Schwarze trifft. Augenzwinkernd, witzig und melancholisch, auch mal ein bisschen redselig und sehr verliebt – wie die Liebe, die Menschen und das Leben. Und beim letzten Gang wird spätestens klar: manchmal führt nur eine Planänderung zum großen Glück…

Absolut prominent besetzt mit dem Who-is-Who des modernen französischen Kinos: Patrick Bruel (“Geheime Staatsaffären”), Emmanuelle Seigner (“Schmetterling und Taucherglocke”), Patrick Chesnais (“Schmetterling und Taucherglocke”), Pierre Arditi (“Herzen”), Laurent Stocker (“Zusammen ist man weniger allein”) und Karin Viard (“So ist Paris”) geben sich einen herzhaften Schlagabtausch.

Aber allen voran beweist ein Multitalent erneut sein komödiantisches Können: Nach dem überwältigenden Erfolg von “Willkommen bei den Sch’tis” ist AFFÄREN À LA CARTE der neue Film mit dem wunderbar wandlungsfähigen Stand-up-Comedian Dany Boon!

INTERVIEW MIT DANIÈLE THOMPSON UND CHRISTOPHER THOMPSON

Danièle Thompson (Regie und Drehbuch) und Christopher Thompson ("Lucas" und Drehbuch) © 2009 PROKINO Filmverleih GmbH

Danièle Thompson (Regie und Drehbuch) und Christopher Thompson ("Lucas" und Drehbuch) © 2009 PROKINO Filmverleih GmbH

Was war der Ausgangspunkt für AFFÄREN À LA CARTE?

Christopher Thompson: Diese Idee, was macht man alles, um die äußere Fassade bei einer Dinnerparty aufrecht zu erhalten, dieses Flüchten in Höflichkeitsrituale, die uns vordergründig Halt geben.

Danièle Thompson: Wir wollten zeigen, wie wir unsere wahren Gefühle verbergen müssen, unsere ständigen Ängste, unsere Traurigkeit. Das trifft auf alle Figuren zu, vor allem auf ML (Karin Viard), der es wunderbar zu gehen scheint und die ein Jahr später gesteht, dass sie sich ziemlich mies fühlte an dem Abend.

Christopher Thompson: Ausgangspunkt war die Vorstellung, was passiert eigentlich wirklich an so einem Abend, an dem man gemütlich mit Freunden zusammen sitzt. Jeder kommt mit seinem psychologischen Päckchen an und stellt es in die Ecke, um die Form zu wahren und das Ganze erträglich zu machen. Und am Ende glaubt man sogar an dieses Sammelsurium aus Schein und Sein.

Danièle Thompson: Bezeichnend ist die Szene, in der Juliette (Marina Hands) sagt, “eine Dinnerparty wo niemand wirklich etwas zum anderen sagt, ist schrecklich. Eine Dinnerparty, wo alle ihr Innerstes nach Außen kehren, ist die Hölle”. Wir mussten ein Gleichgewicht finden zwischen den beiden Extremen und gleichzeitig erzählen, was die Protagonisten in ihrem Leben beruflich, persönlich oder auf der Gefühls- und Freundschaftsebene so treiben, auch mussten wir aufdecken, was sie voneinander denken und sagen. Während dieses Dinners brechen einige Probleme auf, beginnen Geschichten und Beziehungen. Wir beschäftigen uns mit dem sozialen Leben – mit der Art, wie wir uns darstellen, Scheinheiligkeit und Lügen inklusive, das sind alles Überlebenstechniken. Mit der Wahrheit können wir nicht überleben.

Christopher Thompson: Die Grenze zwischen Höflichkeit und Scheinheiligkeit zu ziehen, die richtige Nuance für den Selbstschutz zu finden, der uns ermöglicht, auch mit anderen Menschen zu kommunizieren, ist keine leichte Übung.

Sie verfolgen einen bestimmten Stil beim Schreiben, wie würden Sie ihn definieren?

Danièle Thompson: Wir möchten den Zuschauer in einen Zustand zwischen Lachen und Emotionalität bringen. Das ist eigentlich näher an der italienischen oder englischen Sprache, Franzosen inszenieren meistens entweder Komödien oder Tragödien. Wir wählen den Stil nicht im Vorfeld aus, sondern entdecken ihn im Verlauf unserer Arbeit.

Christopher Thompson: Unser Ziel war es, einen sehr persönlichen Film zu realisieren in der Hoffnung, dass er die Zuschauer emotional packt.

Danièle Thompson: Ich bin relativ spät zur Regie gekommen. Nach dem ich mit Regisseuren wie meinem Vater Gérard Oury, Patrice Chéreau und Claude Pinoteau gearbeitet habe, fragte sich so mancher, welchem Genre ich mich wohl zuwenden würde. Tragödien? Komödien? Die Antwort gab ich mit “La Buche” – angesiedelt irgendwo zwischen Komödie und Melancholie. Seitdem verbinden diese beiden Komponenten alle meine Filme, sie gehören meiner Meinung nach zum Leben. Ich bin eine fröhliche Frau, lache gerne laut darauf los, während ich im nächsten Moment innerlich in tausend Stücke zerbreche.

Christopher Thompson: Der abrupte Wechsel von ausgelassenem Lachen ins tiefe Gefühl innerhalb einer Minute ist Bestandteil unserer Existenz, aber ziemlich knifflig, in einen Film zu übertragen.

Danièle Thompson: Ich mag etwas Ernsthaftigkeit unter der Oberfläche des Lachens. Auch wenn ich totale Verzweiflung verstehe, kann ich damit wenig als Regisseurin anfangen.

Christopher Thompson: Du bist mehr auf die alltäglichen Katastrophen des Lebens ausgerichtet. Und der ständig mit Krankheit und Tod konfrontierte Onkologe Alain (Patrick Bruel) ist die geschwätzigste Person, er erzählt während des Dinners ständig Anekdoten, während ihn innerlich all das Elend zermürbt.

War das Drehbuch von der Anzahl der Charaktere, dem fragmentarischen Aufbau und den verschiedenen kleinen Geschichten her schwieriger zu schreiben als die Drehbücher zu Ihren vorherigen Filmen?

Christopher Thompson: Wir beginnen immer wieder bei Null. Hier lag die Schwierigkeit darin, sich zu überlegen, was vorher, während und nach der Dinnerparty passierte. Das inspirierte uns zur Fragmentierung der Handlung und der ihr eigenen narrativen Form. Unsere Filme konzentrieren sich immer auf einen klar definierten Ort und klar definierte Zeit.

Danièle Thompson: Es ist schwierig, immer wieder den Faden aufzugreifen über ein Jahr hinweg. Ich erinnere mich an einen Tag, als wir beide wie vor einer Wand standen. Es erschien uns unmöglich, dass die Figuren eine Stunde nur um den Tisch herumsitzen sollten. Wir wollten aus dem Haus heraus und ihnen in ihr Leben und ihre Welt folgen, sie sollten eigenständige Persönlichkeiten sein. Das brachte uns auf die Idee, dass die Gastgeberin ML ein Jahr später die gleiche Runde noch einmal zu einem Dinner versammeln will.

Christopher Thompson: An diesem einen Abend kristallisiert sich heraus, welche Beziehungen ihren Anfang nehmen und welche nicht. Was passiert ihnen ein Jahr später? Das eröffnet auch die Möglichkeit über die vergangene Zeit zu sprechen…

Danièle Thompson: … mit all den Änderungen und all den Ereignissen, die innerhalb eines Jahres passieren können: Geburt, Tod, Arbeitslosigkeit, Trennung, Begegnung mit einem neuen Menschen…

Christopher Thompson: Durch die Wendungen, die das Leben unserer Figuren nimmt, wollten wir zeigen, dass es oft nur den Bruchteil einer Sekunde bedarf – sei es ein Treffen, ein Unglück oder eine Entscheidung – die in dem Moment nicht viel für uns zählt, die aber später unser Leben beeinflusst, zum Guten wie zum Schlechten.

Wussten Sie von Anfang an, dass Sie es mit elf Hauptfiguren zu tun haben?

Christopher Thompson: Das ergab sich erst beim Schreiben. Es war wie bei einer ganz normalen Dinnerparty – die Gäste kommen nicht alle zur gleichen Zeit.

Danièle Thompson: Wir wollten eine Gruppe von Freunden…

Christopher Thompson: … mit einem zentralen Kern und einigen sie umkreisenden Figuren.

Danièle Thompson: Und auf keinen Fall ein Dinner mit Friede, Freude, Eierkuchen. Da gibt es diejenigen, die eingeladen waren und nicht kommen, andere, die man nicht erwartet hat. Die Gastgeber gehen durch eine Krise, ML hat gerade ihre Mutter verloren und Piotr seinen Job. Sie weihen ihre neue Küche ein. Wir haben lange gebraucht, um uns zu überlegen, wen sie einladen. Da sind ihre nahen Freunde, das Ärzteehepaar, dann das Paar, das im Prinzip die anderen nicht kennt und trotzdem kommt und diejenigen, die erst in letzter Minute eingeladen wurden, wie die Flamencolehrerin. Alle haben ihre speziellen Ausdrucksweisen und typischen Sprachelemente, die man einsetzen muss, um Authentizität der Figuren zu erreichen.

Im Verlauf der Handlung spüren Sie Schwächen auf, Verrat, Feigheit, die innere Zwiespältigkeit. Wir können diese Menschen in einem Moment hassen und im nächsten lieben, aber am Ende bewerten wir ihr Verhalten nicht…

Christopher Thompson: Wir mögen es einfach, Geschichten mit Figuren zu erzählen, mit denen sich die Leute identifizieren und in denen sie mehr oder minder etwas von sich selbst wieder erkennen können.

Danièle Thompson: Ich habe einem Freund erzählt, dass unsere Filme von Lügen handeln und er meinte, aber mit Versöhnung. Ich freue mich, wenn der Zuschauer  mit einem guten Gefühl aus dem Kino kommt, selbst wenn nicht alle Geschichten unbedingt ein Happy End haben müssen.

Christopher Thompson: Selbst ohne Happy End beenden wir die Geschichte an einem Punkt, wo die Ereignisse eine positive Wendung nehmen.

Danièle Thompson: Genau. Am Ende hoffen wir, dass die Sache für ML und Piotr gut ausgeht, aber wir enthalten uns eines Urteils. Ich fand es einfach toll, dass diese auf Scheidungen spezialisierte Anwältin nicht kapiert, wie schlecht es um ihre eigene Ehe steht. Und wenn diese Ehe gerettet wird, dann nur aufgrund von Lügen oder Verschweigen der Wahrheit.

Die beiden älteren Männer betrachten die jüngere Generation mit einer Portion Zynismus…

Danièle Thompson: Das war schon immer so. Das ist eine Art von Staunen über die nachfolgende Generation.

Eine tolle Szene, wie die beiden Oldies zusammen tanzen.

Danièle Thompson: Ich war ziemlich nervös, weil diese Szene wirklich komisch sein sollte. Es hing alles davon ab, wie die beiden sich beim Tanzen ergänzten. Ich fand es immer schon witzig zu sehen, dass wir unsere Bewegungen als 15Jährige das ganze Leben beibehalten. Das erste Mal als Pierre und Patrick ins Haus kamen, haben wir Musik aufgelegt und sie begannen, sich vor uns im Rhythmus zu bewegen. Und wie ich gehofft hatte, tanzten sie wie auf ihrer ersten Party. Ich war begeistert.

Christopher Thompson: Die Beziehung zwischen den beiden entstand schnell durch ihre ähnliche Vergangenheit und ihre gemeinsamen Bezugspunkte. Dieser Tanz zementiert die Buddy-Freundschaft wie eine Rache gegenüber den Jüngeren, die sich im Raum nebenan amüsierten.

Die Besetzung ist fantastisch. Hatten Sie bestimmte Schauspieler schon beim Schreiben vor Augen?

Danièle Thompson: Keiner derjenigen, an die wir mal angedacht hatten, spielt im Film mit. Der Castingprozess ist ein Alptraum, man muss zwei Sachen hinkriegen, ein Gleichgewicht und ein Ungleichgewicht. Da gibt es diejenigen, die man unbedingt will und die keine Zeit haben oder keine Lust. Dann sind da andere, die würden sich um die Rollen reißen, aber wir wollen sie nicht. Und dann ist da dieser spannende Zeitabschnitt, in dem man die Gruppe nach und nach zusammensetzt. Man muss sich dem diffizilen Prozedere ganz vorsichtig annähern.

Christopher Thompson: Die eine Kombination funktioniert, die andere nicht.

Danièle Thompson: Ich mag Schauspieler nicht überreden und ich bin auch nicht interessiert an Leuten, die nicht mit mir arbeiten wollen. Dany Boon hat mich sofort zurückgerufen, noch vor dem Start von “Willkommen bei den Sch’tis”. Bei Marina Foïs, Patrick Bruel, Karin Viard und den andern ging es ähnlich schnell.

Und wie war es mit Christopher?

Danièle Thompson: Mit ihm ist es etwas anderes. Jedes Mal plagt uns beide die Schüchternheit. Diesmal, und das mag seltsam scheinen, dachten wir am Ende des Drehbuchschreibens bei der Rolle des Lucas nur an ihn.

Christopher Thompson: Es stimmt, wir haben vorher nicht darüber diskutiert. Mir gefiel die Vorstellung, diesen ziemlich arroganten und unangenehmen Typen darzustellen. So eine Rolle war neu für mich. Es reizte mich auch, ihn am Ende mit seinen Eigenarten etwas sympathischer erscheinen zu lassen und ein Stück verborgene Menschlichkeit bei ihm auszugraben.

AFFÄREN À LA CARTE ist ihr vierter gemeinsamer Film. Hat sich Ihre Arbeit im Lauf der Zeit weiter entwickelt?

Christopher Thompson: Wir haben definitiv unsere Zusammenarbeit seit “La Buche” vor zehn Jahren verändert. Wir sind noch die Gleichen, aber nicht länger dieselben…

Danièle Thompson: Er ist reifer geworden und ich älter…

Danièle Thompson: Es ist sehr selten, dass man über Monate mit einem Familienmitglied an einem Tisch zusammenhockt und fünf oder sechs Stunden am Tag über das Leben diskutiert. Aber das war mit meinem Vater so und ist jetzt mit meinem Sohn so. Am Anfang schien mir diese partnerschaftliche Arbeit, die ich heute für selbstverständlich halte, sehr mysteriös. Wir wussten nicht, ob es funktionieren und was es uns bringen würde. Jetzt, nachdem es so gut klappt, müssen wir darauf achten, die Lust zu behalten und nicht in Routine abzudriften.

Christopher Thompson: Wir müssen uns immer wieder selbst in Frage stellen, uns überlegen, sollen wir weiter machen, haben wir noch genug zu sagen. Es darf keine Selbstverständlichkeit oder gar Automatik ins Spiel kommen. Man muss die Wahlmöglichkeit haben.

Auffallend ist die Farbkonzentration in allen Bereichen von AFFÄREN À LA CARTE.

Danièle Thompson: In den meisten zeitgenössischen Filmen macht man sich kaum klar, worauf man alles achten muss bei der Kamera, dem Produktions-Design und den Kostümen. Ich wollte einen Film mit leuchtenden und fröhlichen Farben. Es ist der erste Sommertag und selbst bei den Nachtszenen schwebte mir Farbenpracht vor. Wir haben bei den Kostümen eng mit Catherine Leterrier zusammen gearbeitet, sie sollten nicht nur die Persönlichkeit jeder einzelnen Figur unterstreichen, sondern auch die Entwicklung zwischen den beiden Zeitsträngen. Die Figuren mussten ihren Stil behalten, aber trotzdem sollte der Zuschauer fühlen, dass sie nicht mehr die alten waren. Es ist schwierig über das Set-Design zu reden, man sollte die Sets eben nicht als solche erkennen, zwischen Originalschauplätze und Studiobauten sollte niemand den Unterschied merken.

AFFÄREN À LA CARTE ist ihr zweite Zusammenarbeit mit Nicola Piovani…

Danièle Thompson: Ein großer Musiker, er kann einen Sound fröhlich und gleichzeitig melancholisch komponieren. Nicola Piovani war angetan von der Aufgabe, mit der italienischen Musik zu beginnen und dann mehr ins spanische zu gehen. Unsere Zusammenarbeit bei “Ein perfekter Platz” bereitete uns schon ein Riesenvergnügen, da war der Score allerdings wegen schon existierender Songs weniger bedeutend als in AFFÄREN À LA CARTE.

Verraten Sie uns das Geheimnis einer erfolgreichen Dinnerparty?

Danièle Thompson: Es ist wie bei einem Film, man muss anschließend das Gefühl spüren, eine wunderbare Zeit verbracht zu haben.

Christopher Thompson: Und man sollte sich nachher besser fühlen als vorher.

Danièle Thompson: Und sich wünschen, beim nächsten Dinner oder Film wieder dabei zu sein.

Sarah (Emmanuelle Seigner) und ihr (Noch-)Mann Lucas (Christopher Thompson) © 2009 PROKINO Filmverleih GmbH

Sarah (Emmanuelle Seigner) und ihr (Noch-)Mann Lucas (Christopher Thompson) © 2009 PROKINO Filmverleih GmbH

CHRISTOPHER THOMPSON (Lucas, Ko-Autor)

Christopher Thompson, Sohn von Danièle Thompson und Enkel des legendären Schauspielers, Drehbuchautors und Regisseurs Gérard Oury, wurde 1969 in England geboren. Wie seine Mutter und sein Großvater verfiel er der Faszination des Kinos, ist bekannt als Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent. Gemeinsam mit seiner Mutter schrieb er die vier Drehbücher zu “La Bûche” (1999), “Jet Lag – Oder wo die Liebe hinfliegt” (2002), “Ein perfekter Platz” (2006) und AFFÄREN À LA CARTE (2009)

DANIÈLE THOMPSON (Regie, Drehbuch)

Danièle Thompson, Tochter des Schauspielers, Drehbuchautors und Regisseurs Gérard Oury und der Schauspielerin Jacqueline Roman, wurde 1942 in Monaco geboren. Ihr Vater ermunterte sie zum Schreiben, gemeinsam verfassten sie das Drehbuch zu dem Erfolgsfilm “Drei Bruchpiloten in Paris” (La grande Vadrouille, 1966), insgesamt arbeiteten sie zehn Mal erfolgreich zusammen u.a. bei “Das Superhirn” (Le cerveau, 1968), “Die Abenteuer des Rabbi Jakob” (1974), “Der Regenschirmmörder” (Le coup du Parapluie, 1979) und “Geheimauftrag Erdbeer Vanille” (Vanille Fraise, 1988). Das mit Charles Tacchella gemeinsam geschriebene Drehbuch zu “Cousin, Cousine” (1975) erhielt eine Oscar-Nominierung. Neben leichten Komödien wie “La Boum – Die Fete” und “La Boum 2 – Die Fete geht weiter” (1980, 1982) bewies Thompson auch ihre Stärke für sehr anspruchsvolle Filme, so war sie Ko-Autorin bei Patrice Chéreaus “Wer mich liebt, nimmt den Zug” (1996) und “Die Bartholomäusnacht” (1993). Ihr bevorzugtes Thema ist die Familie mit ihren Stärken und Schwächen. Sie schreibt Filme, die sie auch als Zuschauerin mögen würde und will Optimismus verbreiten, nicht deprimierende Aussagen am Ende stehen haben und beobachtet bis ins kleinste Detail das Verhalten einer bestimmten Bourgeoisie. Eines hat ihr Vater sie gelehrt, ihre Aufmerksamkeit den Schauspielern zu schenken. Und deshalb ist Danièle Thompson bei ihren Darstellern auch so beliebt. 1999 wechselte sie erstmals mit “La Bûche” ins Regiefach. AFFÄREN À LA CARTE ist ihr vierter Film als Regisseurin, bei allen vier Filmen fungierte ihr Sohn Christopher Thompson als Ko-Autor.

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