Südfrankreich, 12.00 Uhr mittags. Erfreut entdeckt der Reisende ein kleines Restaurant, hier kehrt er hungrig ein. Auf der Karte entdeckt er etwas Vertrautes: Ein Tagesmenü mit “Boeuf” als Hauptgang. Boeuf, das kennt er, das ist Rind. Da kann man nichts falsch machen. So bestellt er, und wenig später, die Vorspeise war vorzüglich, kommt der Teller, eine mächtige Scheibe Fleisch liegt darauf, überzogen mit einer hellen Sauce. Der Reisende nimmt das Besteck, ein erster Schnitt ins Fleisch. Oh, ist das aber weich…und wie sieht denn das aus im Schnitt…das erinnert ja total an…GEHIRN!
In der Tat. Cervelle de Boeuf. Eine schöne Überraschung, zumindest wenn man derartige Delikatessen nicht zu schätzen weiß. Hätte der Reisende doch nur die Karte zu lesen verstanden…
Selbst wenn man sich in einem bestimmten fremden Land besonders gut auskennt, zum Beispiel weil man dort seit Jahren seinen Urlaub macht, ist es doch kaum möglich, alle kulinarischen Begriffe des Landes zu beherrschen. Vor allem regionale Spezialitäten kann man nicht alle kennen. Was mag Waterzooi sein? Was Tablier de Sapeur? Was Cock-A-Leekie? Gut, wenn man es nicht weiß kann man fragen. Dazu muss man aber erst einmal fragen können und dann vor allem die Antwort verstehen. Was nicht so selbstverständlich ist. Lassen Sie sich einmal ohne ausführliche Kenntnisse der Sprache erklären, was Ris de Veau ist. Oder einfach nur etwas wählen, das man kennt? Da entgehen einem garantiert die feinsten regionalen Delikatessen. Die Lösung: einen Ratgeber zu Hilfe nehmen, der einem nahezu jede Küchenfrage beantwortet.
Langescheidts Praxiswörterbuch Internationale Küche ist ein ausgezeichneter Reisebegleiter. Englische, französische, italienische und französische Küchenwörter sind hierin versammelt, insgesamt rund 7000 Fachbegriffe. Die Leitsprache des alphabetischen Sprachregisters ist deutsch. Zusätzlich gibt es für jede der Sprachen eine Auflistung von Spezialitäten und deren Übersetzung ins Deutsche. Zusätzlich werden noch Fachbegriffe aus Österreich und der Schweiz berücksichtigt.
Wer also in England einkehrt und auf der Dessertkarte Syllabub (eine Art Weinschaumcrème) entdeckt muss ebenso wenig davor zurückschrecken wie der Italienreisende, der einen Zampone empfohlen bekommt (es sei denn, man steht nun mal nicht auf gefülltem Schweinefuß). Dann vielleicht lieber Bottarga di muggine (Rogen von Mittelmeeräschen) oder eine Ribollita (eine dicke Gemüsesuppe)…
Vollständig kann ein solches Wörterbuch nicht sein, so fehlen, wie eine zufällige Stichwortsuche zeigt, zum Beispiel Crème Brûlée, Kouglof, Crumble aux pommes , Tartiflette und Busecca und sicher noch viele Begriffe mehr, aber eine große Hilfe stellt der schmale, handliche Band im vertrauten Langescheidtgelb auf jeden Fall dar. Damit das Hirn nicht auf dem Teller landet.
(awb)


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