Ingersoll ist eine alte Uhrenmarke, gegründet 1881 in den USA von den Brüdern Robert und Charles Ingersoll. Auch heute noch sind im Handel und vor allem bei eBay mechanische Ingersolluhren erhältlich, und gerne wird in der Werbung auf die lange, traditionsreiche Geschichte der Marke hingewiesen (Zitat: “Seit 1892 fertigt die älteste US-Amerikanische Manufaktur wertvolle Sammlerstücke in hervorragender Qualität zu kleinen Preisen.”). Verschwiegen wird dabei aber, dass Uhren dieser Marke längst aus chinesischer Produktion stammen. Die Namensrechte liegen bei einer Firma in England. Somit haben die heutigen Ingersolluhren nur noch den Namen mit dem alten amerikanischen Unternehmen (aus dem in den 1950er Jahren die Marke Timex entstand) gemeinsam, ansonsten sind es asiatische Billigprodukte.
Ingersoll ist eine von weit über 300 Marken, die im brandneuen Uhrenmarkenlexikon von Michael Ph. Horlbecks zu finden ist. Und dieses nützliche Buch enthält natürlich überwiegend Artikel über hochwertige Uhren.
Sammler alter Uhren stehen nicht selten vor dem Problem, dass sie eine Armbanduhr in den Händen halten und den Namen auf dem Ziffernblatt nicht zuordnen können. Die Markennamen alter Uhrenfirmen sind oft mittlerweile in der Versenkung verschwunden, selbst die gängige Literatur bietet keine Anhaltspunkte. Diesem Manko soll nun mit dem “Lexikon der Uhrenmarken” Abhilfe geschaffen werden. In akribischer Recherchearbeit hat der bekannte Uhrenspezialist Michael Philip Horlbeck das kaum durchdringliche Dickicht bekannter und weniger bekannter Uhrenmarken aus den letzten zwei Jahrhunderten durchforstet und geordnet. Herausgekommen ist ein opulentes Nachschlagewerk, das ca. 450 Uhrenfirmen bzw. -marken von Audemar Piguet bis Zenith porträtiert und jeweils die Geschichte sowie die bekanntesten Produkte der Marke vorstellt.
Wenn man bedenkt, dass es in den sechziger Jahren allein in der Schweiz über 2000 Firmen gab, die mit der Produktion von Uhren zu tun hatten, so wird schnell klar, dass es ganz strenge Kriterien geben musste, um dieses Lexikon aufzustellen:
- Die Marke muss seit mindestens 1980 aktiv sein
- Ihre Existenz muss nachweisbar sein
- Es muss eine Firma mit Substanz sein
- Die Geschichte muss glaubwürdig sein
- Die Uhren der Marke müssen einen Schweizer Ankergang besitzen
- Sie darf kein Private Label sein
- Es darf keine Neugründung sein, bei der lediglich ein alter Name verwendet wurde
Das Lexikon stellt also einen strukturierten Überblick über die Welt der Uhrenmarken und -hersteller dar. Mit gut 450 verzeichneten Marken bietet es eine wahre Fundgrube von Informationen, die jeden Uhrenfreund begeistern wird.
Bibliographie:
Lexikon der Uhrenmarken
von Michael Philip Horlbeck
304 Seiten, zahlreiche s/w-Abbildungen
175 x 245 mm, gebunden,
29,90 €,
ISBN-Nr.: 978-3-86852-022-4


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