Ringer kennen den griechisch-römischen Kampfstil, bei dem nur Griffe oberhalb der Gürtellinie erlaubt sind. Italien und Griechenland liegen beide am Mittelmeer, es gibt einen regelmässigen Fährverkehr zwischen Ancona und Patras, sie sind also Nachbarländer: “Ein Schiff wird kommen, und es bringt mir den einen …” Welchen einen, weiss keiner, aber leider bringt das Schiff keinen Koch und kein Essen. Unterschiedlicher als zwischen den Römern und den Hellenen kann Küche nicht sein. Daher ein paar Worte unter der Gürtellinie.
Gut, die sollen ja steinalt werden, in Griechenland, angeblich wegen der Ernährung. Biblisch alt geradezu. Auf jeden Fall sehen sie alt aus, sehr alt, wahrscheinlich auch wegen der Ernährung, denn wenn Griechen was nicht können, ist es kochen. Sie machen immer so einen bedrückten Eindruck, schon am frühen Morgen, wenn man einem von ihnen begegnet, vielleicht, weil sie morgens arglos aufwachen, guter Dinge, bis ihnen plötzlich wieder einfällt, dass sie Griechen sind, und das mit ziemlicher Sicherheit bis in die späten Stunden hinein. Würde mir auch den Tag versauen. Ein Bild des Jammas, wie sie da missvergnügten Blickes kalimeren, kalisperen und kalinichten.
Schon gleich morgens – Frühstück kann man das ja wohl kaum nennen – dieser griechische Kaffee: Die Fangopackung in der Espressotasse. Erkläre mir einer mal den Unterschied zu Heilerde! Die Türken nennen ihn nicht zu Unrecht Übelschlück. Okay, Heilerde ist gesund – und es gibt sie seit einigen Jahren als Kapseln. Würde sich für griechischen Kaffee auch anbieten – warum nicht gleich als Zäpfchen?
Was Positives? Na gut. Griechisches Essen kann schwimmen. In Fett. Fett ist die eine Komponente. Die andere ist natürlich Knoblauch. Soll angeblich alt machen – aber wofür? Um die Quälerei zu verlängern? Egal ob Zimtziege oder Unschuldslamm, immer ist das Gericht mit Knoblauch betäubt. Griechisches Essen ist ganz und gar gar. Moussaka zum Beispiel ist das griechische Wort für Massaker, und das ist noch ein viel zu milder Ausdruck für die Grausamkeiten, die sie Kartoffeln, Auberginen und Hackfleisch angedeihen lassen. Die Garzeiten, und wahrscheinlich sind sie stolz drauf, reichen bis in die Antike zurück. Trotzdem servieren sie lauwarm. Die Griechen, hartgesotten, schmoren, sieden oder schmurgeln jedes Nahrungsmittel, bis jegliches Lebenszeichen darin erloschen ist. Gefangene werden keine gemacht, etwaige Überlebende aufgespiesst. Pita, Feta, bitte lieber späta! Ich hab mal Urlaub auf Tofu gemacht, ich weiss, wovon ich rede.
Vom Wein nehmen sie nur die Blätter. Dass man aus den Reben auch sonst schöne Dinge gewinnen kann, scheint sich bis nach Hellas noch nicht herumgesprochen zu haben. Im Gegensatz zum Italiener gewinnen sie ihren Wein aus Baumharz. Um den Magen, damit er nicht Amok läuft, ins künstliche Koma zu kriegen, wird Ouzo drauf geschüttet. Was glauben Sie, warum der Ouzo seit einiger Zeit vor dem Essen serviert wird? Zur örtlichen Betäubung! Und wissen Sie, warum sich in griechischen Restaurants keine Topfpflanzen halten? Weil die Gäste da ihren Ouzo reinkippen.
Streng genommen gibt es so was wie eine eigenständige griechische Küche gar nicht, haben ihnen alles die Osmanen reingezwängt. Darf man natürlich nicht laut sagen. Oder wenn, empfiehlt es sich, einen Tisch nahe der Tür gewählt zu haben. Kadiorexi heisst auf griechisch anscheinend Guten Appetit. Ich kann mir nicht helfen, für mich klingt das nach einer ernsthaften Krankheit. Mal ehrlich, lohnt es sich, für so einen Frass alt zu werden? Kein Wunder also, dass die alle so bedrückt rumlaufen. Kann ich bitte was anderes zu essen griechen?
Kalidingsda! Porca miseria!


RSS
Lade...