Hitze – das sind die Abenteuer eines Amateurs als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling.
Bill Buford kündigte seinen Job als Literaturchef des berühmten Magazins The New Yorker, um ein Jahr lang in der Küche des Sterne-Restaurants Babbo Töpfe und Pfannen zu schrubben und vor allem: kochen zu lernen. Am Ende hatte er vor allem eins begriffen: Gutes Essen fängt bei den Zutaten an. Und so beginnt eine obsessive Expedition durch Meisterküchen, die bei einem Metzger in Italien endet.
Als Buford im Frühjahr 2008 sein Buch in Deutschland präsentierte, da tat er das in einer schwäbischen Kleingemeinde, Kirchentellinsfurt. Schwäbisch? Da gibt es doch jemanden…. richtig, wo Schwaben ist, da ist Vincent Klink nicht weit. Zumal er ein Bruder im Geiste von Bill Buford ist, der wie Klink das Hohe Lied der regional geprägten Küche singt. Und so gab es denn an diesem Abend Wildschweinpastete mit Apfel-Sellerie-Salat, Kutteln vom Alblamm und geschmorte Bäckchen vom schwäbisch-hällischen Spanferkel.
Buford lernte 2002 den US-Spitzenkoch Mario Batali kennen, und das hatte weit reichende Folgen. In Batalis Restaurant “Babbo” lernt er die höllische Hitze am Grillposten kennen, muss seine Unfähigkeit beim Karottenschneiden einsehen (um auf ein dutzend wohlgeratener Möhrenstücke zu kommen lässt er hunderte misslungene im Mund verschwinden) , und er lernt Teller anzurichten und Teller anzurichten und Teller anzurichten. Wie es sein muss fließt bei der ersten Ente schon Blut (und zwar das von Buford) und (oder aber?) immer mehr gerät der Autor in die Faszination, die eine hochklassige Küche zu bieten hat.
Zwei Jahre lang zieht Buford anschließend in die Welt hinaus, genauer gesagt nach Italien, wo er beglückende Begegnungen mit den einfachen Dingen der Küche erlebt, mit Polenta und Pasta und Rosmarin und Majoran. Er lernt einen Dante zitierenden Metzger kennen und bei diesem alles über Fleischverarbeitung. Zurück an seinem Platz beim New Yorker betätigt er sich fortan als Küchenkritiker, mit der Aufgabe, den Lesern und Essern mehr Küchenbewusstsein beizubringen. Das tut auch Vincent Klink unablässig, er, der vor allem den großen Lebensmittelkonzernen nicht nur nicht traut, sondern sie an den Pranger stellt, wohin sie aus unzähligen Gründen gehören. Klink ist sogar so konsequent, dass er kein San Pellegrino Wasser in seiner Wielandshöhe anbietet, da die Marke zum Nestlé Konzern gehört. Dies ist ein schwerer Kampf, haben doch heutzutage viele das Schmecken und genießen längst verlernt.
Wiglaf Droste, dessen Hörbücher, zu nennen sind zum Beispiel die beiden Kinky Friedman Stories “Lone Star” und “Greenwich Village Killing Time”, “Das große Umlegen” (mit Katharina Thalbach) sowie “Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung” (zusammen mit Harry Rowohlt) allesamt Ohrennahrung vom feinsten sind, macht Bill Bufords Küchenerfahrungen in seiner Lesung zum satirischen Gaumenschmaus, zum humorvoll-geistreichen Schmankerl. Vorsicht, nicht während des Zwiebelschneidens hören – Sie müssen sonst lachen, bis Ihnen die Tränen kommen!
Die 4 CD Kassette erscheint am 23. Mai, dauert 245 amüsante Minuten und ist für wohlfeile 19,90 im Handel erhältlich.


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