Neue CDs mit Biss

The Eric Ineke Jazzxpress: Xpressions in Time

Eine sympathische, grundsolide Platte, Bop, wie ihn die Liebhaber schätzen. Kaum zu glauben, dass dieses Album erst 2009 veröffentlicht wurde, so authentisch klingen die holländischen Musiker nach vergangenen Zeiten. Schon das erste Stück BOPPA gibt die Richtung vor, und man könnte beim Zuhören denken, hier habe man eine Aufnahme aus den 1960er Jahren auf dem Teller. Dabei handelt es sich nicht nur, wie schon erwähnt, um einen Mitschnitt von heute, auch die Kompostion selber stammt vom Bassisten des Jazzxpress, Marius Beets, also von heute.

Eric Ineke, der der Gruppe den Namen gibt, ist ein alter Hase im Geschäft, auf seinen Drums hat er ziemlich jeden großen Namen der letzten 40 Jahre begleitet. Ob das Chet Baker war, Dexter Gordon, Hank Mobley oder Johnny Griffin – Ineke hatte sie alle. An Virtuosität stehen ihm die übrigen Mitglieder des Jazzxpress in nichts nach, mit dem erst 24jährigen Rik Mol (tp, flh) und Sjoerd Dijkhuizen (ts) hat die Band eine hervorragende Bläsersektion aufzuweisen, Rob van Bavel lässt sein Piano mehr als einmal zur Höchstform auflaufen und Marius Beets spielt den Bass souverän und prägnant. Die 11 Stücke der Platte sind zum Teil Originals der Bandmitglieder, zum anderen Teil Standards wie Round Midnight oder Litha sowie Kompositionen von Wayne Shorter. Schön, dass heute noch solche Musik gemacht wird, nostalgisch im besten Sinne des Wortes.

Kim Sanders: A closer look

Kim Sanders lebt seit langem in Berlin, und zum ersten Mal fiel sie mir auf der DVD A Night in Berlin von Till Brönner auf, aber sie ist schon einige Jahre länger aktiv, zuvor ist sie schon auf zahlreichen Dancefloor Stücken zu hören gewesen. Ihre ausdrucksstarke Stimme ist seit den 1990er Jahren eine feste Größe in zahlreichen Produktionen. Auch für sein vor zwei Jahren erschienenes Christmas Album hat Till Brönner die Sängerin verpflichtet. Nun ist von Kim Sanders das Soloalbum A Closer Look erschienen, mitproduziert von Robert di Gioia, der, wer ahnt es, ebenfalls zum festen Umfeld von Till Brönner gehört.

Auf 14 Stücken kann der Liebhaber von soulbetonter Musik die großartige Stimme von Kim Sanders genießen, mal balladenhaft, mal tanzbar, mal zum chillen geeignet. Kim Sanders ist mit diesem Album eine abwechslungsreiche Platte gelungen, der man viele Zuhörer wünscht. Alle Stücke sind von ihr und den beiden Produzenten komponiert, was ebenfalls auf die Kraft dieser Drei weist, denn, wie man hören kann, braucht man keine Anleihen bei bekannten Kompositionen, um ein rundes, abwechslungsreiches und durch und durch unterhaltsames Album abzuliefern.

Dean Brown, Dennis Chambers, Will Lee: Live at the Cotton Club Tokyo

Dean Brown, Dennis Chambers, Will Lee – das verspricht funky Guitars, mächtige Drums und satten Bass, und genau damit warten die Drei auf diesem Livealbum auf, das im Dezember 2008 in Tokyo mitgeschnitten wurde. Dennis Chambers spielte, um nur einige zu nennen, mit John Scofield, Steely Dan, Santana, Mike Stern, den Brecker Brothers, Gonzalo Rubalcaba, Parliament/Funkadelic und John McLaughlin. Dean Brown, der sich vor allem im Jazzfusion Bereich aufhält, ist seit mehr als 25 Jahren ein gesuchter Gitarrenspieler für Aufnahmen und Touren. Zu erwähnen ist die Zusammenarbeit mit David Sanborn, Marcus Miller, Joe Zawinul, Randy und Michael Brecker, Bill Evans und vor allem Billy Cobham. Und die Zahl derer, mit denen Will Lee schon gespielt hat, würde hier jeden Rahmen sprengen, wahllos seien Bette Midler, The Brecker Brothers, Barry Manilow, Tatsuro Yamashita, Mariah Carey, Carly Simon, George Benson, Bob Mintzer, Steely Dan, Donald Fagen, B.B. King, Cat Stevens, Michael Bolton, Ringo Starr genannt. Wenn diese Drei – Dean Brown, Dennis Chambers, Will Lee – zusammen auf der Bühne stehen, dann kann es gar nicht anders kommen als wie auf diesem Album dokumentiert – mächtige Sounds, virtuoses Spiel und mitreißende Rhythmen. Das ist eine Platte für eine Überlandfahrt mit dem Auto, oder um seine Anlage zu Hause mal wieder so richtig weit aufzudrehen. File under: Funky.

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