Dieser Film liefert schon Gesprächsstoff, ehe man ihn gesehen hat. Zum einen stammt er von Terry Gilliam, dem besessene Psychedeliker unter den Regisseuren, dem es immer wieder gelingt, den Zuschauer in den Bann nie gesehener Bilder und Visionen zu ziehen. Schon seine Trickfilme, die den Folgen von Monty Python’s Flying Circus einen weit über den britischen Humor hinaus gehenden Hauch von Wahnsinn verliehen ließen Gilliams außergewöhnliche visuelle Kraft erkennen. Später entstanden Filme wie Die Ritter der Kokoksnuss, Time Bandits, Brazil, 12 Monkeys und Fear and Loathing in Las Vegas; nicht immer fand Gilliam die Gnade der Kritik, zu überbordend ist oft seine Fantasie und überfordert den Zuschauer. Legion auch die Reihe der von Gilliam projektierten oder begonnenen Filme, die aus unterschiedlichen Gründen nie fertig gestellt wurden, mal legten Produzenten vor Drehbeginn ihr Veto gegen Gilliam ein, mal setzten Naturkatastrophen den Dreharbeiten ein Ende.
Zum zweiten liefert der tragische Tod von Heath Ledger reichlich Gesprächsstoff. Der Schauspieler starb im Januar 2008 während einer kurzen Pausenphase, als das Filmteam von England nach Kanada umzog. Ledger spielte eine der Hauptrollen, und sein plötzlicher Tod bedeutete zwangläufig den Abbruch der Dreharbeiten. Der Fluch, der scheinbar auf Filmen von Terry Gilliam liegt, schien sich wieder einmal zu bewahrheiten.
Dass Das Kabinett des Dr. Parnassus dennoch fertig gestellt wurde und in die Kinos kam ist erstaunlich. Es kann einem Filmprojekt kaum etwas Schlimmeres passieren als der Tod eines Hauptdarstellers. Dass der Film dennoch gerettet wurde und, so makaber es klingt, durch Ledgers Tod eine zusätzliche, im Universum des Terry Gilliam durchaus schlüssige Qualität erhielt, ist Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell zu verdanken, die in den noch nicht abgedrehten Szenen Ledgers Part übernahmen. Dies war dadurch möglich, dass die fehlenden Teile des Films auf einer gemeinsamen Ebene spielen, nämlich hinter dem Spiegel des Parnassischen Kabinett.
Bei aller visuellen Kraft des Films geht darüber die eigentliche Geschichte, die erzählt wird, nicht verloren. In einer seltsamen Mischung aus Heute und Irgendwann Früher zieht ein seltsamer Caravan durch London, darin unterwegs der unsterbliche Dr. Parnassus sowie neben der überirdisch schönen Lily Cole noch Gehilfe Anton und ein etwa 80 cm kleiner Gnom namens Percy, dargestellt von Verne Troyer, auch als Mini-me aus Austin Powers bekannt. Mit wenig Erfolg versucht man eine Show aufzuführen, deren Sinn niemandem so recht klar zu sein scheint, am wenigsten den potenziellen Zuschauern, also den Passanten, verständlich, dass es in der Kasse äußerst mau aussieht. Als man eines Nachts bei der Fahrt durch London einen Gehängten rettet gerät die kleine Truppe gehörig durcheinander, zum einen beweist dieser Tony (Ledger) einen gewissen Geschäftssinn und bringt das Kabinett auf Erfolgsspur, zum anderen sorgt er für reichlich Verwirrung und Unruhe.
Und dann taucht da noch ein geheimisvoller und zwielichtiger Typ auf, dessen üblen Charakter man leicht erkennen kann – er raucht Zigaretten. Es ist der Leibhaftige persönlich, gespielt von Tom Waits mit geradezu diabolischer Nonchalance. Parnassus verdankt seine Unsterblichkeit dem Teufel, er hat dafür einen verhängnisvollen Pakt geschlossen, in dem es um nichts geringeres als um die Seele von Parnassus’ Tochter Valentina geht. Und der Termin für die Abrechnung steht unmittelbar ins Haus…
Laut Terry Gilliam ist Das Kabinett des Dr. Parnassus eine Zusammenfassung all dessen, was er bis heute gemacht hat (“A compendium of everything I’ve done”). In der Tat findet man, kennt man sein filmisches Werk, an allen Ecken Hinweise auf das bisherige Gilliamsche Universum, selbst deutliche Anklänge an alte Monty Python Sketche sind zu finden und lassen zugleich staunen (die gezeichneten Kulissen mancher Szenen) und schmunzeln (ein bizarrer Tanz englischer Bobbies). Man kann sich vorstellen, welche Katastrophe es für Gilliam gewesen wäre, hätte der Film durch Ledgers Tod nicht fertig gestellt werden können. Die Lösung, die in dieser Situation gefunden wurde, ist, wie man sehen kann, alles andere als eine Notlösung.
Wer sich in der psychedelischen Welt des Terry Gilliams schon immer zurecht fand, der wird das Kabinett des Dr. Parnassus mit staunenden Augen über sich hereinbrechen lassen, stellenweise regelrecht überwältigt von den visuellen Effekten, die ein mehrfaches Ansehen empfehlenswert machen. Was nun bequem zuhause möglich ist – Anfang Juli ist der Film, ergänzt um eine zweite DVD mit vielen interessanten Extras, auf DVD und Blue Ray erschienen. Betrachtet man einmal die rund dreißig Bewertungen bei Amazon, die von 1 Punkt für grottenschlecht bis 5 Punkte für genial-fantastisch reichen erkennt man, dass Gilliams Filme polarisieren wie wenige Werke des Films. Für Anhänger leichtverdaulichen Popcornkinos ist Das Kabinett… gewiss nur bedingt geeignet, wer aber bereit ist, sich in eine ganz fremde, bizarre und verwirrende Welt fallen zu lassen, der wird es ganz sicher nicht beim einmaligen Anschauen belassen.
awb
Terry Gilliam
Wenn man an Terry Gilliam denkt, werden viele die schillernde Person des Wahlbriten mit Monty Python in Verbindung bringen, denn in London macht er bei der Fernsehshow „Monty Python’s Flying Circus” das erste Mal als Darsteller sowie Regisseur und damals noch als einziges US-Mitglied (bevor er seinen US-Pass zugunsten der britischen Staatsbürgerschaft abgibt) auf sich aufmerksam. Hier zeigt er sich in der Produktion vor allem für die Animationsfilme verantwortlich und führt 1975 bei dem Spielfilm „Ritter der Kokosnuss” seine erste Co-Regie.
Nach dem Erfolg in der Monty Python-Gruppe und dem Abschluss des größten kommerziellen Monty Python- Erfolgs „Das Leben des Brian” begibt sich Gilliam auf Solopfade, um schließlich 1985 mit „Brazil”, hochkarätig mit den Schauspielern Jonathan Pryce und Robert de Niro besetzt, sein Filmregie- und Drehbuchautor-Debüt anzugehen. Dieses düstere Werk über einen paranoiden Überwachungsstaat beschert ihm neben begeisternden Kritiken eine Oscar®- Nominierung in der Kategorie bestes Drehbuch – ein erster Erfolg.
Der Film wird zum Kult und schafft eine erste Gilliam Fan-Gemeinde. Es folgt für Gilliam mit den Filmen „Die Abenteuer des Baron Münchhausen” und „König der Fischer” die Rückkehr zum Fantasy-Film, wobei „König der Fischer” als Durchbruch und Meilenstein in seine Karriere eingeht und Gilliam den Silbernen Löwen in Venedig einbringt. „12 Monkeys” aus dem Jahr 1995, mit Brat Pitt und Bruce Willis in den Hauptrollen, führt schließlich zum großen internationalen Durchbruch. Bruce Willis nimmt diese Rolle für eine Gage an, die deutlich unter seinen üblichen liegt, um mit Gilliam zusammen dieses Projekt verwirklichen zu können. Die Geschichte selbst spielt im Jahr 2035: Die Erdoberfläche ist entvölkert, nachdem eine Virenkatastrophe 1996 nahezu die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. Nur wenige Überlebende haben in einem Unterweltsystem unter erbärmlichen Umständen Zuflucht gefunden. In der Hoffnung auf ein besseres Leben an der Erdoberfläche wird von Wissenschaftlern beschlossen, einen Boten in das Jahr der Pandemie zurückzuschicken, damit die Katastrophe rückwirkend verhindert werden kann.
Für diese Reise wird der Schwerkriminelle James Cole (Bruce Willis) ausgewählt. Dieser landet, versehentlich ins Jahr 1990 zurückversetzt, aufgrund seiner Aussagen in einer Nervenheilanstalt, in der ihn der vermeintlich verrückte Jeffrey Goines (Brad Pitt) vor den Anschlägen der „Armee der 12 Monkeys” warnt. Als nächstes taucht Cole in einem Schützengraben im Ersten Weltkrieg auf, um schließlich ins Jahr 1996 zu reisen. Hier trifft er auf ein bekanntes Gesicht: Die Psychiaterin Dr. Kathryn Railly (Maeleine Stowe), der er bereits in der Nervenheilanstalt begegnet ist, entpuppt sich als Helferin im Wettlauf mit der Zeit. Terry Gilliam entwirft ein verstörendes und visuell opulentes Zukunftsszenario, das alleine in Deutschland von über zwei Millionen Menschen im Kino verfolgt wird. International ist „12 Monkeys” das bisher erfolgreichste Werk Terry Gilliams mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 168,8 Millionen US-Dollar. Nach „12 Monkeys” folgt der psychodelische, drogengeschwängerte Film „Fear and Loathing Las Vegas” mit Johnny Depp und Benicio del Toro in den Hauptrollen. Auch dieser Film kann an den Kinokassen die Erwartungen nicht erfüllen, avanciert aber im Nachhinein zu einem absoluten Kultfilm. Nachdem das Filmprojekt „The Man Who Killed Don Quixote” eingestellt werden muss, nimmt Terry Gilliam an dem Dokumentarfilm „Lost in La Mancha” als Darsteller teil – eine Dokumentation über das Scheitern des Projektes. Im Jahr 2005 erscheinen schließlich gleich zwei Terry Gilliam Filme: „Tideland” und „Brothers Grimm”. Bei „Tideland” führt Terry Gilliam Regie und schreibt das Drehbuch zusammen mit Tony Grisoni. Der Film erzählt die Geschichte der jungen Jeliza-Rose (Jodelle Ferland), die nach dem Drogentod ihrer Mutter mit ihrem Vater Noah (Jeff Bridges) auf die Farm seiner Kindheit zieht. Als auch der Vater an einer Überdosis stirbt, ist Jeliza-Rose allein in dem verfallenden Haus mit der Leiche ihres Vaters, um die sie sich liebevoll kümmert. Ihre einzigen Freunde sind einige kaputte Puppen, die sie im Haus entdeckt hat. Als sie eines Tages durch die Gegend streift, trifft sie auf Dell, eine Nachbarin. Zwischen dem Mädchen und Dells geistig behindertem Bruder Dickens entsteht schließlich eine besondere Beziehung, vor allem weil auch Dickens in einer Traumwelt lebt. Doch Wirklichkeit und Fantasie passen nicht immer zusammen und so steuern die Beteiligten auf eine Katastrophe zu. Der Film „Tideland” wurde 2006 für den Golden Trailer Award nominiert. Bei den Genie Awards 2007 gab es sechs Nominierungen – die europäischen Kinos erreicht der Film allerdings nicht. Im Oktober 2008 erscheint der Film auf DVD.
Der zweite Film aus dem Jahr 2005, „Brothers Grimm”, wird aufgrund einer Rechteklärung erst im Jahr 2006 gezeigt und steigt in den US-Kinocharts direkt auf Platz 1 ein. Der Film selbst erzählt eine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert: Die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm (Matt Damon und Heath Ledger) sind als Geisteraustreiber stets zur Stelle. Sie inszenieren Spuk, um ihn dann gegen Bezahlung theatralisch zu eliminieren. Bald kommt man den Machenschaften der Brüder jedoch auf die Schliche, und sie können der Todesstrafe wegen Hochstaplerei nur entrinnen, wenn sie das Verschwinden mehrerer Mädchen in einem verwunschenen Wald aufklären. Dort erwartet die beiden ein Schock: Werwölfe und Zauberwald gibt es wirklich und mittendrin eine vergreiste Königin, die durch frisches Blut nach Jugend sucht. Dumm nur, dass die Brüder ausgemachte Hasenfüße sind und von Exorzismus in Wahrheit keinen blassen Schimmer haben. Eine interessante Randnotiz: Matt Damon und Heath Ledger sind eigentlich für den jeweils anderen Bruder vorgesehen, können sich jedoch mit dem Rollentausch letztendlich durchsetzen.
Diese erste Zusammenarbeit von Heath Ledger und Terry Gilliam soll sich in dem folgenden Projekt „Das Kabinett des Doktor Parnassus” fortsetzen. „Das Kabinett des Doktor Parnassus” wird 2007 realisiert, mit Heath Ledger in der Hauptrolle. Ein weiteres Projekt, in dem Terry Gilliam neben der Regie auch das Original-Drehbuch mitschreibt. Tragischer Weise verstirbt Heath Ledger während der Dreharbeiten, und Terry Gilliam kann seinen Film nur mit Hilfe und der spontanen Teilnahme der Schauspieler Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell retten, indem der das Drehbuch kurzerhand umschreibt.
HEATH LEDGER (Tony) Heath Ledger kam in Perth, Australien, zur Welt und verließ mit 17 Jahren die Schule um nach Sydney zu ziehen, wo er Schauspieler werden wollte. Er spielte kleinere Rollen in etlichen lokalen Low-Buget-Filmen und TV-Serien, darunter auch in der Abenteuer-Serie „Roar” und in der beliebten TV-Soap „Home and Away”, in der er einen Surfer verkörperte. Seinen ersten Durchbruch im Filmgeschäft schaffte er mit Gregor Jordans preisgekröntem australischen Krimi-Thriller „Two Hands”. Seinen Einstand in Hollywood gab der 20jährige Ledger mit einer Rolle in „10 Things I Hate About You” („10 Dinge, die ich an Dir hasse”, 1999), einer erfolgreichen romantischen Komödie, die auf Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung” basiert. Daraufhin wurde Ledger von Mel Gibson für „The Patriot” („Der Patriot”, 2000) besetzt und bekam u.a. auch Rollen in „Monsters Ball” (2001), „Ned Kelly” („Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly”, 2003), „A Knight’s Tale” („Ritter aus Leidenschaft”, 2001) und „The Lords of Dogstown” („Dogstown Boys”, 2005), bevor er sich in „The Brothers Grimm” („Brothers Grimm”, 2005) an der Seite von Matt Damon in sein erstes Abenteuer mit Terry Gilliam wagte. 2005 feierte er als Cowboy Ennis Del Mar in Ang Lees „Brokeback Mountain” (2005) große Erfolge und wurde in der Kategorie Bester Schauspieler für den Oscar® nominiert. Darauf folgte die Titelrolle in Lasse Hallströms „Casanova” (2005), worauf Ledger nach Australien zurückkehrte, um die Rolle eines drogensüchtigen Dichters in „Candy” („Candy – Reise der Engel”, 2006) zu spielen. Als nächstes verkörperte er einen von mehreren Bob Dylans in Todd Hayes’ „I’m Not There” (2007), um sich anschließend seiner (posthum) Oscar®-preisgekrönten Darstellung des Joker in Christopher Nolans „The Dark Knight” (2008) zu widmen.
JOHNNY DEPP (Tony) Johnny Depp wurde bereits drei Mal für den Oscar® in der Kategorie Bester Schauspieler nominiert: Für „Pirates of The Carribean: The Curse of the Black Pearl” („Fluch der Karibik”, 2003), „Finding Neverland” („Wenn Träume fliegen lernen”, 2004) und „Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street” („Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street”, 2007). Der Schauspieler, Produzent und Musiker stammt aus dem US-Bundesstaat Kentucky und hat herausragende Darstellungen in den unterschiedlichsten Filmen für etliche Regisseure geliefert, darunter für Oliver Stone, John Waters, Tim Burton, Lasse Hallström, Emir Kusturica, Jim Jarmusch, John Badham, Mike Newell, Roman Polanski, Sally Potter, Julian Schnabel, Robert Rodriguez, Marc Foster, Michael Mann und natürlich Gore Verbinski mit der „Piraten der Karibik”-Blockbuster-Serie. Unter der Regie von Terry Gilliam spielte Depp Hunter S. Thompson in „Fear and Loathing in Las Vegas” (1998) sowie Sancho Panza im unvollendeten „The Man Who Killed Don Quixote”.
COLIN FARRELL (Tony) Colin Farrell stammt aus Dublin, wo er Schauspielerei studierte, bevor er dem britischen TV-Publikum durch die beliebte Serie „Ballykissangel” bekannt wurde. Nach einer Rolle in Tim Roths Regiedebüt „The War Zone” (1999) zog er durch seine Performance in „Tigerland” (2000) die Aufmerksamkeit von Hollywood auf sich. Von Steven Spielberg wurde er für eine Schlüsselrolle in „Minority Report” (2002) besetzt; seine Erfolgssträhne setzte sich fort mit großen Rollen u.a. in Joel Schumachers „Phone Booth” („Nicht auflegen!”, 2002), Roger Donaldsons „The Recruit” („Der Einsatz”, 2003), „Daredevil” (2003), „S.W.A.T.” („S.W.A.T. – Die Spezialeinheit”, 2003) mit Samuel L. Jackson, in Oliver Stones „Alexander” (2004), Terrence Malicks „The New World” (2005), Michael Manns „Miami Vice” (2006) und seiner mit dem Golden Globe ausgezeichneten Darstellung eines Killers im Überraschungserfolg „In Bruges” („Brügge sehen…und sterben?”, 2008). Zu seinen neuesten Projekten zählen u.a. Danis Tanovics Thriller „Triage”, Neil Jordans Fantasy-Film „Ondine”, Peter Weirs Kriegsepos „The Way Back” und William Monahans „London Boulevard” mit Keira Knightley.
JUDE LAW (Tony) Jude Law stammt aus London und begann bereits mit zwölf Jahren am National Youth Theatre aufzutreten; später studierte er an der Guildhall School of Music and Drama. Nach ersten Erfolgen im Fernsehen widmete er sich dem Theater, wo er sich ebenso erfolgreich wie im Film zeigte und etliche Auszeichnungen bekam, darunter einer Nominierung zum Tony Award. Dem Kinopublikum fiel er zunächst in der Rolle als Oscar Wildes Liebhaber, Lord Alfred Douglas, in „Wilde” („Oscar Wilde”, 1997) auf; seine folgenden Spielfilmrollen brachten ihm u.a. zwei Oscar®-Nominierungen, drei Nominierungen zum Golden Globe, zwei BAFTA-Nominierungen und einen BAFTA ein. Zu seinen Spielfilmen zählen z.B. Anthony Minghellas “The Talented Mr. Ripley” („Der talentierte Mr. Ripley”, 1999) und „Cold Mountain” („Unterwegs nach Cold Mountain”, 2003), Steven Spielbergs „Artificial Intelligence: AI” („AI – Künstliche Intelligenz”, 2001), Sam Mendes’ „Road to Perdition” (2002), Mike Nichols’ „Closer” („Hautnah”, 2004), Martin Scorseses „The Aviator” („Aviator”; 2004), Charles Shyers „Alfie” (2004), Nancy Meyers „The Holiday” („Liebe braucht keine Ferien”, 2006), Kenneth Branaghs „Sleuth” („1 Mord für 2″, 2007) und Wong Kar Weis „My Blueberry Nights” (2007). Zu seinen neuesten Filmen gehören Miguel Sapochniks Science-Fiction-Thriller „Reposession Mambo” und Guy Ritchies „Sherlock Holmes”, in dem er Dr. Watson verkörpert. Im Sommer 2009 spielte er am Londoner West End unter der Regie von Michael Grandage in „Hamlet”.
CHRISTOPHER PLUMMER (Doktor Parnassus) Seit seinem Filmdebüt in Sidney Lumets „Stage Struck” („Eines Tages öffnet sich die Tür”, 1958) ist Christopher Plummer einer der besten und vielseitigsten klassischen Charakterdarsteller, der auch auf der Kinoleinwand zu sehen ist. Plummer wuchs in Montreal als Urgroßenkel des ehemaligen kanadischen Premierministers Sir John Abbott auf; er ist ausgebildeter Konzertpianist und beschloss erst nach seinem Musikstudium, Schauspieler zu werden. Sein Theaterdebüt in New York gab er 1954 und wurde seither auf beiden Seiten des Atlantiks mit unzähligen Auszeichnungen geehrt, darunter sieben Tony-Nominierungen und zwei Tony Awards (für „Cyrano” und „Barrymore”). Als ehemaliges Mitglied des Royal National Theatre und der Royal Shakespeare Company (mit der er für „Becket” in London mit dem Evening Standard Award als Bester Schauspieler prämiert wurde) verkörperte er die meisten der großen klassischen Rollen, von denen viele im Laufe seiner 55jährigen und Emmypreisgekrönten TV-Karriere zur Geltung kamen. Er übernahm Rollen in über 100 herausragenden Spielfilmen, darunter z.B. in „The Man Who Would Be King” („Der Mann, der König sein wollte”, 1975), „Battle of Britain” („Luftschlacht um England”, 1969), „Waterloo” (1970), „Star Trek VI: The Undiscovered Country” („Star Trek VI: Das unentdeckte Land”, 1991), Terry Gilliams „Twelve Monkeys” („12 Monkeys”, 1995), dann auch in „The Insider” („Insider”, 1999), „A Beautiful Mind” („A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn”, 2001), „Alexander” (2004), „Syriana” (2005) und „Inside Man” (2006). Für Generationen von Zuschauern bleibt er unvergessen in der Rolle als Baron von Trapp in Robert Wises Musical-Hit „The Sound of Music” („Meine Lieder, meine Träume”, 1965). Zu seinen neuesten Projekten zählen das Science-Fiction-Abenteuer „District 9″ (2009), Pixars Abenteuer- Komödie „Up” („Oben”, 2009) und die Geschichte eines Mannes und seines besten Freundes, „My Dog Tulip” (2010). Vor kurzem hat er die Rolle des großen Romanschriftstellers Tolstoi in Michael Hoffmans Geschichtsdrama „The Last Station” („Ein russischer Sommer”, 2010) mit Helen Mirren abgeschlossen.
ANDREW GARFIELD (Anton) Andrew Garfields Familie ist teils britisch, teils amerikanisch; geboren wurde er in Los Angeles, aufgewachsen ist er in Surrey, England. Seinen Abschluss machte er 2004 an der Londoner Central School of Speech and Drama und gewann umgehend mit seinen professionellen Theaterauftritten etliche Preise als vielversprechendster Newcomer. Von Regisseur Robert Redford wurde Garfield für die Rolle als enttäuschter Student in „Lions for Lambs” („Von Löwen und Lämmern”, 2007) mit Tom Cruise und Meryl Streep engagiert. Dies führte dazu, dass er vom European Film Promotion Board als „Shooting Star” nominiert und in die Liste der „10 Actors to Watch” aufgenommen wurde. Seine gefeierte Performance der Titelrolle in John Crowleys Film „Boy A” (Channel Four) über den Versuch, einen minderjährigen Mörder zu rehabilitieren, brachte Garfield 2008 den BAFTA als Bester Schauspieler ein. Nach den Dreharbeiten mit Dr. Parnassus´ Theatertruppe unter der Regie von Terry Gilliam spielte Garfield die Hauptrolle in „1974″ (der erste Teil von Channel Fours großer Drama-Trilogie, adaptiert nach David Peaces „Red Riding”-Romanen) und dreht gerade „Never Let Me Go” an der Seite von Keira Knightley und Carey Mulligan. VERNE TROYER (Percy) Verne Troyer stammt aus dem US-Bundesstaat Michigan und hatte seinen ersten Durchbruch im Showgeschäft als Stunt-Double für ein neunmonatiges Baby im Film „Baby’s Day Out” („Juniors freier Tag”, 1994). Der 81 Zentimeter kleine Schauspieler arbeitete als Stuntman und Darsteller in etlichen Filmen, bevor er das Publikum in Jay Roach und Mike Myers´ „Austin Powers: The Spy Who Shagged Me” („Austin Power – Spion in geheimer Missionarsstellung”, 1999) und „Austin Powers in Goldmember” („Austin Power in Goldständer”, 2002) mit seinen unvergesslichen Auftritten als Mini-Me begeisterte, dem ebenso bösartigen Sidekick von Dr. Evil. Zu seinen weiteren Filmen gehören z.B. Terry Gilliams „Fear and Loathing in Las Vegas” (1998), „Harry Potter and the Philosopher’s Stone” („Harry Potter und der Stein der Weisen, 2001)” in der Rolle des Goblins Griphook sowie später wieder mit Mike Myers die wilde Komödie „The Love Guru” („Der Love Guru”, 2008), in der Troyer den beinharten Trainer eines kanadischen Eishockeyteams spielt.
LILY COLE (Valentina) Lily Cole kam in Torquay zur Welt und ist in London aufgewachsen, wo sie mit 14 Jahren beim Spaziergang über eine Straße in Soho von einem Scout der Agentur Storm Models entdeckt wurde – der Agentur, die Supermodels wie Kate Moss und Cindy Crawford unter Vertrag hat. Als Steven Meisel sie 2003 für die italienische Vogue fotografierte, startete Lily Coles Karriere durch, und schon bald war ihr Gesicht weltweit bekannt. Auch im akademischen Bereich zeigt sie großes Talent und hat vor kurzem ihr Studium der Kunstgeschichte am King’s College in Cambridge wieder aufgenommen. Unermüdlich unterstützt sie auch den Umweltschutz und verschiedene Kampagnen zugunsten von unterprivilegierten Kindern. Ihr Filmdebüt gab sie 2007 als etwas unterbelichtete Schülerin Polly in der Erfolgskomödie „St. Trinian’s” („Die Girls von St. Trinian”, 2008), produziert von den Ealing Studios. Vor kurzem war sie in Sally Potters „Rage” mit Jude Law zu sehen, der 2009 auf der Berlinale im Wettbewerb lief.
TOM WAITS (Mr. Nick) Tom Waits gilt als einer der einflussreichsten und bedeutsamsten US-amerikanischen Songwriter. In seiner bereits über vier Jahrzehnte währenden Karriere widmete er sich der Musik, Literatur, Live-Auftritten sowie Theater und Film, sowohl als Schauspieler als auch als Komponist. Seine unverkennbaren Arrangements sind in den verschiedensten Genres zu hören, von Blues, Country, Cabaret und Walzern bis hin zu Gospel, Jazz, Polkas und Märschen. Seine Songs erzählen vom Leben der Gescheiterten und Suchenden und handeln von den großen Themen des Lebens: Liebe, Verlust, Krieg, Glück, Wahnsinn, Gott, Korruption und Schönheit. Sämtlichen Themen verleiht er seinen surrealen Sinn für das Absurde, viel Mitgefühl und schwarzen Humor. Waits wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und für den Oscar® nominiert; er hat bereits über 20 Alben herausgebracht, darunter sein neuestes Set mit drei CDs, „Orphans: Brawlers, Bawlers and Bastards”, das vergoldet wurde. Er war in über 25 Filmen zu sehen, darunter in Jim Jarmuschs „Down By Law” (1987), Robert Altmans „Short Cuts” (1993), Francis Ford Coppolas „Bram Stoker’s Dracula” (1992), Hector Babencos „Ironweed” (“Wolfsmilch”, 1989), Terry Gilliams „The Fisher King” (“König der Fischer”, 1991) und dem neuen Film der Hughes Brothers, „The Book of Eli”.
Extras und technische Daten DVD und BD
- Einführung von Regisseur Terry Gilliam
- Entfernte Szene mit Audiokommentar von Regisseur Terry Gilliam (optional)
- Kostümprobe mit Heath Ledger mit Audiokommentar von Regisseur Terry Gilliam (optional)
- Der Blick hinter den Spiegel
- Entstehung des Klosters
- Szenenaufbau: Vom Storyboard bis zur finalen Sequenz
- Heath Ledger und Freunde
- Interview mit Heath Ledger
- Das Kabinett des Terry Gilliam
- Cast & Crew
- Dr. Parnassus weltweit
- Original-Trailer und -Teaser
- Programmtipps
Bildformat:
DVD: 1,85:1 (16:9)
BD: 1080p High Definition 1,85:1 (16:9)
Sprache/ Ton: Deutsch DTS, Dolby Digital 5.1
Englisch Dolby Digital 5.1
Audiokommentar von Terry Gilliam (deutsche Untertitel einblendbar)
BD: Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: deutsche Untertitel (ausblendbar)
deutsche Untertitel für Hörgeschädigte
(einblendbar)
Ländercode: 2
Genre: Fantasy
Laufzeit: ca. 122 Minuten + ca. 64 Minuten Bonus
FSK: ab 12 Jahre







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