The Modern Sound Of Nicola Conte
Nicola Conte steht seit Jahren ganz oben auf meiner Playlist, seine Musik hat etwas, das man sonst nicht findet, sie ist eine perfekte Synthese aus Nostalgie und aktuellem Zeitgeist. Der Klangtüftler scheint sich wie kaum ein anderer in allen Stilen und Stilepochen der letzten 50 Jahre auszukennen.
Als Produzent, Musiker, DJ und Jazzsammler hat Nicola Conte zweifelsohne die Entwicklung und den Erfolg der Musikszene, die sich Mitte der 90er Jahre in London entfaltet hat, entscheidend mitgeprägt. Und zwar mit seiner Liebe zu den Wurzeln des Jazz und der brasilianischen Musik der 50er und 70er Jahre.
Nun, direkt im Anschluss an die an sein letztes Album “Rituals” gekoppelte Tournee, kehrt der Künstler aus Bari mit einem neuen Doppelalbum zurück.
Mit “The Modern Sound Of Nicola Conte – Versions in Jazz Dub” stellt er erneut sein Talent und vor allem die Originalität seiner Produktionen unter Beweis.
Sein jüngstes Werk besticht gleich doppelt: es präsentiert nicht nur die besten Remixe der letzten Jahre, es bietet auch die Möglichkeit, einigen bis heute unveröffentlichten Stücken zu lauschen. Titel, die bisher nur auf Vinyl, auf dem japanischen Markt oder nur als genuine unmixed Version erschienen sind, die sich komplett von den neu aufgelegten Remixen unterscheiden.
Neben Remixen von Liebhabern “klassischer” Jazzstücke wie “So Dango Samba” von Till Bronner, “Stolen Moments” von Mark Murphy und “Three Corners” des Five Corners Quintett, trifft man auf Vertreter der Latin-Funk-Szene wie die Perkussionisten Luisito Quintero mit “Our Love” oder Roberto Roena mit “Take Five”. Ersterer Schützling von Little Louie Vega aus der Band Masters At Work, letzterer einer der talentiertesten Künstler des berühmten Labels Fania von Ray Barretto und Hector Lavoe. Ausserdem gibt es noch einige Glanz-Remixe der Eclectic-Jazz-Szene wie “Kerma Elastica” der Bobby Hughes Combination, ein rares Stück, das bisher in nur sehr geringer 7 “-Auflage erschienen ist, sowie einige Stücke, die speziell für den japanischen Markt produziert wurden: “Mood Indigo” von Akiko, “Lotus Sun” von Maki Mannami, “A/o Reason A/o Rny/ne”und “A Healing Blue” von Sunaga T Experience.
Zu den bisher unveröffentlichten Titeln gehört “Charade”, eine aussergewöhnliche Neuinterpretation des Klassikers von Henry Mancini, die auf die Zeit von “Other Directions” zurückblickt. Sowie “New Blues” und “All’Or Nothing At AH”, die während der letzten Aufnahmesession zu “Rituals” entstanden sind. Die vierte und letzte Neuinterpretation befindet sich auf der zweiten CD des Albums: “Black Is The Graceful VeiF wurde ebenfalls dem Album “Rituals” entnommen, zeigt sich hier aber in einem völlig neuen und erhabenen akustischen Gewand. Das allererste Mal überhaupt auf CD erschienen sind die Titel “Castles In The Rain”, “Groovy Samba” und “So/o”.
Wie die Studioalben ist auch diese Compilation das Ergebnis der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Nicolas talentierten Musikerfreunden. Darunter: Pietro Ciancaglini, Daniele Scannapieco, Lorenzo Tucci, Pietro Lussu, Gaetano Partipilo, Rosario Giuliani und Sandro Deidda, Fabrizio Bosso, Flavio Boltro und Giovanni Amato sowie die Finnen Teppo Mäkinen und Timo Lassy. Die faszinierenden Stimmen gehören international erfolgreichen Sängern und Sängerinnen wie Lisa Bassenge, Maki Mannami, Kim Sanders, Alice Ricciardi, Jose James und Philipp Weiss
“The Modern Sound Of Nicola Conte – Versions in Jazz Dub” ist mehr als ein Remixalbum. Es ist ein Werk, das in musikalischer Form den künstlerischen Werdegang des italienischen Produzenten nachzeichnet aber auch seine herausragende Vielseitigkeit bestätigt. Das Album wird dem “kosmopoliten” Sound Nicola Contes mehr als gerecht und dokumentiert die Wertschätzung, die ihm von italienischen wie internationalen Sängern, Musikern und DJs entgegengebracht wird und sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Im Laufe vieler Jahre, fast zwanzig an der Zahl.
Damals debütierte Nicola Conte in der Musikszene. Dank seines unvergleichlichen Gespürs für talentierte Musiker konnte er jedoch schnell den Sound von Bands wie Rosario Giuliani Quartetto, Quintetto X, Paolo Achenza Trio, Balango, Intensive Jazz Sextet, Quartetto Moderno formen. Der Schwerpunkt dieser Produktionen liegt in Nicolas Vorliebe für den modalen Jazz. Allesamt lassen aber nach und nach auch andere große Leidenschaften erkennen, wie zum Beispiel seine Liebe für Soundtracks, die einen große italienische Komponisten wie Piero Piccioni und Ennio Morricone wiederentdecken lassen, aber auch seine Liebe zur brasilianischen Musik insbesondere der Bossa Nova.
Im Jahr 2000 erreicht Nicola Conte seinen persönlichen Höhepunkt mit dem Debüt-Album: “Jet Sounds”, das ihm die Türen in den kommerziellen Markt öffnet. Und mit dem Album “New Standards”, das er gemeinsam mit dem Posaunisten Gianluca Petrella 2001 herausbringt, schliesst er die Lücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mit seinem für Rosalia De Souza produzierten Album “Garota Moderna” hingegen erschliesst er ganz neue Klangwelten und widmet sich ausführlich dem raffinierten Einsatz von Samples und elektronischen Sounds, was er später in seinem Album “Jet Sounds Revisited” fortführt. In Jet-Sounds Revisited, konzentriert sich Nicola Conte auf eine moderne Form der Jazzästhetik der 60er Jahre. Mit Remixen von Künstlern aus der Elektro-Szene wie Koop, Thievery Corporation, Micatone, Nu Spirit Helsinki und dem Italiener Gerardo Frisina, kreiert er ein modernes Album zwischen Dancefloor und Ballroon-Jazz.
2004 veröffentlicht Nicola Conte ein weiteres Highlight: “Other Directions” das für die weltweite Veröffentlichung von Blue Note liszensiert wird. Fünf Jahre später, 2009, erscheint Contes Album “Rituals” über das Label Universal.
Zwei Alben, geprägt von akustischen Arrangements, mit denen Nicola Conte zum ersten Mal, nicht nur über die Musik, sondern auch über Texte kommuniziert. Inspiriert von Büchern der Beat-Generation, der englischen Literatur und von Filmen des Autorenkinos. Projekte für die Nicola Conte wieder einmal auf die Zusammenarbeit mit namhaften Musikern und Vokalisten zählen konnte: darunter der amerikanische Sänger Jose James, die italienischen Vokalistinnen Cristina Zavalloni, Chiara Civello und Alice Ricciardi, die afroamerikanische Sängerin Bembe Segue, und den deutschen Trompeter Till Brönner.
Mit “The Modern Sound of Nicola Conte – Jazz In Dub” entführt uns der Remixer, Produzent, Musiker und Jazzist Nicola Conte nun erneut in seinen außergewöhnlichen Klangkosmos.
Soundsample: Mark Murphy – Stolen Moments
Alessandro Magnanini: Someway still I do
“Someway Still l Do” ist das Solodebut des Gitarristen, Komponisten und Produzenten Alessandro Magnanini.
Nachdem er schon als Komponist so einige Erfolge verbuchen konnte lag es nahe, dass Alessandro Magnanini sich bald den Wunsch erfüllte, ein eigenes Album aufzunehmen. Immerhin ist der durchschlagende Erfolg des Hit “This is What You Are” dem Künstler aus der Emiglia Romagna zu verdanken, der damit die Karriere des sizilianischen Mario Biondi ins Rollen brachte. Auch die erfolgreiche Tour mit dem Duke Orkestra bestätigte Magnaninis musikalisches Talent.
Seine Inspiration schöpft Magnanini aus den großen Adult-Pop- Produktionen, aus eindeutigen Easy-Listening-Melodien, mit jazzigem Flavour und der reinen musikalischen Sprache eines Claus Ogerman, der unter anderem Stücke für Astrud Gilberto produzierte. Aber auch die orchestrale Atmosphäre aus Shirley Basseys Repertoire sowie die raffinierten und verspielten Kompositionen Henry Mancinis bestimmen deutlich die musikalische Richtung Magnaninis.
Und so gestaltet sich “Someway Still l do” als Album, das durch die Unmittelbarkeit des Pop, die Raffinesse der Arrangements und die Leichtigkeit zeitloser Kompositionen besticht. Das tief in die Welt der Soundtracks eintaucht und einzelne Titel immer mal wieder in orchestralen Jazz überführt.
Für sein Debüt-Album hat der italienische Künstler mit verschiedenen Musikern zusammengearbeitet, die alle ihre persönlichen Charakteristika beisteuern. Dazu gehören die Sängerin Jenny B, die ihre charismatische Stimme Songs wie “Secret Lover” und “Open Up Your Eyes” leiht. Songs, die eine Mischung aus den cineastischen Kompositionen von John Williams und der musikalische Atmosphäre von Duffy oder Amy Winehouse evozieren. In “So Long Goodbye” hingegen kommt durch den sinnliche Gesang von Jenny B die für die Bossa Nova so typische Sanftheit zum Ausdruck. Ein weiterer wichtiger Gast ist Liam McKahey, Frontman der englischen Band Cousteau, der ebenfalls drei Titel interpretiert: Die Ballade “Livin My Life”, die uns in die Welt des traditionellen New Orleans-Jazz der 30er Jahre entführt, “But Not For You” in einem mitreißenden Bossa Jazz und “Someway Still l Do”, in dem der australische Sänger mit seinem intensiven Timbre das Publikum zum Träumen bringt.
“L’estate e qua” bietet hingegen eine neue wie seltene Gelegenheit die brasilianische Sängerin Rosalia De Souza in italienischer Sprache zu hören, und das in einem Stück, welches die ganze Romantik ihres Heimatlandes zum Ausdruck bringt; “Something Fine”, wird interpretiert von Stefania Rava, einer Sängerin, die seit Jahren mit renommierten Musikern wie Giorgio Gaslini, Paolo Tomelleri und Giovanni Tommaso zusammenarbeitet und hier großen Charme versprüht. Renata Tosi, die bereits Seite an Seite mit Nicola Stilo, Dusko Gojkovick und Tony Scott gearbeitet hat, leiht ihre Stimme mit großer Verve dem Titel “Stay Into My Life”, eine Uptempo Nummer, die sich durchaus für den Dancefloor eignet.
Biographisches
‘Eine große Liebe vergisst man nie’
“Meine erste intensive Begegnung mit Musik hatte ich als Kind. Alles um mich herum war schwarz, pechschwarz, aber am Ende dieses schwarzen Tunnels konnte ich ein Licht sehen. Nein, ich lag nicht im Koma. Ich saß im Kino. In einem dieser alten Kinos, in denen seit Jahren keine Erstaufführung mehr gezeigt wurden. Aber mit einem Mal färbte sich die Leinwand rosarot und ein unerwarteter Sound ließ Schmetterlinge in meinem Bauch fliegen. Was da erklang war ein Klavier-Akkord. Zu kompliziert für die Ohren eines fünfjährigen Jungen: Es handelte sich um den Anfangsakkord der Titelmusik zum Film “Der rosarote Panther”.
Der in Reggio Emilia geborene Gitarrist, Komponist und Produzent Alessandro Magnanini interessiert sich schon sehr früh für Musik und das Songwriting. Im Laufe der Jahre widmet er sich immer mehr dem Jazz und der Harmonielehre. Und er verfeinert sein Gitarrenspiel, das er zunächst als Autodidakt erlernte. Seine Lehrer und Vorbilder waren dabei vor allem Duke Ellington, Miles Davis, A.C.Jobim, Paul Desmond, Bill Evans, John Coltrane, Ella Fitzgerald, Stan Getz, Jim Hall, Wes Montgomery und Barry Galbraith.
Seine Lehrjahre bestritt Magnanini durch zahlreiche Konzertauftritte in Clubs und Theatern der italienischen Halbinsel. Voller Begeisterung spielt Magnanini in Bands wie dem Jazz Art Orchestra, mit dem er an internationalen Veranstaltungen wie dem San Francisco Jazz Festival teilnimmt und sammelt erste Erfahrungen im Aufnahmestudio -Grundlagen für sein späteres technisches Know-How als Produzent.
2005 begegnet Magnanini Cesare Cremonini, mit dem er sowohl als Musiker als auch als Arrangeur zusammenarbeitet. Für den aus Bologna stammenden Songwriter Cremonini arrangiert er vor allem die orchestralen Parts seiner Stücke. Dank der Zusammenarbeit mit Cremonini entwickelt Magnanini eine grosse Affinität zum Pop.
Während Magnanini 2006 an einem neuen Song arbeitet, macht ihn sein Freund, der Produzent Luca Pernici auf einen Sänger aufmerksam, der seiner Meinung nach die richtige Stimme für den entstehenden Song hat. Der Sänger heisst: Mario Biondi, Magnaninis Titel “This is what you are”. Dank der Begegnung mit Luciano Cantone und Davide Rosa, die das Potenzial des Songs sofort erkennen, entsteht schließlich das Projekt “Was-a-bee”, das sich schnell zu einem internationalen Erfolg entwickelt. Zunächst dank der BBC, später wird “This is what you are” auch in Italien ein Riesenhit (Über 200.000 verkaufte CDs alleine in Italien).
Der Erfolg dieses Stücks bringt die Karriere des Komponisten Alessandro Magnanini endgültig ins Rollen. Ihm werden die orchestralen Arrangements für die Tour von Mario Biondi anvertraut. Daraufhin wird ihm die Leitung des Duke Orchestra übergeben, ein Ensemble, das sich aus 25 Musikern zusammensetzt und in renommierten Locations wie dem Teatro Romano in Verona, dem Teatro Antico in Taormina und dem Auditorium in Ravello, Begeisterungsstürme auslöst.
Im Anschluss an diesen Erfolg verspürt der Künstler zum ersten Mal das Bedürfnis, sich der Aufnahme eines vollständigen Albums zu widmen, das von den großen Produktionen des frühen Adult-Pop inspiriert ist: Eindeutige Pop-Melodien mit jazzigem Flavour. Als Inspirationsquelle dienen ihm die großartigen Arrangements von Claus Ogerman, insbesondere die für Astrud Gilberto produzierten Stücke. Aber auch die orchestrale Atmosphäre aus Shirley Basseys Repertoire sowie die raffinierten und verspielten Kompositionen Henry Mancinis bestimmen deutlich die musikalische Richtung Magnaninis.
Und so gestaltet sich “Someway Still l do” als Album, das durch die Unmittelbarkeit des Pop, die Raffinesse der Arrangements und die Leichtigkeit zeitloser Kompositionen besticht. Das tief in die Welt der Soundtracks eintaucht und einzelne Titel immer mal wieder in orchestralen Jazz überführt.


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