Der Pressekonferenzraum war voll besetzt … ca. 30 Fotografen, 5 Kamerateams, viel schreibende Zunft. Auch für eine Weltstadt wie Hamburg ist ein Weltstar wie John Malkovich ein Ereignis. Aber kein privater Besuch: Malkovich war in Hamburg, wo er in dem Stück «Confessions of a serial killer» den Frauenmörder Jack Unterweger verkörpert.
«Confessions of a serial killer», ein Musiktheater geschrieben für ein Barockorchester, zwei Soprane und einen Schauspieler, fasziniert mit hypnotischen, komischen und unheimlichen Momenten. Mit der Veröffentlichung dieser Audioadaption wird aus der Uraufführung mit Hollywood-Star John Malkovich aus der Theaterbühne eine «Hörbühne».
Das Musiktheater basiert auf der Lebensgeschichte des Mörders Jack Unterweger. Der anerkannte Gefängnispoet und Dichter, begnadete Autor und Journalist, notorische Frauenheld, Vorzeigebeispiel sozialer Wiedereingliederung, wurde schrittweise des Mordes an einer wachsenden Anzahl von Prostituierten in Wien, Graz, Prag und Los Angeles überführt. Danach verschwand er aus Wien, floh in die USA, wurde in Miami verhaftet, nach Österreich ausgeliefert und verübte dort Selbstmord, nachdem er in elf Fällen des Mordes zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt wurde.
Auf einer Pressekonferenz am gestrigen Sonntag wurde das Projekt und John Malkovich vorgestellt. Am Schluss waren Fragen zugelassen … erst niemand … dann eine Journalistin … auf die Frauenmörderrolle gemünzt … was Malkovich denn nachts, nach den Aufführungen so unternähme?
So viele Leute anwesend waren, so wenig wurde gefragt, mangels an ihn gestellter Fragen fragte der Schauspieler dann selbst – er hatte sich zwischendurch einen Kaffee und wohl Kekse vom Buffet geholt … einfach aufgestanden, dort hin geschlendert … und zurück auf seinen Platz … also als keine Fragen mehr waren außer der einen und ein, zwei belanglosen, fragte er, einen Schokoladenkeks in die Luft haltend, was das denn wäre … viele waren geradezu entzückt von der banalen Frage … grosses Gelächter, Zeit für den HZ Korrespondenten, sich einen Kaffee und eine Brezel zu holen…
Eine interessante Erfahrung dann das Stück, ein Hörbuch für die Bühne. Mühelos hält John Malkovich Abgründe und Stimmungsschwankungen des Protagonisten in jeder einzelnen Sekunde am seidenen, kontrollierten Faden. Der visuellen Wahrnehmung beraubt, führt diese Hörbuchadaption den Zuhörenden auf eine innere Bühne, nur von der eigenen Fantasie und der persönlichen Vorstellungskraft gestaltet. Die hypnotische Präsenz eines John Malkovich im Spiel mit Opernarien, untermalt von dramatischer Barockmusik, machen aus Infernal Comedy für die Theaterbühne eine „Internal Comedy“ für die Hörbühne.
Die Qualen von Jack Unterweger’s Opfern, gesungen von Laura Aikin und Aleksandra Zamojska, und die Instrumentalmusik von Vivaldi, Gluck, Boccherini und Mozart, gespielt vom Orchester Wiener Akademie unter der Leitung von Martin Haselböck, bilden den musikalischen Rahmen für „Bekenntnisse eines Serienmörders“.
Das Hörbuch wird am 20. August bei NCA, New Classical Adventure, einem Label der Music Alliance Membran, veröffentlicht und ist ab dann im Handel erhältlich. In Deutschland ist Malkovich noch einmal im Juni im Rahmen der Ruhrfestspiele.
Fotos und Informationen: Rainer Hansen, Werbekontor Hamburg


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