Heft 45 / Dezember 2010 ist gerade noch rechtzeitig vor Jahresende erschienen. Dick und fett, über 152 Seiten und seit zehn Jahren nicht teurer geworden. Und wie immer herausgegeben von Vincent Klink und Wiglaf Droste und streng lektoriert von Thomas Bodmer. Mit dabei auch wieder der Herausgeber des Herrenzimmers, awb.
Drin ist, was draufsteht – das hören wir so oft, dass wir schon gar nicht mehr versuchen, das zu lesen, was meist unleserlich und heimtückisch klein gedruckt ist. Sehr treffend ist auch die Metapher der Engländer, welche gewisse Männer als leere Anzüge bezeichnen.
Nachdenkend über den Unterschied von brutto und netto wollen wir kurz den ersten Begriff ein wenig anleuchten: Das verhängnisvolle Wörtchen stammt aus dem Italienischen und war dort noch nie positiv besetzt. Es steht nämlich für „hässlich“. Bei uns meint man damit die Verpackung vor Abzug der Kosten.
Die Lateiner hatten aber wirklich den Überblick, denn vom lateinischen „brutus“ als schwerfällig, stumpf oder unrein ist es keinerlei Distanz zu dem, was uns heute oft als brutto angedreht wird: nämlich, dass etwas so ist, wie es nicht ist. Kurz gefasst können wir das Thema auf den Begriff „Beschiss“ eingrenzen. Gewiss, keine ganz neue Entwicklung, jedoch in unsren Tage stark sich auswachsend.
Brutto wird immer mehr und netto immer weniger. Über diese Problematik hat sich in diesem Heft eine weltmeisterliche Equipe hergemacht. Zeichnungen von Helge Leiberg. http://www.helgeleiberg.de/
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