Tagesarchive: 3. Januar 2011

100 Jahre Huschke von Hanstein

Huschke von Hanstein mit Porsche 928 (Foto: Tobias Aichele)

Stuttgart. Huschke von Hanstein wäre heute 100 Jahre alt geworden. An den legendären Rennbaron erinnern sich auch aktuelle Formel 1-Stars wie Michael Schumacher. In der Biografie über den Rennbaron von Tobias Aichele beschrieb der siebenfache Weltmeister einen der herausragenden Köpfe des internationalen Rennsports wie folgt: „Huschke von Hanstein gehörte zu den schillerndsten Persönlichkeiten auf und neben der Rennstrecke – über Jahrzehnte und Generationen“.

Die Allround-Begabung war auf allen Rennstrecken zu Hause, gleichermaßen erfolgreich im Gelände, auf der Rundstrecke oder bei Langstreckenprüfungen – auf zwei oder auf vier Rädern: So siegte Huschke von Hanstein mit einem BMW 328 bei der Mille Miglia 1940. Und es war der Rennbaron, der die Marke Porsche in den fünfziger und sechziger Jahren durch seine Presse-Auftritte und Renneinsätze weltweit bekannt machte. In Personalunion war er Rennfahrer, Rennleiter, PR-Chef, Fotograf, Kameramann sowie Erfinder und Neuerer: die Werbung auf Rennfahrzeugen, der Schutz der Rennfahrer durch Helme bereits seit 1938 und später durch Sicherheitsanzüge sind genau wie die Einführung des Zebrastreifens sein Werk. Seine Kompetenz und sein allzeit souveränes Auftreten, das von wahrer Weltläufigkeit geprägt war, faszinierte Mitstreiter, Kollegen aber auch Rivalen. Diese Faszination ist  bis heute geblieben.

Wer anhand von Memorabilia eine Zeitreise in die Welt des Rennbarons antreten möchte, dem sei ein Besuch des Auto + Technik Museums in Sinsheim empfohlen. Dort hat Tobias Aichele mit Ursula von Hanstein im Jahr 1999 eine Dauerausstellung über das Leben Huschkes initiiert.

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Spanien: Hasta la vista, puro!

Nun ist es auch in Spanien soweit: ein rigoroses Rauchverbot ist in Kraft getreten. Vorbei die Zeiten, in denen man selbst Kunden in Supermärkten fröhlich quarzend zwischen den Regalen schlendern sehen konnte. Verboten ist fortan das Rauchen in Flughäfen, Kneipen, Restaurants, Diskotheken, auf Spielplätzen, Schulhöfen, in Krankenhäusern, am Arbeitsplatz und weitgehend in Hotels. Bei Verstoß werden Geldbußen bis 600.000 Euro (ja, 5 Nullen!) fällig. Hasta la vista, Espana.

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Immer Drama um Tamara

Tamara Drewe (Gemma Arterton) kehrt in ihr heimatliches Provinznest zurück. © 2010 PROKINO Filmverleih GmbH

Nein, das ist kein Film über die Leiden und Freuden einer russischen, allein erziehenden Mutter, die versucht, sich als Traktoristin durchs Leben zu schlagen, auch wenn der Titel Immer Drama um Tamara so etwas suggerieren mag.

Ewedown in der englischen Grafschaft Dorset  – ländlich, beschaulich und friedlich. Doch als Tamara Drewe (Gemma Arterton) aus London in ihr heimatliches Provinznest zurückkehrt, ist es damit schlagartig vorbei. Aus dem hässlichen Entlein von einst ist Jahre später eine attraktive und erfolgreiche Kolumnistin geworden. Die Bewohner von Ewedown können ihren Augen kaum trauen, schnell verstricken sich alle in ein Katz-und-Maus-Spiel aus Verlangen, Lust und heimtückischen Intrigen…

Mit trockenem, britischem Humor und jeder Menge Sex-Appeal zelebriert Stephen Frears („High Fidelity“, „Die Queen“) mit IMMER DRAMA UM TAMARA einen ebenso komischen wie frivolen Rachefeldzug, der an Originalität seinesgleichen sucht. Nach dem Cartoon von Posy Simmonds, inspiriert von Thomas Hardys Roman „Far From the Madding Crowd“, wirft der britische Regisseur einen hintergründigen Blick auf das ach so heile Landleben und zeichnet ein süßes und gefährliches Gefühlschaos, in das sich Männer und Frauen stürzen, Lügengespinste, in denen sie sich heillos verwickeln und Liebesfallen, in die Alt und Jung blindlings geraten.

Mit viel Situationskomik und noch mehr schamlosen Wortwitz trifft Frears voll ins Schwarze, zielt dabei auf Verstand und Lachmuskeln. In der Hauptrolle brilliert das ehemalige Bond-Girl Gemma Arterton. Seit dem 30.12. in den deutschen Kinos.

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Céu – eine Brücke von der Tradition zur Moderne

Zweimal haben wir im Herrenzimmer Alben der brasilianischen Sängerin Céu vorgestellt, und zwar hier und hier.

Céu ist gerade mal 30 Jahre alt und wird von der Tropicália-Legende Caetano Veloso als “die Zukunft der brasilianischen Musik” bezeichnet. Die Handschrift Sängerin mit dem bürgerlichen Namen Maria do Céu Whitaker Poças ist unverkennbar: Sie überzeugt mit einer Mischung aus brasilianischen Rhythmen, Afro-Beats, dezenten Elektro-Elementen und jazzig-souligem Gesang. Nach ihrem 2005 erschienen Debütalbum “Céu” spricht die Kritik von “Nova Bossa Nova” und “Brasil Avantgarde”. Céu stürmt die Billboard World Music Charts, gewinnt einen “Latin Grammy” in der Kategorie “Best New Artist” und wird rund um den Globus gefeiert. Nur ein Jahr später erhält sie einen “Grammy” für das beste zeitgenössische Weltmusikalbum und 2008 zudem den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

15-jährig beschließt die Tochter eines renommierten Komponisten und Musikwissenschaftlers Sängerin zu werden. Schon in ihrem musikalischen Elternhaus erfährt Céu eine klassische Ausbildung, in der die brasilianische Moderne um Heitor Villa-Lobos im Mittelpunkt steht. Während des Studiums in New York entdeckt sie den Jazz Ella Fitzgeralds und Billy Holidays, doch auch der Hip-Hop von Lauryn Hill hat es Céu angetan. Zunächst im Samba-Funk beheimatet, widersteht sie allen kommerzträchtigen Elektro-Bossa-Versuchuchungen der großen Labels, um ihren ganz eigenen Stil zu entwickeln. Tatsächlich schlagen die Songs souverän eine Brücke von der Tradition zur Moderne, zwischen urbanen Sounds, Elektro-Pop und Brazil-Folk.

3sat zeigt kommende Nacht ein Konzert Céus von der “JazzBaltica 2010″.  Di, 4. Jan · 02:05-03:05 Uhr.

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Anarchie um 7.20 Uhr

In  “Die Marx Brothers im Zirkus” sorgt das anarchistische Trio Groucho-Chico-Harpo nicht nur in der Manege, sondern auch in einer Millionärsvilla für Chaos, rettet mit List und Frechheit einen Zirkus vor dem Ruin und nimmt sich zwischendurch immer wieder Zeit für ein paar hinreißende Musiknummern.

Stärker als in ihren anderen Filmen entsteht dabei der Witz auch visuell durch die Einstellungsfolgen der Kamera und durch Trickaufnahmen. Bemerkenswert ist “At the Circus” darüber hinaus als Parodie auf den Optimismus der Komödien von Frank Capra (wie z.B. “Mr. Deeds geht in die Stadt”), die den “Gutmensch”-New Deal unter der Präsidentschaft Roosevelts propagierten. Die Weltsicht der Gebrüder Marx ist dagegen eher skeptisch: Sie glauben nicht so recht an das Gute im Menschen.

Das WDR Fernsehen bringt diesen Klassiker unter den Filmkomödien zur Unzeit, nämlich morgen früh ab 7.20 Uhr. Da gilt es, die Programmieranleitung des TV-Recorders zu studieren.

Das Herrenzimmer über die Marx Brothers

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