Tagesarchive: 4. Januar 2011

Schwere Kost

Hader ist nun einmal eine Klasse für sich und kaum mit jemandem anderen aus seiner Zunft vergleichbar. Längst genießt er weit über die Grenzen Österreichs hinaus Kultstatus und breite Anerkennung bei Kollegen und Publikum.

In dem Fernsehfilm Ein halbes Leben spielt Hader den U-Bahn-Fahrer Ulrich Lenz, er hat vor 20 Jahren eine junge Frau vergewaltigt, sie anschließend umgebracht und alle Spuren beseitigt. Der Mord wurde nie aufgeklärt. Lenz blieb all die Jahre unbehelligt, niemand kam ihm auf die Schliche. Er konnte sich sogar eine neue Identität, ein neues Leben aufbauen. Er hat geheiratet und ist Vater geworden. Heute ist er ein fast spießiger Bürger: nett, unauffällig, zuvorkommend…

Ein halbes Leben ist wahrlich schwere Kost, Hader verkörpert den Lenz gespenstig realistisch und zeigt in diesem Film seine ganze Schauspielkunst. Unbedingt sehenswert, heute Abend ab 20.15 Uhr auf 3sat.

Auszeichnungen: 2009 Deutscher Fernsehpreis in den Kategorien Beste Regie(Nikolaus Leytner) und Bester Schauspieler Hauptrolle (Josef Hader). 2010 Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion. Außerdem zahlreichen Nominierungen für Preise.

«Ein halbes Leben» ist packend, emotional und dabei auch intellektuell, was ihn zu einem der besten Fernsehfilme der letzten zwei Jahrzehnte macht.(www.quotenmeter.de)


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Pete Postlethwaite

Zum ersten Mal sah ich ihn in “Im Namen des Vaters“, dem IRA Film von 1990, der die Geschichte der sogenannten Guildford Four erzählt. Für diese Rolle erhielt er eine Oscar Nominierung. Aus vielen folgenden Filmen ist sein markantes Gesicht bekannt, dass sich sowohl für die Darstellung von Schurken als auch die aufrechter Männer eignete. Man kennt den 1945 geborenen britischen Darsteller aus Filmen wie  Die üblichen Verdächtigen, Brassed Off,  Vergessene Welt: Jurassic Park,  Der ewige Gärtner,  Schiffsmeldungen oder The Age of Stupid. Steven Spielberg, mit dem Pete Postlethwaite in zwei Filmen zusammenarbeitete, bezeichnete ihn als „besten Schauspieler der Welt“. Postlethwaite war auch umweltpolitisch sehr engagiert.

Am 2. Januar ist er im Alter von 64 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

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Nominierung für Deutschen Hörbuchpreis

Erik Satie, ein Pionier von scheinbar beziehungslosen Harmonien und surrealer Sprach- und Musikexperimente, hinterließ ein erstaunliches Gesamtwerk, darunter auch etliche kurze Prosatexte. Auf Hunderten von Zettelchen notierte er kleine Geschichten, Bizarrerien und fiktive Inserate. Seine Partituren durchsetzte er mit allerlei Bemerkungen und Spielanweisungen. Er hielt Vorträge, erfand absurde Szenen und schrieb sogar ein Theaterstück. Erik Satie setzte aber vor allem mit seiner „Musique Pure“ einen wichtigen Meilenstein der musikgeschichtlichen Entwicklung. Durch absolute Einfachheit, seine Abkehr von Dramatik und die Aufgabe von Funktionsharmonik, gelang ihm eine reine, unverfälschte Musik. In den „Trois Gymnopédies“ äußert sich diese „Rückkehr zum Schlichten“ in einem antivirtuosen Satz, einem simplen, zwischen zwei Akkorden pendelndem Begleitmodell und modalen Zügen in Melodik und Harmonik. Er schaffte somit die Voraussetzungen für den „reinen Ton“ – die sich selbst gestellte große Herausforderung seines Lebens.

Die Hörbuchedition www.words-and-music.de hat mit Texten und Musik Saties eine literarisch-musikalische Inszenierung produziert und diese wurde nun in der Kategorie „Beste Information“ für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert. Bereits auf der hr2-Hörbuchbestenliste im August 2010 ausgezeichnet, steht die Lesung von Dietmar Mues mit Steffen Schleiermacher (Piano) feat. Deutsches Filmorchester Babelsberg auf der Nominierungsliste.

Video: Making of: Trois Gymnopédies / feat. Deutsches Filmorchester Babelsberg.

Der Deutsche Hörbuchpreis wird im Rahmen der Hörbuch-Gala am 16. März im WDR Funkhaus in Köln verliehen. Wie bereits im Vorjahr ist die Gala zugleich Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes lit.COLOGNE. Das Herrenzimmer hat bereits frühere Produktionen von Words & Music vorgestellt, so Ubu Rex SaxoniaBarclay und FelipeJoachim RingelnatzScheerbartiania, Gedichte von Alfred Lichtenstein und Texte von Erich Mühsam. Ein Gespräch mit Labelchef, Produzent und Autor Peter Eckart Reichel gibt es ebenfalls hier zu lesen.

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Die teilweise Sofi

Partielle Sonnenfinsternis am 4.1.2011 (Foto awb)

1999 standen Millionen Menschen stundenlang vor Optikerläden an, um an eine ganz spezielle Brille zu kommen. Mit dieser konnte man unbeschadeten Auges die Sonnenfinsternis beobachten, die im August vor 11 Jahren über Mitteleuropa zu sehen war. Oder gewesen wäre, denn es regnete allenhalben aus dichtem Gewölk.

Wie gut, wenn man nichts wegwerfen kann, und so lagen die Dunkelbrillen von 1999 bereit, als heute früh eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten war, bei pünktlich klarem Himmel. Eine Sonnenfinsternis gibt es immer dann, wenn sich der Neumond zwischen Erde und Sonne schiebt. Dabei wirft er einen Schatten auf bestimmte Regionen der Erde, und dort wird der Himmel verdunkelt, mal mehr und mal weniger, je nach dem, wie sehr der Mond die Sonne verdeckt. Im heutigen Fall war es bis zu 74 %, je nach Standort.

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Wiglaf Droste: Auf sie mit Idyll!

Wiglaf Droste (Foto awb)

Fr. 07.01.11 20:00 Bielefeld, Theaterlabor Sa. 08.01.11 20:00 Bremen, Lagerhaus Mo. 10.01.11 20:00 Berlin, Eiszeit Kino (Der Malteser Falke – zum 50. Todestag von Dashiell Hammett) Mi. 12.01.11 20:00 Kiel, Studio Kino Do. 13.01.11 20:00 Hamburg, Uebel & Gefährlich Di. … Weiterlesen

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