Erik Satie, ein Pionier von scheinbar beziehungslosen Harmonien und surrealer Sprach- und Musikexperimente, hinterließ ein erstaunliches Gesamtwerk, darunter auch etliche kurze Prosatexte. Auf Hunderten von Zettelchen notierte er kleine Geschichten, Bizarrerien und fiktive Inserate. Seine Partituren durchsetzte er mit allerlei Bemerkungen und Spielanweisungen. Er hielt Vorträge, erfand absurde Szenen und schrieb sogar ein Theaterstück. Erik Satie setzte aber vor allem mit seiner „Musique Pure“ einen wichtigen Meilenstein der musikgeschichtlichen Entwicklung. Durch absolute Einfachheit, seine Abkehr von Dramatik und die Aufgabe von Funktionsharmonik, gelang ihm eine reine, unverfälschte Musik. In den „Trois Gymnopédies“ äußert sich diese „Rückkehr zum Schlichten“ in einem antivirtuosen Satz, einem simplen, zwischen zwei Akkorden pendelndem Begleitmodell und modalen Zügen in Melodik und Harmonik. Er schaffte somit die Voraussetzungen für den „reinen Ton“ – die sich selbst gestellte große Herausforderung seines Lebens.
Die Hörbuchedition www.words-and-music.de hat mit Texten und Musik Saties eine literarisch-musikalische Inszenierung produziert und diese wurde nun in der Kategorie „Beste Information“ für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert. Bereits auf der hr2-Hörbuchbestenliste im August 2010 ausgezeichnet, steht die Lesung von Dietmar Mues mit Steffen Schleiermacher (Piano) feat. Deutsches Filmorchester Babelsberg auf der Nominierungsliste.
Video: Making of: Trois Gymnopédies / feat. Deutsches Filmorchester Babelsberg.
Der Deutsche Hörbuchpreis wird im Rahmen der Hörbuch-Gala am 16. März im WDR Funkhaus in Köln verliehen. Wie bereits im Vorjahr ist die Gala zugleich Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes lit.COLOGNE. Das Herrenzimmer hat bereits frühere Produktionen von Words & Music vorgestellt, so Ubu Rex Saxonia, Barclay und Felipe, Joachim Ringelnatz, Scheerbartiania, Gedichte von Alfred Lichtenstein und Texte von Erich Mühsam. Ein Gespräch mit Labelchef, Produzent und Autor Peter Eckart Reichel gibt es ebenfalls hier zu lesen.


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