C/O Berlin, International Forum for Visual Dialogues, präsentiert zusammen mit dem Kino Babylon Mitte vom 11. September bis 12. Oktober 2011 die Reihe unheimlich vertraut . Filme vom Terror. Die acht Filme werden im Kino Babylon Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, aufgeführt.
Welche Bilder hat sich das Kino vom Terror gemacht? Wie hat das Kino staatliche und terroristische Gewalt gezeigt und verarbeitet? Was hat es ihr entgegen gesetzt? Welche Auswirkungen haben die cineastischen Bilder auf die realie Berichterstattung? Die Reihe „unheimlich vertraut . Filme vom Terror“ versammelt Spiel- und Dokumentarfilme, die in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken – in den Nahen Osten und die USA, nach Algerien, Kambodscha oder China. Jeder der Filme hat einen ganz eigenen Blick, eine eigene Geschichte, oft eine kontroverse. Aber aus allen spricht ein universeller Wunsch, der nach Freiheit und einem Ende der Gewalt.
Sonja M. Schultz, Filmjournalistin und Kunsthistorikerin, sowie Felix Hoffmann, Kurator C/O Berlin, haben die Filmreihe konzipiert. Sie ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung “unheimlich vertraut . Bilder vom Terror”. Diese wird vom 10. September bis 4. Dezember 2011 bei C/O Berlin im Postfuharamt, Oranienburger Straße 35/36, gezeigt.
Bilder vom Terror haben eine enorme, nachhaltige Wirkung, der wir uns kaum entziehen können. Sie brennen sich tief in unser kollektives Gedächtnis ein. Die Ausstellung untersucht über die mediale Verarbeitung von Fotografien ihre Bedeutung für unsere tägliche Bildkultur sowie die entscheidende Rolle der Massenmedien. Terrorbilder sind nicht nur Abbildungen, die ein Ereignis dokumentieren. Sie verweisen immer auf einen Sachverhalt außerhalb ihrer eigenen Existenz. Sie sind mehr als reine Medien, die unter Nutzung ihres ästhetischen Potentials Deutungen transportieren. In der modernen Mediengesellschaft ist die Fotografie ebenso Waffe wie Ziel. So ist es von der Reproduktion der Tat im Bild zum Bild als Tat ein kurzer Weg. Die mediale Wirklichkeit entspricht nicht immer der Realität. Bilder besitzen sogar die Fähigkeit, Realität zu erzeugen.
11. September 2011 . 18 Uhr
Battle of Algiers
Algerien/Italien, 1966. 35mm, 123 Min, s/w, OmeU
Regie: Gillo Pontecorvo. Mit Brahim Haggiag, Jean Martin, Yacef Saadi, Tommaso Neri
Das neorealistische Meisterwerk wurde zu einem der einflussreichsten politischen Filme der Geschichte. Nicht nur als packendes Drama: Bis heute wird der Film immer wieder von Militärs verschiedenster Seiten als Lehrmittel für den Kampf gegen Guerillas eingesetzt.
15. September 2011 . 20 Uhr
Where in the World is Osama Bin Laden?
USA, 2008. digital, 90 Min
Regie: Morgan Spurlock. Mit Morgan Spurlock, George Bush, Dick Cheney u.a.
Morgan Spurlock beschließt, Osama bin Laden zu finden. Seine Reise durch den Nahen Osten sprengt westliche Stereotype der islamisch geprägten Welt.
18. September 2011 . 18 Uhr
The Bubble
Israel, 2006. 35mm, 117 Min
Regie: Eytan Fox. Mit Ohad Knoller, Yousef Sweid, Daniela Virtzer, Alon Friedman, Zohar Liba
Eine Liebesgeschichte zwischen einem Israeli und einem Palästinenser – geht das? Ein Film für die utopische Liebe in der heutigen Realität Israels.
20. September 2011 . 20 Uhr
The Green Wave
Deutschland, 2010. 35mm, 80 Min
Regie: Ali Samadi Ahadi. Mit Pegah Ferydoni, Navid Akhavan, Shirin Ebadi u.a.,
Aufwühlendes Porträt der iranischen Widerstandsbewegung. Der Film verwebt Augenzeugenberichte aus Internet-Blogs und Handyvideos mit Interviews und Animationsszenen – schmerzhaft dicht am Geschehen.
29. September 2011 . 22 Uhr
S21 – Die Todesmaschine der Roten Khmer
Kambodscha/Frankreich, 2003 . digital, 101 Min, OmeU
Regie: Rithy Panh. Mit Vann Nath, Chum Mey, Mak Thim, Prakk Kahn
Das Terror-Regime der Roten Khmer verwandelte Kambodscha zwischen 1975-79 in einen Albtraum. In diesem Dokumentarfilm treffen ehemalige Täter und Opfer aufeinander und beginnen eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
2. Oktober 2011 . 18 Uhr
München
USA/Kanada/Frankreich, 2005. digital, 157 Min
Regie: Steven Spielberg. Mit Eric Bana, Geoffrey Rush, Daniel Craig, Hanns Zischler, Mathieu Kassovitz u.a.
Die israelische Regierung übt Vergeltung für das Attentat bei den Olympischen Spielen 1972. Doch wo sind die Grenzen zwischen Selbstverteidigung und fortgesetztem Terror? Steven Spielbergs Thriller schlägt auch den Bogen zum jüngsten „Krieg gegen den Terror“.
8. Oktober 2011 . 18 Uhr
Rachida
Algerien/Frankreich, 2002. 35mm, 100 Min
Regie: Yamina Bachir Chouikh. Mit Ibtissem Djouadi, Bahia Rachedi, Rachida Messaouden, Zahi Boudikenafed u.a.
Algerien in den 90er Jahren: Die junge Lehrerin Rachida versucht, zwischen den Fronten fundamentalistischer Gruppen und der Armee ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Porträt einer Frau und ihrer Widerstandskraft, das für viele steht.
12. Oktober 2011 . 20 Uhr
The Ditch
Hongkong/Frankreich/Belgien, 2010. digital, 109 Min, OmU
Regie: Wang Bing. Mit Lu Ye, Lian Renjun, Xu Cenzi, Yang Haoyu, Cheng Zhengwu, Jing Niansong
Dieser Film wurde heimlich gedreht, denn er bricht ein Tabu der chinesischen Geschichte. Er zeigt die „Umerziehungslager“ unter der Herrschaft Maos. Das Dahinvegetieren im Wüstenlager treibt die Gefangenen ins menschliche Extrem.
unheimlich Vertraut . Filme vom Terror
Fimreihe 11. September bis 12. Oktober 2011
Eintritt 6,50 Euro
Ort Kino Babylon Mitte
Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin
Veranstalter C/O Berlin . Kino Babylon Mitte

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