Peter Paul Rubens 16. Oktober 2012 – 28. Februar 2013

[flattr uid='herrenzimmer' btn='compact' lng='de_DE' /]

Peter Paul Rubens Abraham und Melchisedek, um 1615-18 ©Musée des Beaux-Arts, Caen, France/Giraudon/The Bridgeman Art Library Nationality

Wäre Peter Paul Rubens (1577–1640) nicht als der wichtigste Künstler seiner Epoche in die Kunstgeschichte eingegangen, würde er heute als einer der angesehensten Diplomaten des 17. Jahrhunderts gefeiert. Rubens schuf Porträts, Landschaften, Genrebilder und mythologische Werke, vor allem aber historisch-politische Bilder und religiöse Werke aus dem Geist der katholischen Reform. Rubens verkehrte mit Königen, Fürsten und den bedeutendsten Heerführern seiner Zeit, er bewegte sich auf den politischen Bühnen Europas und korrespondierte mit wichtigen Intellektuellen.

Als Ratgeber und Unterhändler entfaltete er im Einklang mit den Interessen seiner Vaterstadt Antwerpen und der Landesherren in Brüssel an den Höfen in Madrid, Paris, Den Haag und London seine Vision eines geeinten Europas. Gemälde, aber auch Zeichnungen, Tapisserien, Buchillustrationen, Grafiken und Briefe gaben seinen politischen Ideen weit über Europa hinaus einprägsame Gestalt. Unter Einsatz seiner tagespolitisch zu deutenden Historienbilder leistete er seinen Beitrag, um den 30-jährigen Krieg zu beenden. Kein anderer Künstler wirkte mit seiner Kunst so direkt auf die politischen Prozesse seiner Zeit. Malend gelang es ihm gerade in schwierigen Missionen, den politischen Akteuren Visionen mit tagespolitischer Zuspitzung vor Augen zu führen und so Möglichkeiten zur Überwindung der Konflikte zu eröffnen.

Die Ausstellung gliedert sich in acht, an der Biografie orientierte Kapitel, die die komplexe Verbindung zwischen künstlerischen und politischen Themen erfahrbar machen. Am Anfang steht „Das Haus des Diplomaten“, in dem nicht nur Rubens‘ persönliches Umfeld vorgestellt, sondern auch seine literarischen, antiquarischen und politischen Interessen aufgezeigt werden. Während die folgende Sektion seinen Aufenthalt in Italien beleuchtet, präsentiert das dritte Kapitel den Maler im Dienst seiner wichtigsten frühen Auftraggeber, des Erzherzogs Albrecht und der Erzherzogin Isabella, in Brüssel. Weitere zentrale Themen werden Rubens‘ Verhältnis zur Religion und seine Rolle in der katholischen Reformbewegung sein. Neben einer Auswahl triumphaler Themen für kirchliche und private Auftraggeber, zeigen wir hier die Entwürfe für die Antwerpener Jesuitenkirche, die eindrucksvoll die Politisierung der Religion vor Augen führen. Der Schwerpunkt der Ausstellung wird aber Rubens‘ „Friedensdiplomatie“ darstellen, die sich auf seine politisch wichtigste Zeit in London konzentriert, als er im Auftrag des spanischen Königs am englischen Hof Friedensverhandlungen führte. Im letzten Kapitel wird anhand einiger herausragender Spätwerke deutlich, dass seine Malerei, meist lyrische Landschaftsbilder und Mythologien, über das anhaltende Kriegsgeschehen triumphierte.

Die  Ausstellung, die in Kooperation mit dem Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen entsteht, wird Rubens‘ politische Ambitionen in Verbindung zu seiner herausragenden Kunst stellen und damit das alte Thema Europa aus einem neuen Blickwinkel sehen.

Biographie

Peter Paul Rubens (1577–1640) ist der Barock-Künstler „par excellence“. In seinem Leben wie in seiner Kunst spiegelt sich beispielhaft die Leidenschaft einer bewegten Epoche. So verkörpert der geniale und umfassend gebildete, flämische Maler in seinem Schaffen den Drang des Barock nach umfassendem Begreifen, humanistischer Weltsicht und vorbildlichem Gesamtkunstwerk.

Venus und Amor, um 1615 © Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid

1577 in Siegen geboren, verbrachte er die ersten zehn Jahre seines Lebens mit seiner aus Antwerpen stammenden Familie im Exil in Köln. Nach dem Tod des als Juristen tätigen Vaters, der aufgrund seines protestantischen Glaubens aus Antwerpen fliehen musste, kehrte die Familie 1589 dorthin zurück. Der junge Rubens besuchte die Lateinschule und war für kurze Zeit Page in Diensten einer Gräfin. Nach erster künstlerischer Schulung bei dem Landschaftsmaler Tobias Verhaecht, arbeitete Rubens für mehrere Jahre in der Werkstatt von Adam van Noort und später bei Otto van Veen. 1598 wurde er Freimeister in der St. Lukasgilde, der Antwerpener Malerzunft. 1600 zog er nach Italien, wo er als Hofmaler des Herzogs Vincenzo Gonzaga in Mantua tätig war. Der Fürst ermöglichte Rubens in dieser Zeit, sich in verschiedenen Städten Italiens, unter anderem in Genua und Florenz, künstlerisch weiterzubilden. 1603 ist er im Auftrag des Fürsten von Gonzaga am spanischen Königshof in Valladolid. Die entscheidende Zeit in Italien verbrachte er aber in Rom, wo er nicht nur die Meisterwerke der italienischen Renaissance und der Antike studierte, sondern auch bereits erste renommierte Aufträge ausführte, so für die Kirche Santa Croce in Gerusalemme und für Santa Maria in Vallicella. Die Nachricht von der Erkrankung seiner Mutter ließ ihn 1608 nach Antwerpen zurück kehren.

Der Augenblick seiner Rückkehr nach Antwerpen war günstig, denn wenige Monate später wurde der Zwölfjährige Waffenstillstand geschlossen, der für das wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Wiederaufleben der südlichen Niederlande äußerst förderlich war. Als erstes malte er 1609 für das Antwerpener Rathaus „Die Anbetung der Heiligen Drei Könige“. Im selben Jahr wurde er Hofmaler der habsburgischen Statthalter Albrecht und Isabella, sein Wohnsitz blieb jedoch Antwerpen. Ebenfalls 1609 heiratete er Isabella Brant, die Tochter eines angesehenen Juristen. In den folgenden Jahren erhielt er zahlreiche Bestellungen für Altarbilder, darunter die monumentale „Kreuzabnahme“ für die Antwerpener Kathedrale, machte sich aber ebenso einen Namen mit mythologischen Kompositionen, die vom humanistisch gebildeten Kaufmannspatriziat geschätzt wurden. Die zahlreichen Aufträge veranlassten ihn, nicht nur auf Bestellung, sondern auch „op stock“, also für den freien Markt, zu malen und einen Atelierbetrieb zu organisieren, für den er sein 1610 erworbenes Wohn- und Atelierhaus in der Nähe von Antwerpens elegantester Straße Meir aufwendig umbauen und erweitern ließ. Rubens‘ zahlreiche religiöse Aufträge gipfelten 1620 in der Bestellung von 39 Deckengemälden für die neu erbaute Antwerpener Jesuitenkirche. Von diesem Zeitpunkt an sollte sich sein Interesse auf prestigeträchtige Aufträge für die Höfe in Madrid, Paris und London verlagern.

Ab etwa 1616/17 erhielt Rubens Aufträge für eine Reihe bedeutender Bilderzyklen. Unter anderem gestaltete er für eine Genueser Adelsfamilie die Entwürfe für Tapisserien mit Szenen aus der Geschichte des römischen Konsuls Decius Mus. Zudem entwarf er für die Erzherzogin Isabella die Themen für die Wandteppiche „Triumph der Eucharistie“. Sein wichtigster Auftrag stammte aber von der französischen Königsmutter Maria de‘ Medici. Sie bestellte bei ihm für das Palais du Luxembourg zwei Serien mit historisch-allegorischen Szenen. Einer dieser Zyklen war ihrem Leben und ihrer Regierungszeit gewidmet; die andere Bilderserie, die nie zur Ausführung gelangte, sollte die militärischen Erfolge ihres verstorbenen Gemahls, des Königs Heinrich IV., zeigen.

1622 begann Rubens‘ diplomatische Tätigkeit, die dem Ziel diente, den 30-jährigen Krieg zu beenden. Im Januar des Jahres und ein weiteres Mal 1623 weilte er in Paris, um mit Maria de‘ Medici und Richelieu zu verhandeln. 1624 unternahm er mehrere diplomatische Reisen zwischen Brüssel und dem Feldlager des habsburgischen Heerführers Ambrogio Spinola, und im Oktober führte er geheime Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen für Spanien. Für den Sommer 1627 ist eine Reise in die nördlichen Provinzen dokumentiert, wo er mit den englischen Unterhändlern ebenfalls in Friedensverhandlungen eintrat. Im darauffolgenden Jahr befand Rubens sich in diplomatischer Mission – aber auch zur Erfüllung künstlerischer Aufträge – in Spanien, wo er König Philipp IV. über die Verhandlungen mit den englischen Unterhändlern unterrichtete. Über Paris, Brüssel, Antwerpen und Dünkirchen reisend, traf er 1629 als außerordentlicher Gesandter der spanischen Krone in England ein, um mit König Karl I. Friedensverhandlungen aufzunehmen. Sein Aufenthalt in London wurde dadurch gekrönt, dass er am 3. März 1630 in Whitehall zum Ritter geschlagen wurde. In Begleitung der aus Frankreich geflüchteten Maria de‘ Medici unternahm er weitere diplomatische Reisen, die ihn erneut nach Den Haag führten, wo er mit dem Prinzen Frederik Hendrik von Oranien zusammentraf.

Nach dem Tod seiner ersten Frau 1626 heiratete Rubens am 6. Dezember 1630 die erst 16 Jahre alte Hélène Fourment. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er mit seiner Familie zeitweise auf seinem Landgut „Het Steen“ unweit von Mechelen. In den späten Jahren seines Schaffens erhielt er weiterhin bedeutende Aufträge, so führte er zum Beispiel die Entwürfe für die Festdekorationen anlässlich des feierlichen Einzugs des Kardinal-Infanten Ferdinand in Antwerpen aus. Der spanische König Philipp IV. erteilte Rubens 1636 den gewaltigen Auftrag, ca. 100 mythologische Szenen für die Dekoration des Jagdschlosses Torre de la Parada anzufertigen. Auch andere, oft kleinere Höfe, wie der des Wolfgang Wilhelm von der Pfalz-Neuburg, waren an seinen Arbeiten interessiert und gaben bei Rubens Gemälde in Auftrag.

In den letzten Jahren seines Lebens plagten Rubens schwere Gichtanfälle, die ihn zunehmend bei seiner Arbeit behinderten. Am 30. Mai 1640 starb Rubens hoch geehrt in Antwerpen.

Die Themen der Ausstellung

Unsere Ausstellung will Rubens‘ politische Ambitionen in Verbindung zu seiner herausragenden Kunst setzen und damit das alte Thema Europa aus einem neuen Blickwinkel sehen. Die Ausstellung gliedert sich in acht, an der Biografie orientierte Kapitel, die die komplexe Verbindung zwischen künstlerischen und politischen Themen erfahrbar machen.

I. Das Haus des Diplomaten

Im November 1610, ein Jahr nach der Heirat mit Isabella Brant, kaufte Rubens ein Haus am Wapper, unweit der vornehmsten Antwerpener Straße Meir. Der prächtige Stadtpalast bestand aus einem Ensemble von Gebäuden, dem Wohnhaus links und dem reich dekorierten Ateliergebäude rechts. Beide waren durch einen Portikus miteinander verbunden, dessen Arkaden den Blick auf den Garten und einen Pavillon freigaben.

Der in italienischem Stil erbaute Gebäudekomplex war in erster Linie das Wohnhaus von Rubens und seiner Familie und der Ort, an dem er mit einer Vielzahl von Schülern und Gehilfen arbeitete. Der prächtige Stadtpalast wurde aber auch zu dem Ort, an dem er die Klassiker der politischen und diplomatischen Theorie sammelte, ebenso wie landeskundliche, juristische und historische Werke zu den Konflikten in Europa. Mit den Jahren stattete er sein Haus derart prunkvoll mit Gemälden und Antiken aus, dass er selbst königlichen Besuch standesgemäß empfangen konnte.

II. Rubens‘ Aufenthalt in Italien

Nach einer Lehre bei dem Landschaftsmaler Tobias Verhaecht und anschließend bei den Historienmalern Adam van Noort und Otto van Veen in Antwerpen, ging Rubens im Jahr 1600 für acht prägende Jahre nach Italien. Der Aufenthalt dort hatte großen Einfluss auf sein Werk, in welchem er sich fortan immer wieder mit bedeutenden italienischen Malern, darunter Raffael, Tintoretto und vor allem Tizian, auseinandersetzte. Kaum in Italien angekommen, wurde er Hofmaler von Vincenzo Gonzaga, dem Herzog von Mantua, der ihn mit einer wertvollen Gemäldesendung zum habsburgischen König Philipp III. von Spanien nach Valladolid schickte.

Während seines Aufenthalts in Italien arbeitete er in Mantua, reiste nach Venedig und Genua und weilte mehrfach für einige Monate in Rom. Dort beschäftigte er sich intensiv mit antiken Bildwerken und den bedeutenden italienischen Renaissancemalern und schuf sowohl für Santa Croce in Gerusalemme als auch für Santa Maria in Vallicella, die Kirche der römischen Oratorianer, großformatige Altarbilder. Während seines italienischen Aufenthalts knüpfte Rubens seine ersten wichtigen politischen Kontakte, sowohl mit Vertretern des spanischen Hofes als auch mit denen der Genueser Aristokratie.

Wildschweinjagd, um 1615/16 ©Musée des Beaux-Arts, Marseille, France, Giraudon, The Bridgeman Art Library Nationality

III. Rubens im Dienst des Brüsseler Hofes

Rubens wichtigste Auftraggeber in den Jahren nach seiner Rückkehr aus Italien waren die spanisch-habsburgischen Erzherzöge Albrecht und Isabella, die im Auftrag des spanischen Königs die Südlichen Niederlande verwalteten. Kaum war er zurück in Antwerpen, machten sie ihn unter besten Bedingungen zum Hofmaler. Der Erzherzog und seine Gemahlin beauftragten Rubens mit zahlreichen religiösen und historischen Werken sowie mit einer Reihe von Porträts. Sie stellten für ihn auch die Verbindung zu den Königen Europas, zu Fürsten und hochrangigen Ministern her, zum spanischen König Philipp IV. sowie zu dessen mächtigstem Minister, dem Grafen von Olivares. Der Brüsseler Hof wurde für Rubens auch zu dem Ort, an dem er die beiden Heerführer Ambrogio Spinola und Don Diego Messía, Marquis de Leganés, traf.

Als katholische Fürsten unterstützten sie die Vorstellungen und Ziele der Gegenreformation. Im Sinne der katholischen Reformbewegung bestellte Isabella bei Rubens für das Madrider Kloster „Las Descalzas Reales“ die Entwürfe für eine Serie von Wandteppichen zum „Triumph der Eucharistie“. Von größter Bedeutung waren ihre Bemühungen um den Bau und die Dekoration von Kirchen und Klöstern in Brüssel und Antwerpen, für die sie für damalige Verhältnisse enorme Geldsummen zur Verfügung stellten.

Auch der Nachfolger des Erzherzogpaares, der Kardinalinfant Ferdinand, Bruder des spanischen Königs Philipp IV., bestätigte Rubens‘ Status als Hofmaler. In dessen Amtszeit schuf er die Entwürfe für die umfangreichen Dekorationen, die der Stadtrat für dessen feierlichen Einzug in Antwerpen 1634 in Auftrag gab.

IV. Rubens und die Kirche

Mit seiner Rückkehr aus Italien setzte bei Rubens 1608 ein breitgefächertes und umfangreiches, religiöses Schaffen ein. Die katholische Reformbewegung war damals auf dem Höhepunkt und bot ihm durch die Neuausstattung vieler Kirchen und den Neubau von Klöstern eine Vielzahl wichtiger Aufträge.

Theoretiker der Gegenreformation verlangten, dass die Darstellungen auf Altarbildern klar und deutlich aufgebaut sein müssten, um die Gläubigen zur Frömmigkeit zu bewegen. Mit dieser Auffassung schlossen sie sich im Wesentlichen den Ideen von Ignatius von Loyola und Filippo Neri, den Gründern des Jesuitenordens, an. Diese forderten mit Nachdruck, dass den Gläubigen beim Meditieren über das Leben Christi oder der Heiligen die entsprechenden Szenen so anschaulich wie möglich vor Augen geführt wurden. Rubens‘ naturalistische und gefühlvolle Darstellung religiöser Szenen, mit einer Konzentration auf das Hauptgeschehen, schien diesen Anforderungen auf ideale Weise zu entsprechen. Seine Arbeit als Maler religiöser Werke beschränkte sich dabei nicht auf Antwerpener Ordenseinrichtungen. Gläubige aus dem gesamten Gebiet der Südlichen Niederlande, also auch aus Mechelen, Brüssel, Löwen, Gent und Lille, sowie letztlich aus ganz Europa, bestellten bei Rubens große Altargemälde.

Rubens‘ sicher wichtigster kirchlicher Auftrag war aber die Ausstattung der 1621 geweihten Jesuitenkirche in Antwerpen. Neben den Hochaltarbildern schuf er für die flachen Decken der Seitenschiffe insgesamt 39 Bilder mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Diese Gemälde fielen 1718 einem verheerenden Brand zum Opfer. Anhand der vorbereitenden Ölskizzen, drei sind allein in der Ausstellung vertreten, kann die neuartige Konzeption seiner Deckenbilder studiert werden. Rubens war auch an der skulpturalen und architektonischen Dekoration der Kirche beteiligt. In Anlehnung an seine Erfahrung mit der italienischen Baukunst schuf er für die Fassade den Entwurf für ein Medaillon und für den Hochaltar die Skizze für den steinernen Rahmen.

V. Adel und Bürgerschaft als Auftraggeber

Rubens schuf seine Werke nicht nur für die Könige und Fürsten der europäischen Höfe in Brüssel, Madrid, Paris und London, sondern arbeitete vor allem in seinen frühen Antwerpener Jahren auch für die reiche Bürgerschaft der Stadt. Kaufleute und Bankiers aus Spanien, England, Deutschland und Genua machten Antwerpen zu einer kosmopolitischen Metropole, die gegenüber dem Machtzentrum in Brüssel die bedeutendste Kunststadt in Flandern blieb. Diese Bürger verfügten nicht nur über eine humanistische Bildung, sondern auch über das Kapital und den Wunsch, dieses in Kunst zu investieren.

Zu Rubens’ wichtigsten bürgerlichen Auftraggebern gehörte der Antwerpener Stadtrat, der ihn 1609 mit der großen „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ für den Ständesaal des Rathauses betraute und ihm 1634 die Dekorationen für den Festeinzug des Kardinalinfanten Ferdinand übertrug. Ebenso bedeutende Auftraggeber waren die städtischen Gilden und angesehene Bürger, etwa der langjährige Bürgermeister Nicolaas Rockox und Balthasar II. Moretus, der Geschäftsführer der berühmten Druckerei „Officina Plantiniana“. Zu den frühen adeligen Mäzenen zählte auch Herzog Maximilian von Bayern, der bei Rubens 1615 eine vierteilige Folge von Jagdszenen bestellte, darunter die ausgestellte „Wildschweinjagd“.

VI. Zwei Gemäldezyklen für den französischen Hof

Während des Aufenthalts in Italien nahm Rubens als Gesandter des Herzogs von Mantua an der Hochzeit von Maria de‘ Medici mit dem französischen König Heinrich IV. teil. Nach dem Tod des Gemahls 1610 übernahm Maria bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Ludwig XIII. 1614 die Regierungsgeschäfte in Frankreich. Das Verhältnis zwischen ihr und dem Prinzen war lange Zeit gespannt. Nach der Versöhnung 1620 erhielt Maria de‘ Medici aber die Erlaubnis, wieder in Paris zu leben und das neu erbaute Palais du Luxembourg verschönern zu lassen.

Für die Galerien der beiden Seitenflügel bestellte sie bei Rubens 1622 zwei Gemäldezyklen. In der ersten der beiden Serien stellte Rubens das Leben und die Heldentaten der Königin dar. Dies war keine leichte Aufgabe, da ihr Leben wenig ruhmreich verlaufen war. So musste die beschämende Episode mit der „Flucht aus Paris“ durch die allegorische Komposition „Die Glückliche Regierung“ ersetzt werden, einem Meisterstück der barocken Personenverherrlichung. Im Februar 1625 konnte Rubens die 24 großformatigen Gemälde zur großen Zufriedenheit der Königin in Paris abliefern.

Die Anfertigung des zweiten Zyklus‘, der den Kriegshandlungen und errungenen Siegen Heinrichs IV. gewidmet war, war für Rubens weniger erfreulich. Auch wenn Heinrichs Leben genügend Stoff für eine Bilderfolge geliefert hätte, verhinderten politische Beweggründe, vor allem das Eingreifen des einflussreichen Kardinals Richelieu, den Auftrag. Die weit ausgearbeiteten Entwurfsskizzen, etwa „Die Einnahme von Paris“ und „Die Versöhnung von Heinrich III. mit Heinrich von Navarra“, vermitteln aber die geplante Konzeption der Bilder.

VII. Rubens‘ Friedensmission in London

Rubens war nicht nur als Maler, sondern fünfzehn Jahre auch als Diplomat tätig. Sein größter diplomatischer Erfolg war die Vorbereitung des 1630 unterzeichneten Friedensvertrags zwischen England und Spanien. Im Vorfeld hatte er von Philipp IV. genaue Instruktionen erhalten und war zum Sekretär des Geheimen Rates ernannt worden. Mit diesem Status reiste er im Frühjahr 1629 nach London, wo er mit König Karl I. die Bedingungen des Friedensvertrags aushandelte. Der englische König war mit seiner Arbeit so zufrieden, dass er Rubens bei seiner letzten Audienz in Whitehall zum Ritter schlug. Auch Rubens hatte ein Geschenk: Er präsentierte dem Monarchen das Gemälde „Krieg und Frieden“, das seinen diplomatischen Auftrag in eine allegorische Form fasste: Ein Leben in Frieden und Wohlstand nach Ende des Krieges.

Während des Aufenthalts in London beauftragte Karl I. Rubens auch mit der Ausschmückung des Festsaales des für offizielle Anlässe genutzten Whitehall Palace. Im August 1634 waren die Arbeiten an den neun riesigen Deckengemälden abgeschlossen. Die Bilder sind um das Mitteloval mit der „Apotheose Jakobs I.“ angeordnet und preisen die Tugenden des verstorbenen Vaters von Karl I. Während der monumentale Zyklus unter Beteiligung der Werkstatt entstand, sind die erhaltenen Ölskizzen zur Vorbereitung vom Meister selbst.

VIII. Rubens‘ Aufträge für den spanischen König Philipp IV.

In den späten Schaffensjahren arbeitete Rubens vornehmlich für den spanischen König Philipp IV. Neben der Ausschmückung des “Torre de la Parada“, des königlichen Jagdschlosses, schuf er um 1628 auch eine Werkgruppe von acht Gemälden für den „Salón nuevo“, den neuen Saal im Alcázar in Madrid. Rubens legte die Werke paarweise an, indem er dieselbe Herrschertugend in einer römischen und einer alttestamentarischen Episode illustrierte. In dem ausgestellten Bilderpaar „Mucius Scaevola vor Porsenna“ und „Die Versöhnung von Jacob und Esau“ veranschaulichte er Tapferkeit und Versöhnung und darüber hinaus die Fürstentugend der Friedensbereitschaft. Angesichts der erhofften Vereinigung der nördlichen und südlichen Provinzen erhält das großartige Bilderpaar ein ganz eigenes Gewicht.

Nachdem Rubens 1630 in zweiter Ehe Hélène Fourment geheiratet hatte, zog er sich aus der Politik zurück und verbrachte viel Zeit auf seinem Landgut „Het Steen“ unweit von Mechelen. Während in Europa immer noch der Dreißigjährige Krieg wütete, malte er dort idyllische Landschaften. Das Ende des Krieges, um das Rubens sich so sehr bemüht hatte, den Friedensschluss von Münster und Osnabrück 1648, erlebte er nicht mehr. Er starb am 30. Mai 1640 in Antwerpen.

Thetis empfängt die Waffen für Achill, 1630-35 ©Musée des Beaux-Arts, Pau, France, Giraudon, The Bridgeman Art Library

Highlights der Ausstellung

Peter Paul Rubens
Abraham und Melchisedek, um 1617/18 Öl auf Holz, übertragen auf Leinwand, 204 x 250 cm Musée des Beaux-Arts de Caen

Bei diesem farblich und kompositionell großartigen Gemälde „Abraham und Melchisedek“ aus dem Musée des Beaux-Arts in Caen folgte Rubens einem Bericht aus dem Alten Testament. Demnach hatte Abraham, hier links im Bild, die Schlacht gegen Kedor-Laomer siegreich beendet und war mit reicher Beute zurückgekehrt. Der Priesterkönig von Salem, Melchisedek, war ihm mit seinem Gefolge entgegen geritten und überreichte ihm zum Zeichen seiner Ehrerbietung Brot und Wein. Zum Ausdruck seiner Priesterwürde trägt Melchisedek auf dem Haupt zusammen mit einem Lorbeerkranz die päpstliche Kopfbedeckung des Camauro, eine mit Hermelin gefütterte, rote Kappe. Als Feldherr „all‘ antica“ gerüstet und mit einem roten Mantel ausgezeichnet, stützt Abraham seine Rechte auf den Kommandostab und legt die Linke wie zur Bekräftigung des Gehörten auf die Brust. Seine Begegnung mit Melchisedek findet auf einem erhöhten Stufenpodest vor einer Torarchitektur statt, die die beiden wie ein Triumphbogen hinterfängt. Die auf monumentale Wirkung abzielende Komposition steht in unmittelbarer stilistischer und motivischer Nähe zum Decius Mus-Zyklus.

Diese beliebte Szene aus dem Alten Testament gehörte bereits im Mittelalter zu den wichtigsten Vorausdeutungen des Abendmahls und der Eucharistiefeier. Auch die katholische Reformbewegung hat die traditionelle Sinngebung des Themas nicht wesentlich geändert – im Gegenteil, das Überbringen von Brot und Wein wurde als Präfiguration, also als vorausdeutende Handlung, des von der Gegenreformation mit Nachdruck verteidigten Wunders der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi angesehen.

Rubens hat die Begegnung von Abraham und Melchisedek zwei weitere Male in durchaus kämpferischem Kontext eingesetzt: 1620/21 als Deckenbild in der Antwerpener Jesuitenkirche, in der Ausstellung durch die Ölskizze aus dem Louvre vertreten, und 1626/27 innerhalb seiner Teppichserie zum Triumph der Eucharistie.

Dianas Heimkehr von der Jagd, um 1616 Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden/ The Bridgeman Art Library Nationality

Peter Paul Rubens
Dianas Heimkehr von der Jagd, um 1616 Öl auf Leinwand, 136 x 184 cm Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Als gelehrter Humanist äußerst gebildet und belesen, als Künstler hochbegabt und in jungen Jahren bereits erfolgreich – so kehrte Peter Paul Rubens 1608 aus Italien nach Antwerpen zurück. Die Beschäftigung mit dem Erbe antiker Kunst und Literatur war seitdem zu einem Eckpfeiler seines künstlerischen Schaffens geworden. Seit seiner endgültigen Niederlassung in Antwerpen widmete er sich mit anhaltendem Interesse den Themen der griechischen und römischen Mythologie; unter anderem beschäftigte er sich wiederholt mit der Göttin Diana, der er ganz neue Aspekte abzugewinnen vermochte.

Zu einer der bekanntesten Darstellungen der schönen Göttin gehört das prachtvolle Dresdner Galeriebild „Dianas Heimkehr von der Jagd“. Während die vorausgegangenen Jagdbilder von stürmischer Bewegung und dramatischer Handlung leben, gewinnt „Dianas Heimkehr“ ihren Reiz aus der Ruhe und der Besonnenheit der jungen Göttin. Sie, die gleichzeitig die Keuschheit verkörpert, kehrt mit drei Gefährtinnen von der Jagd zurück, auf der sie gemeinsam einen Hasen und mehrere Vögel erlegt haben. Bei ihrer Ankunft treffen sie auf drei lüsterne und nur mit Fellen bekleidete Satyrn, die den Frauen nicht nur üppig gefüllte Obstschalen anbieten, sondern sie auch mit vieldeutigen Blicken und gewinnendem Lächeln begehren. Der diagonal verlaufende Jagdspeer markiert eine deutliche Zäsur zwischen den Gruppen. In der friesartigen Bildkomposition stellte Rubens nicht nur Männer und Frauen gegenüber, sondern konfrontierte auch zwei entgegengesetzte Prinzipien miteinander. Während die Satyrn, angeregt durch die berauschende Wirkung des Weines, die ungezügelte Begierde vertreten, repräsentieren Diana und ihre Gefährtinnen die Keuschheit und gelten als Bezwingerinnen des von Bacchus vertretenen Lustprinzips.

Rubens hat das Thema der Diana unabhängig von inhaltlichen Erwägungen sicher auch deshalb wiederholt gemalt, weil es ihm die Darstellung des wenig verhüllten, weiblichen Körpers ermöglichte. Im Fall von „Dianas Heimkehr von der Jagd“ schöpfte er aber auch aus dem Kontrast zwischen den unterschiedlichen Inkarnaten, zwischen Fell und leichtem Stoff, zwischen kräftig-derben und feinen, weiblichen Händen. Die Früchte- und Wildstillleben sowie die Hunde im Gemälde stammen von Rubens‘ Werkstattmitarbeiter und Kollegen Frans Snyders.

Peter Paul Rubens und Werkstatt
Mucius Scaevola vor Porsenna, 1626-28 Öl auf Leinwand, 187 x 156 cm Szépmüvészeti Múzeum, Budapest

In einem der Hauptwerke der späten zwanziger Jahre des 17. Jahrhunderts schildert Rubens eine dramatische Episode aus der römischen Geschichte. Mit dem Ziel, den für Rom äußerst gefährlichen Etruskerkönig Porsenna zu ermorden, hatte sich der junge Römer Gaius Mucius in das feindliche Lager geschlichen. Durch eine Verwechslung tötete er aber – anstatt des Königs – dessen Sekretär. Rubens zeigt das Schwert noch in der Brust der Leiche.

Porsenna droht nun, den Römer verbrennen zu lassen, um ihn zum Verrat der Hintergründe des Attentats zu zwingen. Mit einem schockierenden Feuerbeweis, dass ihn die Androhung von Schmerz nicht erschüttern kann, weist Gaius Mucius diese Drohung aber zurück. Er hält seine Rechte in ein Opferfeuer, lässt sie verbrennen und blickt dabei den Etruskerkönig standhaft an. Porsenna ist hiervon so erschüttert, dass er Mucius freilässt. Der Linkshänder „Scaevola“, wie Mucius von nun an genannt wurde, beantwortete diese edle Geste mit der Auskunft, dass dreihundert junge, römische Adelige bereitstünden, die Tat zu vollenden, die ihm selbst missglückt sei. Erst jetzt ist Porsenna bereit, mit den Römern Frieden zu schließen.

Die Erstfassung dieses Bildes, das ausgestellte Werk ist die ausgezeichnete, zweite Fassung, war zusammen mit sieben weiteren Gemälden im Auftrag des spanischen Königs Philipp IV. für den „Salón Nuevo“ im Madrider Alcazar entstanden. Die acht Gemälde wurden zu einem Zeitpunkt nach Madrid transportiert, als Rubens selbst auf dem Weg dorthin war, um mit dem spanischen König die anstehenden Friedensverhandlungen zu erörtern, die er in den folgenden Jahren mit dem englischen König Karl I. in London führen sollte.

Die acht Gemälde waren paarweise zusammengestellt, so dass sie sich zu einem sichtbaren Lobpreis der Herrschertugenden des spanischen Königs zusammenfügten. Über „Mucius Scaevola vor Porsenna“ hing Rubens‘ alttestamentarische Darstellung von der „Versöhnung zwischen Jacob und Esau“, die in der Ausstellung durch die vorbereitende Ölskizze ebenfalls vertreten ist. Das Hauptziel der beiden Bilder musste es sein, vom zögernden spanischen König größtmöglichen Spielraum für die anstehenden Friedensverhandlungen in London zu erhalten. Hierzu passend führten die einander zugeordneten Bilder historische Beispiele von Friedensschlüssen vor Augen, in denen der spanische König seine eigene Lage ehrenvoll gespiegelt finden konnte.

Der Dreißigjährige Krieg und seine Vorgeschichte

Die stark föderalistisch organisierten 17 Provinzen der Niederlande waren im Mittelalter an die Habsburger gelangt. Als Kaiser Karl V. 1556 sein „Weltreich“ teilte, wies er sie zusammen mit Spanien seinem Sohn Philipp zu. Dieser war dazu übergegangen, seine niederländischen Besitzungen als Nebenland der spanischen Krone zu regieren. Er betrieb eine dezidiert katholische Religionspolitik, die zu massiven Konflikten führen sollte. Die niederländischen Stände trachteten nach einer Ausweitung ihrer weitgehenden Mitspracherechte und nach konfessioneller Freiheit. Gegen das gewaltsame Vorgehen des spanischen Herzogs von Alba kam es schrittweise zum Aufstand, der im Laufe der siebziger Jahre des 16. Jahrhunderts zur Spaltung der Niederlande führte. Die Niederlande teilten sich fortan in einen nördlichen, ständisch regierten, formell calvinistischen Landesteil und einen südlichen Verband, der gegen die Sicherung der ständischen Rechte zum katholischen Glauben und zum Gehorsam gegenüber dem spanischen König zurückkehrte.

Sowohl die nördlichen Provinzen als auch der südliche, spanische Teil strebten eine Wiedervereinigung der gesamten Niederlande an – allerdings jeweils unter den eigenen politischen und konfessionellen Bedingungen. Zur Durchsetzung dieses Ziels führten beide Seiten mit wechselndem Erfolg gegeneinander Krieg. 1581 sagten sich die nördlichen Niederlande offiziell vom spanischen König los und gründeten die Republik der Vereinigten Niederlande. Die Ermüdung durch die vielen Kriegsjahre und die militärische Pattsituation verstärkten schließlich bei beiden Parteien den Wunsch nach Beendigung des Krieges. Aus Scheu der spanischen Krone vor der endgültigen rechtlichen Anerkennung der faktisch selbständigen Republik kam es 1609 noch nicht zu einem Friedensschluss, sondern lediglich zu einem auf zwölf Jahre befristeten Waffenstillstand. Die Waffenruhe gewährte dem Süden, vor allem aber dem Norden die notwendige Ruhe, ihre Städte wieder aufzubauen und den Handel wieder aufzunehmen. Mit Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges 1618, der Spanien als Verbündeten des katholischen Kaisers sah, zeichnete sich ab, dass der Waffenstillstand nicht verlängert werden würde.

Als am 23. Mai 1618 protestantisch gesinnte, böhmische Aufständische in die Prager Burg eindrangen und zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster warfen, war dies nur der Funke, der die lange schwelenden Krisenherde im Reich und in Europa entfachte und schließlich zum Flächenbrand des Dreißigjährigen Krieges führte. Dieser so genannte „Prager Fenstersturz“ war kein spontaner Gewaltakt, sondern eine gezielte Provokation gegen die katholischen habsburgischen Herrscher. In Böhmen wurde nun eine provisorische Regierung eingesetzt, und ein gutes Jahr später erklärte diese den seit 1619 amtierenden Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Ferdinand II., als böhmischen König für abgesetzt. Ferdinand wurde von den spanischen Verwandten und der katholischen Liga unter Maximilian von Bayern aber massiv unterstützt, so dass er den böhmischen Aufstand in der Schlacht am Weißen Berg beenden konnte. Obwohl die Protestanten dadurch einen massiven Rückschlag verkraften mussten, weitete sich der Krieg aus und wurde durch den Eintritt des dänischen Königs Christian IV. 1625 und durch die anfänglich spektakulären Siegeszüge des schwedischen Königs Gustav II. Adolf 1630–32 zum Machtkampf der europäischen Herrscherhäuser. Nach dem Sieg über die Schweden 1634 bei Nördlingen konnte Ferdinand II. 1635 den Prager Frieden mit Sachsen schließen, dem sich fast alle Reichsstände anschlossen.

Angesichts dieses Erfolgs der feindlichen Habsburger erklärte das katholische Frankreich im Mai 1635 dem spanischen König und damit – indirekt – auch dem Kaiser den Krieg. Die andauernden militärischen Auseinandersetzungen hatten sich vom anfänglichen Religionskrieg zum europäischen Mächtekampf gewandelt. Hauptschauplatz blieb allerdings das Reichsgebiet, das in den nun folgenden Jahren schlimmer verwüstet wurde als je zuvor. Schließlich einigten sich die Kriegsparteien 1641 auf Verhandlungen in Münster und Osnabrück. Doch erst als der Kaiser, geschwächt durch die abnehmende Unterstützung der Spanier, zunehmend ins Hintertreffen geriet, und 1645 gezwungen war, auch die Reichsstände einzuladen, kamen die Friedensverhandlungen in Gang. Die Spanier und die Niederländer unterschrieben am 30. Januar 1648 in Münster einen Vertrag, der die sieben nördlichen Provinzen endlich in die Unabhängigkeit entließ. Die Verträge vom 24. Oktober 1648 beendeten schließlich nicht nur ein halbes Jahrhundert politischer und militärischer Krisen, sondern etablierten auch eine vergleichsweise stabile Ordnung in der Mitte Europas.

Peter Paul Rubens
16. Oktober 2012 – 28. Februar 2013
Datum: 16. Oktober 2012 – 28. Februar 2013
Ort: Von der Heydt-Museum Wuppertal
Turmhof 8
42103 Wuppertal
Internet: www.rubens-ausstellung.de

Ähnliche Artikel im Herrenzimmer
“And the Oscar goes to….“  (14. November 2012 bis 29. April 2013)
Joan Fontaine hatte beim Casting zunächst kein Glück: Als sie für REBECCA (USA 1940) bei Alfred Hitchcock vorsprach, sortierte der große Hollywood-Regisseur sie noch sehr ...
Weiterlesen...
Der hartgesottene Detektiv par excellence: Humphrey Bogart als Sam Spade in THE MALTESE FALCON (Die Spur des Falken, John Huston, USA 1941)  Bildquelle: Deutsches Filminstitut DIF e.V. / Bildarchiv
Können Sie die Story von Tote schlafen fest nacherzählen? Und wissen Sie, wer der Böse war? Ich nicht, dabei habe ich den Film sicher ein ...
Weiterlesen...
Navi hin, Navi her: Mit dem neuen ADAC MaxiAtlas Deutschland 2012/2013 den Überblick behalten
Ostfildern, Februar 2012. Der stattliche ADAC MaxiAtlas Deutschland 2012/2013 vereint Übersichtlichkeit und klare, ästhetische Kartografie. Mit dem großzügigen Maßstab 1:150 000 findet der Autofahrer auch ...
Weiterlesen...
Sonntag, 14. Oktober: FILM NOIR!-Finissage mit Kino, Kurzführungen und Barbetrieb
Zur Finissage am Sonntag, 14. Oktober öffnet die Sonderausstellung FILM NOIR! im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/Main von 19:30 Uhr bis 24:00 Uhr zum letzten Mal ihre ...
Weiterlesen...
Lee Konitz (foto: awb). * 13. 10. 1927
ist der Geburtstag mehrerer bekannter Jazzmusiker. Zu nennen sind da Art Tatum (1909), Terry Gibbs (1924), Ray Brown (1926), und Lee Konitz (1927).  Auch die ...
Weiterlesen...
“And the Oscar goes to….“ (14. November 2012 bis 29. April
Filmreihe zur Sonderausstellung FILM NOIR! (bis 14. Oktober 2012) im Kino des
Navi hin, Navi her: Mit dem neuen ADAC MaxiAtlas Deutschland 2012/2013 den
Sonntag, 14. Oktober: FILM NOIR!-Finissage mit Kino, Kurzführungen und Barbetrieb
Der 13. Oktober