Der deutsche Mann

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riecht ja gerne etwas streng. Jeder Iltis zieht sich bedröppelt in den Bau zurück, wenn seine legendäre Duftnote von einem vorbeispeichenden Radfahrer im zarten Saitling geradezu zum Wohlgeruch degradiert wird. Daher ficht es ihn auch wenig an, dass die EU an neuen Restriktionen und Verboten arbeitet. Die deutsche Frau, so sie kein deutsches Mädel ist, weiß hingegen durchaus die Qualitäten von Bergamot, Citron und Néroli pétales zu schätzen, Ingredienzien, die sich in manchem edlen Duft zu einer hochkomplexen Komposition vereinen und für sehr viel Geld in sehr kleinen Flaschen zu kaufen sind.

Einschränkend muss man allerdings sagen, dass es auch deutsche Frauen gibt, die sich mit dem Äußeren einer Gurke schmücken oder wie eine Frau ausehen, die wie ein Mann aussieht, der wie eine Frau aussieht. Und aus solchen Quellen, ergänzt um manches sich deutscher als eine deutsche Frau gerierendes Flintenweib anderer Nation, rekrutiert die EU offenbar besonders gerne ihre “Verbraucherschützer”-Innen. Ergebnis sind dann Pläne in der Art, wie sie im Herrenzimmer vor einigen Wochen thematisiert wurden, nämlich Pläne zum Verbot zahlreicher Inhaltsstoffe von Parfüms. Offizieller Vorwand: man wolle die Verbraucher aktiver vor Allergien schützen. Und die würden bevorzugt von natürlichen Inhaltsstoffen in Parfüms ausgelöst.

Lassen wir mal die Frage dahin gestellt, welche Allergien wahrscheinlich von den dann eingesetzten synthetischen Ersatz-Inhaltsstoffen ausgelöst werden können. Lassen wir auch die Tatsache außer Acht, dass es niemals möglich sein wird, viele der verwendeten natürlichen Stoffe durch künstliche Kopien ohne qualitativen Verlust zu ersetzen. Aber reden wir davon, dass sehr viele Menschen gegen Erdbeeren, Nüsse, Bananen, Fisch, Erdnüsse oder Schalentiere allergisch sind und dass diese teils lebensgefährlichen Stoffe dann ebenfalls verboten werden müssen. Und da haben wir noch gar nicht die zahlreichen und zahllosen allergieauslösenden Stoffe zur Sprache gebracht, die uns die gesamte Umwelt in Form von Industriemüll in fester oder gasförmiger Gestalt anbietet. Aber hier – so wie auch bei der Lebensmittelindustrie – hätte man es mit einem mächtigen Gegner zu tun, der weitaus bessere Lobbyarbeit betreibt als beispielsweise die Tabakindustrie und den man sich in Brüssel wohl kaum traut, wirklich in die Verantwortung zu nehmen. Die Parfümhersteller hingegen, teils kleine bis kleinste Unternehmen, bieten sich geradezu als potenzielle Opfer an, da sie kaum in der Lage sein werden, ihre Interessen und die ihrer Kunden gegenüber dem EU Verbraucherschutzwahn laut und nachhaltig genug zu artikulieren.

Auch die ZEIT hat sich jetzt des Themas angenommen, hier kann man den Artikel lesen, der auch noch einige weitere Aspekte dieser neuen Attacke der EU auf ihre Bürger und schutzlose Branchen beleuchtet. Sollten die Pläne umgesetzt werden, dürfte so manche feine Dame, die sich bis dato schrill für ein Rauchverbot in ihrem Dunstkreis ausgesprochen hat plötzlich vor der gleichen Situation stehen wie die Raucher, denen man die Kneipe nimmt oder die Mentholzigaretten. Und vielleicht dann erkennen, dass vor der EU alle Menschen gleich sind, Hauptsache, man kann ihnen etwas verbieten. Da könnte fast beim einen und anderen in die Quasikriminellen-Ecke gestellten Raucher eine gewisse klammheimliche Freude aufkommen …

awb


Der Gentleman Guide für ultimativen Duftgenuß

Der wahre Gentleman genießt bewußter und intensiver als der Normalbürger, denn er handelt aus Überzeugung und ist stets mit ganzem Herzen engagiert:

  • Was immer der Gentleman tut, ob Arbeit, Freizeit, Sport, Kultur, Essen, Körperpflege – er handelt nach den Prinzipien: Respekt, Großzügigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Klugheit, Fürsorge.
  • Der Gentleman trägt einen Duft von höchster Qualität, er pflegt einen großzügigen Lebensstil und sein Duft muß diesem entsprechen.
  • Der Gentleman wählt einen Duft, den er mit seinem Image verbindet.
  • Wichtig ist ihm, daß er der Philosophie vertrauen kann, d. h., daß der Duft exklusiv angeboten wird und aus erlesenen Ingredienzien komponiert ist.
  • Der Duft des Gentleman präsentiert sich in einem Flakon, der zum einen dem edlen Inhalt Respekt erweist, zum anderen beste Materialien und anspruchsvolles Design vereint.
  • Ein Gentleman weiß, daß sein Duft durch wohl dosierte Verwendung ein – seine Persönlichkeit unterstreichendes – Stilmerkmal ist.
  • Seine Klugheit sagt ihm, daß nicht die Menge des Duftes entscheidend ist, sondern das Wie des Dufteinsatzes, darum trägt er ihn vor dem Anziehen auf die saubere Haut auf, damit er sich echt und intensiv entfalten kann.
  • Wärmere Körperzonen wie Hals, Nacken, Brust und alle Regionen, in denen das Blut pulsiert, verströmen einen Duft besonders gut.
  • Natürlich weiß der Gentleman, daß eine Duft-Erfrischung nach einer anstrengenden Mission ausschließlich nach dem Duschen erfolgt.
  • Duftkonkurrenzen und -mischungen sind für ihn Fremdwörter, da er Gerüche oder fremde Duftspuren in seiner Kleidung konsequent meidet.
  • Nach dem Prinzip der Klugheit und des Respekts vor den Nasen anderer, dosiert er seinen Duft im Beruf, beim Sport, auf Konferenzen oder beim Dinner schwächer als beim abendlichen Rendezvous.
  • Sein Duft soll aus der Nähe unaufdringlich und anziehend wahrgenommen werden.
  • Seine Großzügigkeit erlaubt ihm zu seinem Lieblingsduft im Bad einen zusätzlichen Reiseflakon für unterwegs, um auch auf Reisen nicht auf seinen Duft verzichten zu müssen.
  • Der Gentleman mit derart hohen Ansprüchen findet seinen Duftbegleiter nicht in den klassischen Verkaufsstellen. Er sucht ihn inmitten von Prestige- und Nischenmarken, in erlesenen Privatparfümerien, entdeckt ihn in erstklassigen Hotels oder bei seinem Schneider.
  • Der Gentleman von heute nutzt durchaus neue Wege, um seinen Duft schnell und unkompliziert nachzukaufen – oder er läßt ihn bestellen…..
  • Gern läßt er sich von einem neuen, unbekannten Duft edelster Attitüde überraschen und weiß ein solches Geschenk zu schätzen.

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