Die Rolle des DONALDISMUS für sämtliche bekannten wissenschaftlichen Disziplinen dieser Welt

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Ein Vorurteil von ungeheurer Dimension hält sich seit mehr als 70 Jahren penetrant und offenbar unausrottbar: die Meinung nämlich, “Donald Duck” sei “etwas für Kinder“. Selbst die bald vierzigjährige Aufklärungsarbeit der Donaldisten (Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus” D.O.N.A.L.D.) hat daran nicht wirklich viel ändern können. Dabei ballt sich gerade in dieser Organisation ein höchst kompetentes, wissenschaftliches Personal, dessen oft bahnbrechende Untersuchungen aber nur selten über den Kreis der Mitglieder hinaus bekannt wird. An Initiativen mangelt es dabei keineswegs, so ist die Donaldistische Forschung ein ganz zentraler Vereinszweck, zu dessen Durchsetzung man sogar die Akademie der Donaldistischen Wissenschaften gründete. Sie fördert den donaldistischen Nachwuchs und verleiht alljährlich den Professor-Püstele-Preis für die überzeugendste wissenschaftliche Arbeit des  Jahres. Darunter gab es bahnbrechende Untersuchungen über “Panik, Platzangst, Paranoia: Ein Blick hinter die Entenhausener Fassade” , “Schlaf, Ohnmacht, Tod. Bewusstseinszustände in Entenhausen” oder auch “Computer in Entenhausen – antiquiert oder revolutionär?” Zwar standen als Fallstudien für die Untersuchungen stets Um- und Zustände in Entenhausen im Mittelpunkt; diese lassen sich aber in fast allen Fällen auch auf andere städtische Konglomerate übertragen.

Daher ist es wirklich bedauerlich, dass die Donaldistische Forschung in der breiten Öffentlichkeit auch nach fast 40 Jahren weiterhin kaum oder gar nicht beachtet wird. Tragisch ist dieser Umstand vor allem dann, wenn durch Anwendung donaldistischer Erkenntnisse Gesundheit oder gar Leben bewahrt werden kann. Ein eindrucksvolles Beispiel für den Segensreichtum Donaldistischer Forschung stellt ein Bericht von Dr. Dieter Hassler, Facharzt für Allgemeinmedizin in Karlsruhe dar, in dem sich der Mediziner mit einem der übelsten Plagegeister unserer Zeit befasst: dem gemeinen Holzbock, auch Zecke genannt. Als ich vor mehr als 35 Jahren des öfteren im süddeutschen Raum unterwegs war, kam ich recht bald in Kontakt mit diesen Tieren, die durch ihren Biss oft sehr gefährliche Infektionen übertragen können. Bei mir daheim, 500 km weiter nördlich, galt die Zecke damals noch fast wie ein exotisches Wesen. Doch längst hat der “terroristische Arthropode” (Dieter Hassler) seinen Siegeszug in nördliche Regionen angetreten, gewiss begünstigt durch die allgemeine Klimaerwärmung; der Holzbock benötigt eine gewisse Mindesttemperatur, die er wohl inzwischen auch nördlich von Neckar und Main vorfindet.

Der rechtswendige Gurkenmurkser (schematische Darstellung)

Das Wissen über den Umgang mit Zecken hat mit deren Verbreitung nicht Schritt gehalten, so dass den Parasiten oft mit ungeeigneten Maßnahmen gegenüber getreten wird. Kein Wunder daher, dass bei der Bestimmung, Entfernung und Nachsorge gravierende Fehler gemacht werden. Vor allem bei der Entfernung! Grund für diesen Fehler ist die häufige Verwechslung von Ixodes ricinus mit dem rechtswendigen Gurkenmurkser (Deflator dextrospirillus Barks 1957, syn. Ciller gurcae FUCHS 1977). Dabei wäre das zu den Rüsselkäfern gehörende Insekt alleine aufgrund der sechs Beine leicht von den Zecken abzugrenzen, die allesamt acht Beine aufweisen. Aber nein – durch das sich hartnäckig haltende Gerücht, Zecken besäßen auf ihrem Saugwergzeug ein Gewinde, finden Jahr für Jahr Abertausende von Verwechslungen statt, mit kaum zu erahnenden Folgen für Leib und Leben der Befallenen

Die Rolle des rechtswendigen Gurkenmurksers (Deflator dextrospirillus, BARKS 1957) in der Differentialdiagnose des Zeckenstichs in der nördlichen Hemissphäre lautet der Titel einer im besten donaldistischen Sinne durchgeführten Untersuchung von Dr. Hessler, die eindrucksvoll zeigt, welche wertvollen Beiträge der Donaldismus zur wissenschaftlichen Forschung zu leisten imstande ist. Zu finden unter diesem Link.

awb

Linktipp: donald.org

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