Befragung der professionellen Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker zu ihrer aktuellen sozialen Situation

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Die soziale und wirtschaftliche Lage der meisten professionellen Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in Deutschland gilt als prekär. Problemfelder wie Existenzsicherung und familiäre Versorgung, Vertragssicherheit und angemessene Vergütung sowie Altersarmut – um nur einige zu nennen – machen verstärkt die Findung von nachhaltigen Lösungen erforderlich. Diese Situation kann der Gesellschaft nicht gleichgültig bleiben und so überrascht es nicht, dass das Thema soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern im aktuellen Koalitionsvertrag verankert ist.

Nun konnte der Startschuss für eine groß angelegte Studie erfolgen, in deren Zentrum eine Befragung der professionellen Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker zu ihrer aktuellen sozialen Situation steht. Die Initiatoren sind das Jazzinstitut Darmstadt, die Union Deutscher Jazzmusiker und die IG Jazz Berlin. Gefördert wird die Studie durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie die Länder Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) des Deutschen Musikrates unterstützt das Projekt. Die Studie, für deren Durchführung das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim verantwortlich zeichnet, wird inhaltlich erstmals im Rahmen der Bremer Jazzmesse jazzahead! vorgestellt. Ergebnisse werden im November erwartet.

Begleitet wird die empirische Untersuchung durch qualitative Einzelinterviews mit ausgewählten Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern, ergänzt durch Expertengespräche. Politik und Interessensvertretungen hoffen erstmals auf aussagekräftige Zahlen und Informationen zur sozialen Situation von Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern, deren Realeinkommen, beruflichen Alltag, Lebensumfeld und Chancen zur Realisierung ihrer Kreativität und künstlerischen Ambitionen.

Jazz und improvisierte Musik sind aus dem Musikleben nicht wegzudenken. Sie leisten einen erheblichen Teil zur Weiterentwicklung von Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft. Aktueller Jazz ist insbesondere gekennzeichnet durch offene Grenzen zu anderen Genres wie Rock, Pop, Neue Musik und Klassik und ebenso zu anderen performativen Künsten wie Tanz und Theater. In den letzten Jahrzehnten ist die aktive Jazzszene durch gezielte und intensive Nachwuchsfördermaßnahmen und umfassende Studienmöglichkeiten stetig gewachsen. Allein die staatlichen Musikhochschulen hierzulande – an siebzehn von insgesamt vierundzwanzig kann man Jazz studieren – entlassen jährlich rund 170 junge, exzellent ausgebildete professionelle Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker. Diese agieren auf einem schwierigen Arbeitsmarkt. Bei der Künstlersozialkasse (KSK) sind ca. 7.500 Jazz-, Rock- und Popmusiker versichert, deren durchschnittliches Jahreseinkommen von rund 11.500 € dramatisch unterhalb des Durchschnittseinkommens der Gesamtbevölkerung liegt.

Über die Union Deutscher Jazzmusiker

Seit rund 40 Jahren versteht sich die Union Deutscher Jazzmusiker e.V. (UDJ) als Sprachrohr der Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in Deutschland. Im Jahre 1973 wurde sie von renommierten Persönlichkeiten der Jazzszene ins Leben gerufen. Seitdem tritt sie für die Belange von Jazzmusikern in Deutschland ein und hat sich nicht zuletzt kulturpolitisch als Ansprechpartner etabliert.

Seit 1994 verleiht die UDJ den von der GEMA-Stiftung mit 15.000 Euro dotierten Albert-Mangelsdorff-Preis. Dieser gilt als die wichtigste Auszeichnung für Jazz aus Deutschland.

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