Gefahren! Jetzt auch in 1a Qualität für Kinder!

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“Wir leben im Zeitalter der Hasenfüße, in dem alles eine blasse Parodie seiner selbst ist, von salzlosen Brezeln bis hin zu Klassenräumen mit schaumstoffgepolsterten Ecken und schwer entflammbaren Tapeten.”

Diesen Satz des Autors David Brooks in der New York Times stellten wir seinerzeit der Rezension des Buches “Messerwerfen & Absinth. Eine praktische Einführung in die Kunst des gefährlichen Lebens” von William Gurstelle voraus.

Gurstelles zugleich essayistisches wie praktisch orientiertes Buch richtet sich insbesondere an Leser, die zu Menschen des Typs Big T gehören oder gehören wollen. Big T ist ein Begriff der Sensation Seeking Scale, dem bis heute meistbenutzten statistischen Instrument zur Untersuchung der menschlichen Risikobereitschaft. Aufgestellt hat diese Skala Marvin Zuckerman von der Universität in Delaware und sie reicht von extrem risikoscheu bis extrem risikofreudig, dazwischen liegt eine etwa ein Drittel umfassende Zone, die von etwa 34,1 % der Weltbevölkerung gebildet wird. Menschen also, die weder unsinnige Risiken eingehen noch ängstlich und risikoscheu sind. Big T Menschen sind stets auf der Suche nach dem letzten Kick, was sie gleichermaßen für einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde wie für den Darwin Award prädestiniert

Der Rezensent - schon in jungen Jahren ein gefürchteter Desperado

Während ich noch in Trümmergrundstücken spielte, die der 2. Weltkrieg hinterlassen hatte, sind Kinder heute oft nur noch umgeben von splitterfreiem Holzspielzeug, bis zur Unbespielbarkeit desinfizierten Teppichböden und Freunden, die ebenso keimfrei aufwachsen. Soviel Schatten kann es gar nicht geben, wie da an Schattenparkern heranwachsen. Und hier spreche ich noch nicht einmal von der Mode gewordenen Zwangsernährung, mit der Kinder von Veganern insbesondere eine massive Hirnschädigung anerzogen wird, da die zu dessen Entwicklung notwendigen tierischen Eiweiße und Fette fehlen. Ohne hochenergetische Fleischnahrung hätte sich die Menschheit nicht entwickeln können. (*) Doch dies nur am Rande, es genügen auch ohne Ernährungswahn all jene überängstlichen Drohnen, um aus Kindern das zu machen, was zu meiner Kindheit nicht einmal der größte Angsthase in Kindergarten oder Schule war.

(*) Effilee #32: Ohne Fleisch keine Menschheit, Gespräch mit Prof. Thomas Junker von der Uni Tübingen, S. 104 ff

Wer sich mit Gefahren auskennt, kann mutig sein! »Bäng!« – das große Mit- und Mutmachbuch für neugierige Kinder und ihre Eltern

Aus großer Höhe auf den Boden springen oder eine Glasflasche sprengen? Das ist doch gefährlich! Ja, genau! Aber wenn man weiß wie, kann man es gemeinsam mit den Eltern trotzdem wagen. »Bäng! 60 gefährliche Dinge die mutig machen« ist ein Mit- und Mutmachbuch für Kinder ab 9 Jahren mit 60 Ideen zum Ausprobieren!

Das neue Buch von tinkerbrain handelt von echten Gefahren im Kinderalltag: Feuer, Kälte, Strom, scharfkantige Werkzeuge oder große Hunde. Und steckt voller Fragen: Wie reagiert man, wenn ein großer Hund auf einen zuläuft? Wie erzeugt man einen Superknall? Wie fühlt sich ein leichter Stromschlag an? Wie sägt man ein Brett durch?

»Bäng!« zeigt Kindern und ihren Eltern, wie sie gemeinsam gefährliche Situationen meistern und spannende Herausforderungen inszenieren und erleben. So lernt die ganze Familie miteinander und voneinander. Denn wenn sich Kinder gemeinsam mit ihren Eltern darin üben, mit Risiken umzugehen, macht sie das klüger und selbstbewusster.

»Bäng!« ist in »Echte Gefahren« und »Mutproben« aufgeteilt. »Echte Gefahren« untersucht die Risiken, die jedem im Alltag begegnen: Feuer, Wasser, Explosion, Werkzeug. Zuerst wird erklärt, warum etwas gefährlich ist und worauf man achten muss, dann wird ausprobiert. Auch die eigene Angst wird behandelt, indem gefährliche Situationen erklärt werden: Wie rettet man jemanden, wenn es brennt oder wie wehrt man sich gegen Mobbing? »Mutproben« helfen, die eigenen Grenzen zu erkennen. In den Themenbereichen »Nacht« und »Unterwegs« wird’s abenteuerlich: Eine ganze Nacht durchmachen, in der Dunkelheit wandern und baden. Oder allein mit Bus und Bahn unterwegs sein, geht das schon? Auch werden die Grenzen des eigenen Körpers entdeckt und ausprobiert: Wie schlimm ist es, wenn eine Spinne über die Hand läuft? Oder die Grenzen der eigenen Person, denn mutig sein bedeutet auch, vor einer großen Gruppe zu sprechen und anderen die Meinung zu sagen. »Bäng!« hat selbst dazu Tipps, die funktionieren.

An Batterien lecken - früher eine der harmlosesten Übungen für jeden über Drei.

Die Erfinderinnen:

Anke M. Leitzgen und Gesine Grotrian sind zusammen tinkerbrain. Das Wort »tinker« bedeutet: Sachen selber machen. Und »brain« heißt Gehirn oder schlauer Kopf. Denn was kommt dabei heraus, wenn schlaue Kinderköpfe Sachen selber machen? Eine Menge tolles Zeug, wie die mit dem Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnete Sachbuch-Experimentier-Reihe »Forschen, Bauen, Staunen von A bis Z«.

Anke M. Leitzgen entwirft Konzepte für Forscher- und Lernabenteuer, die dazu einladen, sich die Welt kreativ anzueignen – und zwar ganz unabhängig davon, wie alt man gerade ist. Bei Beltz & Gelberg hat die Autorin folgende Bücher veröffentlicht, »Entdecke deine Stadt« (mit Lisa Rienermann, 2010), »Erforsche deine Welt« (mit Lisa Rienermann, 2011) und »Entdecke, was dir schmeckt« (mit Lisa Rienermann, 2013).

Gesine Grotrian studierte Grafik Design und Illustration bei Wolf Erlbruch in Düsseldorf, gründete ein Designstudio und lehrt an Schulen und in Workshops im In- und Ausland (u. a. Essen, Wien, Malta). Sie entwickelt Kinderwebsites zu spielerischem Lernen, gestaltet Plakate mit Schülern und vieles mehr.

tinkerbrain / Anke M. Leitzgen / Gesine Grotrian
Bäng! 60 gefährliche Dinge, die mutig machen

158 Seiten
ISBN:978-3-407-75405-9
Ab 9 Jahre
19,95 €

»Bäng! 60 gefährliche Dinge, die mutig machen«

Interview mit Anke M. Leitzgen und Gesine Grotrian
über ihr neues Mit- und Mutmachbuch für neugierige Kinder und ihre Eltern

Warum muss es dieses Buch geben?

Gesine Grotrian: Es macht alle in der Familie zu Abenteurern und schafft damit gemeinsame Erinnerungen. Wenn wir uns unsere Geschichten erzählen, dann sind es nicht die schön geplanten Ausflüge, sondern die unbeabsichtigt gemeisterten gefährlichen und abenteuerlichen Situationen, die wir alle im Kopf haben. Mittendrin sein ist schrecklich, aber später ist es eine großartige Geschichte. Das ist unser Familienschatz. Gleichzeitig wächst man daran und kann später ähnliche Situationen besser einschätzen ohne sich einschüchtern zu lassen.

»Bäng!« ist also für Kinder und Eltern?

Anke M. Leitzgen: Unbedingt. Als Eltern will man sein Kind am liebsten vor allen Gefahren schützen. Im Alltag ist man dadurch ständig mit den eigenen Ängsten konfrontiert. Passieren kann schließlich jede Menge, und deshalb sind wir vermutlich alle ein bisschen Helikopter. Trotzdem dürfen wir unsere Kinder nicht in Watte
packen und müssen ihnen die Chance geben, gefährliche Dinge auszuprobieren. Das heißt allerdings nicht, dass man sie unnötigen Risiken aussetzt. Die Idee hinter »Bäng!« ist, dass durch das gemeinsame Experimentieren und Ausprobieren, mehr Zutrauen in die Stärken entsteht. Für die eigenen und die anderen. Wenn dabei herauskommt: »Schau mal, was ich alles kann!« und »Super, was du geschafft hast!«, dann wäre das großartig.

Warum ausgerechnet 60 Gefahren?

Gesine Grotrian: Der Tag ist voll mit Gefahren. Und dann fürchtet sich jeder auch noch vor anderen Dingen. Der eine hat Angst vor Spinnen, der andere vor dem Sprung von einer hohen Mauer und der nächste traut sich nicht, vor einer größeren Gruppe zu sprechen. Da kommen gut 60 zusammen. Und weil gefährlich für jeden
etwas anderes bedeutet, gibt es auch die Sticker im Buch. Uns war wichtig, dass man wahrnimmt, dass es für jeden verschieden ist. Mit den Stickern können alle jedes »Bäng!« bewerten und sich selbst einschätzen. Ich hatte zum Beispiel nicht geahnt, wie viel Angst ich davor hatte, dass meine Kinder das Nudelwasser selbst
abschütten. Da habe ich erst verstanden, warum meine Kinder erst so spät Spaghetti kochen konnten, obwohl ich das eigentlich viel früher wollte. Meine Angst hatte es verhindert.

Wie kann man besonders besorgte Eltern ermutigen, ihrem Kind mehr Freiraum zu schenken?

Anke M. Leitzgen: Mir hilft der Gedanke, dass Kinder nichts so klug macht, wie sich draußen zu bewegen, mit Dingen zu experimentieren und etwas zu wagen. Das alles legt ein solides Fundament fürs Denken. Und wenn dieses Fundament in den ersten Jahren zu schwach gerät, weil es an Bewegungs- und Handlungsspielräumen
fehlt, wird man darauf später nichts bauen können. Kein Wunder also, dass wo immer, wenn eine Handvoll Kinder und Jugendlicher unterwegs ist, garantiert einer auf die Idee kommt, dass es spannender wäre, rückwärts, seitwärts oder über die Mauer zu laufen. Eltern müssen sie eigentlich nur machen lassen und da sein, wenn es richtig gefährlich wird. Aber das ist verdammt viel leichter gesagt als getan.

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