Tour de France 2016: TOUR-Chefredakteur Thomas Musch im Interview „Top-Favorit ist Nairo Quintana“

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Thomas Musch(Bielefeld/München)
Radsportfans haben den Monat Juli im Kalender schon längst rot angestrichen: Vom 2. bis 24. Juli geht in diesem Jahr die 103. Tour der France über die Bühne. 21 Etappen und insgesamt 3519 Kilometer haben die Fahrer beim härtesten und berühmtesten Radrennen der Welt vor sich. Im Vorfeld steht mal wieder das Thema „Doping“ im Fokus, allerdings das sogenannte „Motor-Doping“. Mehr dazu und über das sportliche Geschehen verrät Thomas Musch, Chefredakteur von Europas größtem Rennradmagazin TOUR, im Interview.

Seit nunmehr 113 Jahren bewegt die Tour de France die Menschen – auch entlang der Rennstrecke. In diesem Jahr findet das größte „Straßenfest der Welt“ zum 103. Mal statt. Die Experten von Europas größtem Rennradmagazin TOUR stimmen jetzt ihre Leser mit einem 64-seitigen Spezial, das der Juli-Ausgabe (für 4,90 Euro am Kiosk) beiliegt, auf die diesjährige Frankreich-Rundfahrt ein. Denn eine gute Vorbereitung ist das A und O. Dies gilt nicht nur für die Profi-Rennradfahrer, sondern auch für die Radsport-Fans daheim.

TOUR Chefredakteur Thomas Musch sagt im Interview, auf welche deutschen Fahrer man besonders achten muss, wer seine Top-Favoriten sind und was es mit dem aktuellen Thema „Motor-Doping“ auf sich hat.

Herr Musch, TOUR hat vor kurzem erst über das sogenannte „Motor-Doping“ berichtet. Was genau ist das eigentlich?

„Ja, im Prinzip machen sich Rennfahrer Elektroantriebe zunutze, wie man sie in ähnlicher Form inzwischen bei E-Bikes und bei Pedelecs kennt. Nur werden sie dann für die Betrugsversuche im Rennrad miniaturisiert, also sehr stark verkleinert – und natürlich möglichst gut versteckt, damit man sie nicht finden kann. Meiner Meinung nach findet man sie aber eben doch, wenn man nur genau genug hinschaut und auch mit entsprechender Technik danach sucht.“

Noch hat man aber niemanden erwischt: Woran liegt das?

„Der Weltradsportverband hat das – glaube ich – erst nicht ernst genommen oder nicht als Problem erkannt, dann aber sehr schnell erkannt, dass es eins werden kann und sucht jetzt noch nach geeigneten Möglichkeiten, um das im großen Stil kontrollieren zu können. Das ist nicht so ganz einfach. Wärmebildkameras hat man ausprobiert: ist schwierig. Röntgen geht nicht: Man kann einfach nicht wie am Flughafen so ein großes Röntgengerät kreuz und quer durch die Welt schleifen und da Fahrräder durchschleusen. Jetzt hat man eine Möglichkeit gefunden, mit der man nach elektromagnetischen Wellen sucht, und das scheint zu funktionieren. Und ich gehe mal davon aus, dass während der Tour de France da wirklich sehr penibel und genau kontrolliert wird.“

21 Etappen stehen bei der Tour auf dem Programm: Welche davon verspricht in diesem Jahr die meiste Spannung?

„Also, aus deutscher Sicht sind es natürlich die Sprint-Etappen in der ersten Woche, bei denen die deutschen Sprinter der Tour einen ziemlich kräftigen Stempel aufdrücken könnten. Sehr spannend und sehenswert wird mit Sicherheit die zwölfte Etappe. Die findet am 14. Juli statt, das ist der französische Nationalfeiertag, und endet mit einer Bergankunft am Mont Ventoux in der Provence – das wird ein absolutes Spektakel.“

Welche deutschen Fahrer gehen an den Start und was trauen Sie denen zu?

„Die bekanntesten sind sicherlich die beiden Top-Sprinter André Greipel und Marcel Kittel. Und da die Tour in diesem Jahr auch direkt mit einer Sprintetappe losgeht, statt wie sonst oft üblich mit einem kleinen Zeitfahren, könnte einer von den beiden zum Auftakt auch gut das ‚Gelbe Trikot‘ holen. Und wir sind alle gespannt auf einen jungen deutschen Rennfahrer: Emanuel Buchmann aus dem Allgäu fährt für das Team Bora. Der ist erst 23 Jahre alt, aber er hat sich im Laufe der Zeit jetzt wirklich schon zu einem der weltbesten Bergspezialisten entwickelt – und das werden wir alle mit Spannung verfolgen.“

Wer ist für Sie der absolute Top-Favorit auf den Gewinn des Gelben Trikots?

„Also, wenn man sich so die Quoten in Wettbüros anguckt und die Prognosen der Fachwelt, dann setzen in diesem Jahr wirklich viele auf den Kolumbianer Nairo Quintana, der im vergangenen Jahr schon Zweiter bei der Tour war. Den Vorjahressieger Chris Froome sollte man auch noch nicht abschreiben. Das Gleiche gilt für Alberto Contador, der fährt möglicherweise seine letzte Tour de France in seiner Karriere und dürfte deswegen auch noch mal top motiviert sein. Und dann gibt’s noch einen interessanten Newcomer aus Italien: Fabio Aru, er hat im vergangen Jahr die Spanien-Rundfahrt gewonnen und ist auch ein sehr starker Bergfahrer. Das sind so die vier, die ich mal in den Blick nehmen würde, aber Top-Favorit, auch aus meiner Sicht: Nairo Quintana!“

Mehr Infos gibt’s auch am Kiosk, in einem 64-seitigen Spezial in der aktuellen TOUR-Ausgabe. Was erwartet den Leser darin?

„Wir haben da alle 21 Etappen der Tour noch mal detailliert aufbereitet, mit den Höhenprofilen, mit Zeittabellen und mit Fernsehzeiten. Und wir haben für jede Etappe auch eine Prognose von Jens Voigt, dem ehemaligen Profi, der das aus seiner Sicht schildert, wie die Rennen laufen könnten. Und dann haben wir auch noch von allen 22 Mannschaften ausführliche Porträts und ein paar spannende Hintergrundstorys, damit sich die Leser schlau machen können.“

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