Jazzforum in Köln zeigt Vitalität der deutschen Jazz-Szene

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++ 23. UDJ-Jazzforum beweist: Jazz war nie so lebendig und politisch
++ 25 Workshops, Vorträge, Diskussionen und Konzerte locken über 200 BesucherInnen
++ Rolf Kühn Unit bildet den krönenden Abschluss des Konzertprogramms

Podiumsdiskussion | Von links nach rechts: Urs Johnen (Geschäftsführer UDJ), Thomas Baerens (Ministerium für Kinder, Familie, Jugend, Kultur und Sport NRW), Nadin Deventer (Jazzfest Berlin), Julia Neupert (SWR, Moderation), Ulla Oster (Initative Jazzhaus Köln e.V.), Dr. Hermann-Christoph Müller (Kulturreferat Stadt Köln)

PRESSEMITTEILUNG / Köln, 18. November 2016 | Das 23. UDJ-Jazzforum im Stadtgarten Köln hat sich einmal mehr als Gradmesser der deutschen Jazzszene bewährt. Mehr als 200 JazzmusikerInnen und -liebhaberInnen kamen am Donnerstag und Freitag in den Stadtgarten Köln, um an den rund 25 Workshops, Vorträgen und Diskussionen mit einem vielfältigen Themenspektrum teilzunehmen.

“Das Jazzforum, seine Themen und Künstler zeigen die Bedeutung von improvisierter Musik und machen deutlich, dass wir Musikerinnen und Musiker künstlerisch, kulturpolitisch und gesellschaftlich sehr viel beizutragen haben. Wir freuen uns, dass diese Bewegung derzeit auf äußerst fruchtbaren Boden fällt”, so Gebhard Ullmann, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker.

Gebhard Ullmann begrüßte die TeilnehmerInnen und unterstrich die zahlreichen Erfolge, zu denen die UDJ aktiv beigetragen hat. Dazu zählen unter anderem die Jazzstudie 2016 zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von JazzmusikerInnen oder die aktive Mitwirkung im von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters initiierten Bundesfonds für zeitgenössische Musik.

Auf dem Podium des Konzertsaals diskutierten an beiden Tagen Kulturpolitiker aus dem Bundes- und Landtag sowie der Stadt Köln mit VertreterInnenn der Jazzszene zu Themen wie dem neuen Europäischen Zentrum für Jazz und aktuelle Musik Köln und bundespolitischen Perspektiven für den Jazz. Der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag Siegmund Ehrmann wurde für seine Verdienste mit der Ehrennadel der Union Deutscher Jazzmusiker ausgezeichnet.

In einem Podiumsgespräch berichtete „Jazzurgestein“ Rolf Kühn aus den Anfangsjahren der deutschen Jazzszene in der Mitte des 20. Jahrhunderts. ExpertInnen aus Medizin und Musikpsychologie gingen der Frage „Macht Jazz gesund?“ nach und diskutierten, wie eine gesundheitsfördernde Wirkung von Jazz und Improvisation zukünftig gesellschaftlich noch besser genutzt werden kann.

In Vorträgen und Diskussionen wurden aktuelle Fragen zum Spielstätten-Programmpreis APPLAUS, besondere Aspekte für Frauen im Jazzmusikerinnenberuf und die Repräsentation von Jazz in Rundfunk und Fernsehen thematisiert. In Workshops standen Fachleute Rede und Antwort zu Themen wie GEMA, GvL, KSK, Booking, Bandorganisation oder der richtigen Konzeption von Förderanträgen und stießen damit auf großes Interesse. Darüber hinaus konnten in Praxisworkshops Übungen aus der Funktionellen Entspannung, dem Yoga und dem Mentalen Training ausprobiert werden.

Den Rahmen für das spannende Tagesprogramm bildeten zwei hochkarätig besetzte Konzertabende. Am Donnerstagabend standen mit der feinsinnigen Chanteuse „Pegelia Gold“ und der provokanten Berliner State-of-the-Art-Formation „Killing Popes“ um Oliver Bernd Steidle Formationen auf der Bühne des Konzertsaals, die gegensätzlicher kaum sein könnten und so zugleich für die enorme Vitalität der zeitgenössischen Jazzszene in Deutschland stehen.

Mit der UDJ-Sonderpreisträgerband „First Circle“ standen am Freitagabend Nachwuchskünstler auf dem Programm des Jazzforums, die schon jetzt für Furore sorgen. Zum krönenden Abschluss spielte der Grandseigneur der Jazzklarinette Rolf Kühn mit seiner generationenumspannenden „Rolf Kühn Unit“.

Über die Union Deutscher Jazzmusiker

Die Union Deutscher Jazzmusiker wurde im Jahre 1973 von renommierten Persönlichkeiten der deutschen Jazzszene ins Leben gerufen und engagiert sich seither für die Belange der Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker und für eine verbesserte Präsenz und Wahrnehmung des Jazz in Deutschland.

Zu ihren zentralen Zielen gehört es, an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Infrastruktur mitzuwirken, in der Musikerinnen und Musiker angemessen leben, arbeiten und kreativ sein können. Nach der „Initiative für einen starken Jazz in Deutschland“ erfuhr die Union Deutscher Jazzmusiker Anfang 2012 eine grundlegende Neustrukturierung und Stärkung, die zu einem rasanten Zuwachs der Mitgliederzahlen führte. Die Union Deutscher Jazzmusiker zählt momentan rund 800 Mitglieder und hat sich kulturpolitisch als wichtiger Ansprechpartner etabliert. Sie ist in nationalen und internationalen Gremien und Organisationen vertreten, zu denen die Bundeskonferenz Jazz, der Deutsche Musikrat oder die Künstlersozialkasse gehören. Die UDJ entsendet Experten in Jurys von Preisen und Förderprogrammen und ist als Gründungs-, Vorstands- und Kuratoriumsmitglied im neugegründeten Bundesfonds für zeitgenössische Musik aktiv.

Web: www.u-d-j.de

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