Tagesarchive: 2. Januar 2017

Als es vor Wien einmal verdammt knapp wurde

“Grundgütiger! Da rücken die Türken an!”

“DIE Türken! Was ist das denn wieder für eine Verallgemeinerung?”

“Na ja, sie sehen aus wie Türken, schwingen die Säbel wie Türken…”

“Das besagt ja nun überhaupt nichts, außer dass Sie ein Nazi und Rassist sind!”

“Wie bitte?”

“Selbst wenn ein nicht unbeträchtlicher Teil der anrückenden Migrationswilligen einen türkischen Pass haben sollte, können Sie ja wohl nicht einfach so behaupten, es seien alles Türken. Das ist nichts als ein unzulässiger Generalverdacht!”

“Aber warum sollten sie denn sonst gegen unsere Tore anstürmen?”

“Tun sie ja gar nicht. Die Tore haben wir längst weit aufgemacht!”

“Was? Wie? Aufgemacht?”

“Wir müssen uns doch offen zeigen, um denen, die noch nicht bei uns leben, die Gelegenheit zu geben, unsere Kultur zu bereichern! ”

“Bereichern? Mit was???”

“Kaffee, Tee, Süßspeisen … und einer neuen Sicht auf die Welt! Wien wird bunter und religiöser. Das wird uns bereichern!”

WACHEN! Nehmen Sie den Wahnsinnigen fest, schließen sofort alle Tore und machen die Kanonen klar!

Themen: Panorama |

Listen to the Radio.

Manchmal schalte ich den Volksempfänger ein; dem Wetterbericht kann man meist noch trauen. Heute geriet ich kurz in eine überaus hörenswerte und erbauliche Sendung des WDR. Eine “praktizierende Christin” äußerte sich darin über die wachsende Angst in der Bevölkerung. Sie habe keine Angst, denn es sei ja bekanntlich geschrieben, dass nun eine schwere Zeit auf uns zukomme, an deren Ende aber alles um so schöner sei, weil danach der Herr Jesus Christus erscheint. Und darauf baue sie.

Was wollen uns diese Worte sagen, liebe Gemeinde? Ist der Geist zu kurz gekommen, wird sehr gerne Gott genommen? In Psychiatrien sitzen Leute für weniger? Du sollst das Radio niemals einschalten, sei das Wetter auch noch so zweifelhaft? Wahrlich, ich sage euch: dies alles und mehr. Lasset darob einen fahren in Frieden und erfreut euch an jedem Tag, in welchem euch der Gotteswahn nicht inne wohnt. Und wenn doch: Ihr wisset, was geschrieben steht, auf dem Rezept eures Psychiaters. Rasch damit zur Apotheke, es läuft nach vier Wochen ab!

Themen: Panorama |

Zu den eher still gegangenen Toten

des vergangenen Jahres gehört Knut Kiesewetter; der deutsche  Jazzsänger, Liedermacher, Posaunist, Gitarrist und Produzent starb am 28. Dezember 2016 im Alter von 75 Jahren.

Zweimal hat Knut Kiesewetter im Herrenzimmer Erinnerungen geteilt, einmal an den legendären Heino Jaeger, einmal an Chet Baker.

Ebenfalls eher unbeachtet ist Drummer Alphonse Mouzon am 25. Dezember nach längerem Krankenhausaufenthalt seinem Krebsleiden erlegen. Vor nicht allzu langer Zeit wurde für seine Behandlung online Geld gesammelt, aber es hat dann doch nicht mehr geholfen. Alphonse Mouzon wurde vor allem als Drummer von Weather Report, einer der bedeutendsten Jazz-Fusion-Bands bekannt. Für das deutsche Label MPS produzierte er in den 1970er Jahren die Alben “In Search Of A Dream”, “Baby Come Back”, “By All Means” und “Virtue”.

Die Namen der Musiker, mit denen Alphonse Mouzon gespielt hat, umfassen alles, was in Jazz, Rock und Pop richtungsweisend war und ist. Mehr im Wikipedia-Eintrag. Alphonse Mouzon wurde 68 Jahre alt.

Themen: Panorama |