
PM Stuttgart/Langenburg. In Deutschland ist nur ganz selten ein Enzmann 506 zu sehen. Während der Langenburg Historic vom 17. bis 19. April 2009 sind gleich zwei Fahrzeuge am Start der Sonderklasse Porsche-Raritäten, welche von der Solitude GmbH, Stuttgart, ausgerichtet wird. Kari Enzmann, Sohn des Firmengründers, wird eine dieser Kunststoff-Flundern der fünfziger Jahre pilotieren.
Dr. Emil Enzmann, ein „Garagist“ und Hotelier (Hotel Adler) aus dem Schweizer Städtchen Schüpfheim, war ein Pionier in Sachen Sportwagenbau aus Kunststoff. Bereits 1952 begann er, den Enzmann zu konstruieren, mit dem Ziel, einen sicheren, sparsamen Sportwagen mit guten Beschleunigungswerten und leichtem Handling zu bauen. Es sollte nur eine Kleinserie werden, weshalb die Familie beschloss, die Karosserien in Polyesterharz zu fertigen. Dazu wurde das Harz mit Glasfasermatten verstärkt.
Um noch mehr Gewicht einzusparen, verzichtete man auf Türen. Über eine Trittnische gelangten Fahrer und Beifahrer ins Cockpit. Zum Thema Sicherheit bot der Enzmann neben der steifen Monobloc-Karosserie in der „Düsenjäger-Schalenbauart“ innovative Lösungen: ein Beifahrer-Aufprallkissen, einen integrierten Überrollbügel, ergonomisch konstruierte Sportsitze und Beckengurte in der Serien-ausstattung.
Der erste Prototyp des Enzmann 506 war 1956 fertig gestellt. Die Produktion konnte kurz darauf beginnen. Seinen ersten größeren öffentlichen Auftritt hatte der sportliche Zweisitzer auf der IAA in Frankfurt. Das Interesse war sehr groß. Die sportliche Form und die innovativen Lösungen sorgten für jede Menge Gesprächsstoff, und das Auftragsbuch füllte sich. Es konnten aber nur knapp 100 Fahrzeuge gebaut werden, da VW-Chef Nordhoff daraufhin keine VW-Fahrgestelle mehr in die Schweiz lieferte. Er befürchtete, der fortschrittliche Enzmann könnte dem Karmann Ghia Konkurrenz machen. Aus diesem Grund konnten von Enzmann nach dieser Stückzahl nur noch Karosserie-Kits bezogen werden, bis 1968.
Mit nur rund 520 Kilogramm Leergewicht (das Gewicht variierte durch die Baustärke der Kunststoffkarosserie) eignete sich der Enzmann auch hervorragend für den Motorsport. Dass Emil Enzmann damit gerechnet hatte, zeigen Details wie der 50-Liter-Tank. Dieser war bereits serienmäßig mit Antiplansch-Lamellen ausgestattet, sogenannten Schwallblechen, welche bei schneller Kurvenfahrt das Benzinniveau stabil hielten, damit dies von der meist mittig montierten Benzinpumpe angesaugt werden konnte. Sportfahrer ließen teilweise Porsche-Motoren einbauen und sorgten bei internationalen Veranstaltungen für Aufmerksamkeit.
In den 70er-Jahren wurde in der Schweiz der Enzmann-Club gegründet, da noch einige Fahrzeuge im Straßenverkehr zugelassen waren und diese erhalten werden sollten.
Die Geschichte des Enzmann blieb aber bis heute eine Familiengeschichte. Kari Enzmann, Sohn von Emil Enzmann, sein Schwager Werner Schreiber und dessen Geschäftspartner Walter Gossweiler begannen zu Beginn des neuen Jahrtausends mit dem Revival. Der New Enzmann entsteht wie früher auf einem Käfer-Chassis, aber nur ein Fahrzeug pro Jahr. Bei Motoren und Bremsen werden in Absprache mit den Kunden aktuelle Konstruktionen eingebaut.
Die Langenburg Historic am 18. und 19. April 2009 wird zum Stelldichein der seltensten Porsche-Rennsportwagen. In einer Einladungsklasse für Porsche-Raritäten, genaugenommen Fahrzeuge aus dem neuen Buch von Tobias Aichele „Porsche Raritäten – Prototypen und Autos, die nie in Serie gingen“, haben Rennboliden genannt, welche teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr im Renneinsatz zu sehen waren. Dieses Sammelsurium an Porsche-Raritäten ist bisher einmalig. Niemals zuvor kamen so viele Einzelstücke zusammen.
Für Rückfragen steht Ihnen Tobias Aichele unter der Telefonnummer 0711/6402002 oder per E-Mail unter info_(at)_solitude-gmbh.de jederzeit gerne zur Verfügung.
