Knapp ein Dutzend Konzerte von ENJA-MusikerInnen finden im Oktober in und um München statt. Alte und neue ENJA-Heroen wie Alvin Queen, Angelica Niescier, Boi Akih, Efrat Alony, Jenny Evans, Makiko Hirabayashi, Marc Ribot, Pacific Trio, Rabih Abou-Khalil, Roberto Fonseca und Trio Elf geben sich in verschiedenen Münchner Veranstaltungsorten wie Philharmonie, Prinzregententheater, Freiheizhalle, Black Box, Bayerischer Hof, Jazzclub Unterfahrt und Schloss Elmau die Türklinke in die Hand. Mit dieser außergewöhnlichen Konzertreihe zeigt ENJA einmal mehr, warum die Münchner Musikfirma seit fast 40 Jahren zu den führenden unabhängigen Jazzlabels und Musikverlagen der Welt zählt und welche musikalische Vielfalt mit global agierenden Musikerinnen und Musikern aus unterschiedlichen Kulturkreisen immer wieder aufs Neue entsteht. Die ENJA-Konzerte im Überblick beginnen mit dem zentralen Ereignis der ENJA Musikverlage, einer Weltpremiere des Filmkonzerts "Nathan der Weise" (Stummfilm mit Live-Orchester) komponiert von Rabih Abou-Khalil:
+++24.10. Rabih Abou-Khalil: Filmkonzerts "Nathan der Weise". Philharmonie, Gasteig (aktuelle CD "Em Portugues" & "Selection")+++
Rabih Abou-Khalil ist "einer der gefragtesten Komponisten und Oud-Spieler der Welt", schreibt das Jazz Podium. "Bereits seit 20 Jahren mischt er die Jazzszene Europas auf." Ob mit Musikern aus West oder Ost, aus Jazz oder Klassik: Mit Abou-Khalil verbindet man eine Musik ganz individueller Prägung, die aus dem zeitgenössischen Klangkosmos kaum mehr wegzudenken ist.
Der Stummfilm Nathan der Weise aus dem Jahr 1922 (Regie: Manfred Noa) wird in einer restaurierten und viragierten Fassung in der Philharmonie Münchner Gasteig mit der live vom Bundesjugendorchester aufgeführten, neu komponierten sinfonischen Filmmusik von Rabih Abou-Khalil gezeigt. "Nathan der Weise - eine filmmusikalische Toleranzinitiative", so der offizielle Titel, ist eine Ko-Produktion von ZDF und ARTE mit Unterstützung der ENJA Musikverlage, des Deutschlandradio Kultur und 2eleven-zeitgenössische musik projekte in Kooperation mit Filmmuseum München, Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption Kamenz, Bundesjugendorchester/ Deutscher Musikrat unter der Schirmherrschaft von Bundesminister des Auswärtigen Frank-Walter Steinmeier, gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München, dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut.
Rabih Abou-Khalil (Oud, Komposition), Jarrod Cagwin (Percussion), Michel Godard (Serpent, Tuba), Bundesjugendorchester unter der Leitung von Frank
Strobel
www.nathan-der-weise.info | www.myspace.com/rabihaboukhalil |
www.bundesjugendorchester.de
www.myspace.com/jarrodcagwin | www.michel-godard.fr | www.2eleven.de |
www.gasteig.de
+++25.10. Roberto Fonseca. Prinzregententheater (aktuelle CD Akokan")+++
Roberto Fonseca wurde international bekannt als Begleiter des legendären kubanischen Sängers Ibrahim Ferrer. Klaviervirtuose Fonseca verbindet den Charme kubanischer Klänge mit höchsten Jazzansprüchen: ein charismatischer Künstler auf dem Weg zum Weltstar. Die Financial Times begeistert sich für seine "effektvollen Dramen, in denen sich karibische Leichtigkeit und Melancholie verdichten".
Roberto Fonseca (Piano), Javier Zalba (Blasinstrumente), Omar González (Bass), Ramsés Rodriguez (Drums), Joel Hierrezuelo (Perkussion)
Roberto Fonseca im Herrenzimmer
+++4.10. Pacific Trio. Black Box, Gasteig (aktuelle CD "American Composers")+++
Das 1979 in Los Angeles gegründete Pacific Trio ist eines der renommiertesten klassischen Klaviertrios Amerikas. Nach mehr als 1.000 Konzerten in den USA, Kanada und Europa erschien das brandneue Album des Trios auf dem ENJA-Klassik-Label Marsyas: "American Composers". Es präsentiert Neueinspielungen von Klaviertrios von Gershwin, Bernstein, Copland und Muczynski und wurde zur CD-des Monats Oktober im Magazin Rondo gekürt.
Edith Orloff (Piano), Roger Wilkie (Violine), John Walz (Violoncello)
www.pacifictrio.com
+++20.10. Alvin Queen. Jazzclub Unterfahrt (aktuelle CD "Mighty Long Way")+++
Dieser Drummer verkörpert das Authentische. Alvin Queen hat die Größten des Jazz begleitet: Dizzy Gillespie, Dexter Gordon, Milt Jackson, Oscar Peterson, Pharoah Sanders, Horace Silver, Stanley Turrentine, Wynton Marsalis u.a. Mit seinem eigenen Quintett beschwört Queen den wahren Spirit der Hardbop-Ära: Für ihn gibt es keine Notwendigkeit, diese bewährte Musik zu "modernisieren".
Alvin Queen (Schlagzeug), Joe Magnarelli (Trompete), Jesse Davis (Altsax), Dan Trudell (Hammond-Orgel), Adam Rafferty (Gitarre) www.alvinqueen.com | www.unterfahrt.de
+++27.10. Angelika Niescier & Sublim. Jazzclub Unterfahrt (aktuelle CD "Sublim III")+++
Angelika Niescier gehört zu jenen außergewöhnlichen jungen Frauen, die der europäischen Jazzszene von morgen ihre Konturen verleihen. "Sublim III", das aktuelle Album ihrer Band, war Jazz-CD des Monats in Stereoplay und erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste 3/2009). "Künstlerisch gehört sie in die Liga eines Branford Marsalis", schreibt Hans Sterner (Stereoplay).
Angelika Niescier (Saxofon), Florian Weber (Piano), Sebastian Räther (Bass),
Christoph Hillmann (Drums). Gast: Mehdi Haddab (Oud)
www.angelika-niescier.de
+++7.10. Makio Hirabayashi. Jazzclub Unterfahrt (aktuelle CD "Hide and Seek")+++
Makio Hirabayashi ist geradezu der "Prototyp" der modernen, multikulturellen Jazzmusikerin. In Japan geboren, in Boston ausgebildet, ist sie heute eine der wichtigsten Pianistinnen Dänemarks. Internationales Renommee sammelte sie unter anderem in Marilyn Mazur's "Future Song"; zusammen mit der Ex-Miles-Davis-Perkussionistin hat sie gerade auch ihr zweites Album für Enja Records eingespielt.
Makio Hirabayashi (Piano), Klavs Hovmann (bass), Marilyn Mazur (Drums,
Perkussion) www.makiko.de | www.unterfahrt.de
+++3.10. Jenny Evans. Jazzclub Unterfahrt (aktuelle CD "Lunar Tunes")+++
Die Engländerin Jenny Evans zählt seit vielen Jahren zu den besten Jazz- und Swing-Sängerinnen in Europa. Der Rolling Stone beschreibt ihre Musik als "Jazz von bemerkenswerter Eleganz, dessen Intimität coole Wärme ausstrahlt". Zu ihren langjährigen Partnern gehören Dusko Goykovich, die Trompeten-Legende von Weltruf, und der viel bewunderte Klavierstilist Walter Lang.
Jenny Evans (Gesang), Dusko Goykovich (Trompete), Tony Lakatos (Saxofon),
Walter Lang (Piano) u.a. www.jenny-evans.de
+++9.10. Boi Akih. Jazzclub Unterfahrt (aktuelle CD "Yalelol")+++
Monica Akihary singt am liebsten im Mutteridiom ihres Vaters, der Sprache der Insel Haruku - ein Idiom der weichen Vokale und melodischen Silben, die perfekt zu Monicas dunkler, warmer Stimme und ihrem Improvisations-Stil passt. "Boi Akih beschwören magisch verhalten die spirituelle Macht der Tropen", schreibt das Rondo Magazin über Boi Akihs Mischung aus Jazz, Klassik, Indischem und Indonesischem.
Monica Akihary (Gesang), Niels Brouwer (akustische Gitarre), Sandip
Bhattacharya (Perkussion) www.boiakih.com | www.unterfahrt.de
+++17.10. Trio Elf. Freiheizhalle, Jazzfest München (aktuelle CD "746")+++
Trio Elf nimmt Bezug auf elektronische Club-Grooves und integriert sie ins Konzept des akustischen Jazz-Pianotrios - denn Beatmaster Gerwin Eisenhauer ist in Jazzer-Workshops ebenso wie in Drum&Bass zu Hause. Mit eigenwilligen Hip-Hop- und Techno-Feels und Episoden zwischen lyrisch und rockig gelingt es dem Trio "die Lager von Jazz und Techno in einer einzigen Musik zu vereinen" (Stereoplay).
Walter Lang (Klavier), Sven Faller (Bass), Gerwin Eisenhauer (Schlagzeug)
www.trioelf.de | www.jazzfestmuenchen.de
+++28.10. Marc Ribot's Ceramic Dogs. Bayerischer Hof (aktuelle CD "Party Intellectuals")+++
Die Liste seiner musikalischen Weggefährten ist gespickt mit klangvollen Namen unterschiedlichster Couleur. Von Tom Waits, Cassandra Wilson und Chuck Berry über Elvis Costello, Caetano Veloso und Madeleine Peyroux bis hin zu Avantgarde-Künstlern wie John Zorn, Bill Frisell und Arto Lindsay, Produzentengenie T-Bone Burnett oder Hardrock-Legende Robert Plant reicht das Spektrum. Marc Ribot besticht dabei immer durch seine Fähigkeit, Musik zu bereichern und zu veredeln. "Marc Ribot bleibt ein musikalischer Querdenker, der Ideen vorwegnimmt, die Jahre später oft zum Allgemeingut werden, ohne dass man sie auf ihn zurückführen würde", notiert Wolf Kampmann (Jazzthetik).
Marc Ribot (Gitarre, Gesang, Trompete, Horn, Melodika), Shahzad Ismaily (Bass, Synthesizer, Gesang), Ches Smith (Drums, Gesang) www.marcribot.com | www.bayerischerhof.de
+++30.10. Efrat Alony. Schloss Elmau (aktuelle CD "Dismantling Dreams")+++
Mit ihrem Bandprojekt Alony mischt die israelische Sängerin akustische und elektronische Elemente zu originellen Sounddesigns. Efrat Alonys Songs werden von der Presse als "populäre Kunstlieder" oder "vom Jazz herkommende Popsongs" gefeiert. "Sie ist eine Musikerin von eigensinniger Raffinesse und verleiht diesem Sound mit dunkler Altstimme ein großes Maß an Inidividualität." (Ulrich Möller-Arnsberg, Bayerischer Rundfunk)
Efrat Alony (Gesang), Mark Reinke (Keyboards, Elektronik), Christian Thomé (Schlagzeug, Elektronik) www.alony.de | www.schloss-elmau.de
+++Die Geschichte ENJAs im Überblick+++
1971 begann die ENJA-Historie in München mit der Gründung der ENJA Musikverlage und ENJA RECORDS. Von Anfang an war ENJA Kontaktadresse für KomponistInnen sowie KünstlerInnen; bereits die ersten Produktionen wurden parallel von Musikverlag und Label betreut. In jenem Sommer beschlossen die Jazzfans Matthias Winckelmann und Horst Weber, im Münchner Jazzclub Domicile (erst Siegesstraße, dann Leopoldstraße) die eigenwillige Musik des US-Pianisten Mal Waldron live aufzuzeichnen. Dieser ersten Plattenproduktion folgen viele weitere Live-Aufnahmen aus dem legendären Domicile. In den achtziger und neunziger Jahren verlagerte sich der Produktionsschwerpunkt nach New York ins Zentrum des modernen Jazz. Heute arbeitet ENJA überwiegend mit global agierenden Musikerinnen und Musikern vor allem aus dem Mittelmeerraum und aus unterschiedlichen Kulturkreisen - wie Rabih Abou-Khalil, Renaud Garcia-Fons und Gilad Atzmon. Der aktuelle ENJA-CD-Katalog umfasst etwa 700 Produktionen, unter anderem mit internationalen Jazzgrößen wie Chet Baker, Abdullah Ibrahim (Dollar Brand), Archie Shepp, Freddie Hubbard, Charlie Mariano, Albert Mangelsdorff oder Kenny Barron. Im Oktober 1996 erhielt ENJA-Gründer Matthias Winckelmann den Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik. Seit 2004 betreibt ENJA auch das Label MARSYAS für klassische Musik und Grenzgänge des 19. bis 21. Jahrhunderts. Junge Sublabel wie Tiptoe, 19_Enja und Yellowbird runden das ENJA-Programm ab. Die wichtige Zusammenarbeit zwischen ENJA Musikverlage und ENJA RECORDS zeigt sich insbesondere bei Rabih Abou-Khalil. Viele seiner erfolgreichen Veröffentlichungen unter ENJA RECORDS verbinden sich mit unzähligen vom Verlag betreuten erfolgreichen Filmprojekten wie "Yara" oder "Forget Baghdad" und aktuell dem Kompositionsauftrag zu "Nathan der Weise", bei dem ENJA für die Arrangements wie den Notendruck verantwortlich zeichnet. Seine musikwirtschaftliche Infrastruktur bietet ENJA auch Partnern wie Ozella, Bauer Studios oder Filmfirmen wie Blue Eyes Pictures, die die "Hexe Lilli" produziert haben, an. ENJA bietet heute durch sein weltweites Netzwerk von Vertrieben und Subverlagen eine einzigartige Infrastruktur für Künstler-, KomponistInnen sowie Partnerfirmen und wird sogar in Hollywood gehört: ENJA-Exklusivkünstler Roberto Fonseca war mit einem Titel seines ENJA-Debüts "Zamazu" in dem Blockbuster "Hancock" mit Will Smith vertreten.
Seit fast 40 Jahren ist das Münchner Musikfirma ENJA also eines der weltweit führenden unabhängigen Jazzlabels und Musikverlage - das darf nicht nur im Oktober in München ausgiebig mit vielen Konzerten gefeiert werden!