
Die Stadt Paris ist in 20 Stadtbezirke, die Arrondissements, aufgeteilt, die sich spiralförmig vom historischen Stadtkern, der Gegend von Notre Dame, Louvre und Palais-Royal ausgehend, in zweieinhalb Umdrehungen bis in den äußeren Osten bei Belleville anordnen. Jeder Stadtbezirk hat einen eigenen Bürgermeister, der in teilweise opulenten Gebäuden residiert.
Aber nicht nur durch den Bürgermeister unterscheiden sich die Arrondissements. In einzelnen Stadtbezirken haben sich auch Volksgruppen konzentriert, die dort versuchen, einen Teil ihrer kulturellen Identität zu wahren und zu leben. Und dazu gehört natürlich auch das Essen.
So findet sich im XIII. Arrondissement (Gobelin) eine immens große chinesische Gemeinde, die durch die in diesem Teil der Stadt in den 1970er Jahren erbauten Hochhaussiedlungen angezogen wurde. Hier herrschen zum Teil eigene Gesetze, die auch von den Behörden kaum durchschaut werden. In manchen Wohnungen entstanden Manufakturen für Kleidung oder auch für Speisen, so werden zahlreiche Chinarestaurants in der Stadt mit vorgefertigten Produkten beliefert, die irgendwo in einer Wohnung rund um die Avenue de Choisy hergestellt werden. Auch im III. Arrondissement gibt es einen kleineren chinesischen Bezirk, hier sind hauptsächlich Tuchhändler tätig.
Ganz anders das Bild rund um den Boulevard de Rochechouard im XVIII., dort ist in La Goutte d'Or Schwarzafrika zu Hause, und im nahegelegenen Barbès leben Araber aus Algerien oder Marokko. Im IV., dem Marais, ist die jüdische Gemeinde zu finden. Im Norden hinter dem Gare du Nord liegt das Viertel La Chapelle, dort findet man alles, was mit Indien zu tun hat, Waren, Speisen, Dienstleistungen.
Selbstverständlich haben die Einwanderer auch ihre Küche mit nach Paris gebracht, und durch diese führt uns das wunderbare Paris Kochbuch von Danyel Couet, der bekannt ist für seine raffinierte Küche, die er heute im Stockholmer Sternerestaurant F12 betreibt. Couet nimmt seine Leser mit durch die Pariser Viertel mit exotischer Küche, stellt Bewohner vor, nennt Spezialitätengeschäfte und natürlich auch Restaurants, in denen authentisch gekocht wird. Und natürlich enthält das Buch jede Menge Rezepte, darunter zum Beispiel Eingelegter Thunfisch, Eintopf mit Tintenfisch und Lavendel, Ananas-Kokos-Salat mit Granatäpfelkernen oder Enten-Tajine mit Melone.
Couets Buch ist höchst liebevoll illustriert und somit auch ein wahrer Augenschmaus, der nicht nur auf die Gerichte, sondern auch auf Paris Lust macht, die Fotos stammen von David Loftus. Ein rundum die Sinne anregendes Buch, das nicht nur Parisliebhabern, sondern auch Kochbuchfreunden und natürlich Köchen gefallen wird.
awb
Danyel Couet
Das Paris-Kochbuch
Kulinarische Weltreise durch die Quartiere
264 S., 248 x 200 mm
gebunden
ISBN 978-3-8369-2998-1
EUR (D) 24.90 | EUR (A) 25.60 | SFr 42.90
Gerstenberg Verlag
