»It must schwing. Blue Note – Fotografien von Francis Wolff und Jimmy Katz«

Alfred Lion, Dexter Gordon und Francis Wolff, 05.05.1962, fotografiert von Rudy Van Gelder

© Mosaic Images LLC


Das legendäre Jazzlabel Blue Note Records wurde 1939 in New York von den jüdischen Emigranten Alfred Lion (1908–1987) und Francis Wolff (1907-1971) gegründet. Für die beiden gebürtigen Berliner war Jazz nicht nur Musik, sondern ein Lebensgefühl: »It must schwing«, so das Credo von Alfred Lion.

Zum 70. Geburtstag der Plattenfirma zeigt das Jüdische Museum Berlin Fotografien von Francis Wolff, der die Schallplattenaufnahmen mit seiner Kamera begleitete und eine einzigartige Porträtgalerie herausragender Jazzmusiker schuf. Auch die Schallplattencover des Blue Note Labels werden ausgestellt. Die Arbeiten von Jimmy Katz (geb. 1957), der seit 1993 als Fotograf für das Label tätig ist, dokumentieren die jüngere Geschichte von Blue Note Records.

Das kleine unabhängige Jazzlabel Blue Note begann mit Boogie-Woogie-Aufnahmen. In den 1940er Jahren konzentrierte es sich immer mehr auf den Bebop und erlebte in den 1950er und 60er Jahren seine Blütezeit als weltweit renommiertestes Hardbop-Label. Oftmals wurde mit bis dahin unbekannten Künstlern gearbeitet. Lion und Wolff ließen ihnen die Freiheit, eigene Ideen zu entwickeln und unterstützten sie, indem sie nicht nur für die Aufnahmen, sondern auch für die Proben bezahlten. Jazz war für die beiden nicht nur Musik, sondern ein Lebensgefühl, getreu Alfred Lions Credo: »It must schwing«.

Francis Wolff, der schon in Berlin zum Fotografen ausgebildet worden war, begleitete die Aufnahmen mit seiner Kamera. Entstanden sind faszinierende Fotografien, die zugleich eines der wichtigsten Gestaltungsmittel der Plattencover wurden, und die noch immer den grafischen Charakter des Labels prägen. Wolffs ausdrucksstarke Schwarzweiß-Bilder gehören heute zu den Klassikern der Jazz-Fotografie.

Zu sehen sind unter anderem Porträts von John Coltrane, Art Blakey, Miles Davis, Dexter Gordon, Herbie Hancock, Thelonious Monk, Bud Powell, Sonny Rollins, Horace Silver und Jimmy Smith. Auch die Schallplattencover des Blue Note Labels werden ausgestellt. Darüber hinaus dokumentieren Arbeiten von Jimmy Katz (geb. 1957), der seit 1993 als Fotograf für das Label tätig ist, die jüngere Geschichte von Blue Note Records. Der musikalischen Entwicklung des Labels können die Besucher mit einem Audioguide lauschen, auf dem Stücke der porträtierten Jazzgrößen zu hören sind.

Veranstaltungshinweis: Das diesjährige JazzFest Berlin legt einen besonderen Schwerpunkt auf das 70jährige Bestehen des Labels Blue Note. Der Glashof des Jüdischen Museums wird zu einem der Veranstaltungsorte des Festivals, vom 5. bis 8. November werden dort jeweils um 17:30 Uhr Konzerte stattfinden, unter anderem mit Yaron Herman, Aaron Parks und Erik Truffaz.

Buchtipp: Zum 70jährigen Blue-Note-Jubiläum ist im Verlag Jazzprezzo ein umfangreicher Bildband erschienen, der auch die Anregung für die Ausstellung gab:

Francis Wolff/Jimmy Katz: Blue Note Photography
Hg. von Rainer Placke und Ingo Wulff
deutsch/englisch, 204 Seiten, Fadenheftung
inkl. 2 CDs »The Sound Of Blue Note«.
Preis: 70,- Euro, ISBN 978-3-9810250-8-8

 

Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin
Info: (030) 259 93 300
Fax: (030) 259 93 409
info@jmberlin.de
fuehrungen@jmberlin.de

Öffnungszeiten
Montag: 10-22 Uhr
Dienstag-Sonntag: 10-20 Uhr
Letzter Einlass für Besucher ist dienstags bis sonntags 19 Uhr, montags 21 Uhr.

Eintrittspreise
Erwachsene: 5 Euro
Ermäßigt: 2,50 Euro
Kinder bis zum sechsten Lebensjahr: Eintritt frei
Familienticket (zwei Erwachsene, bis zu vier Kinder): 10 Euro
Audioguide: 2 Euro (plus Personaldokument als Pfand)

 

John Coltrane und Lee Morgan von Francis Wolff, 15.09.1957

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