Sauber und fettfrei: der finnische Räucherbeutel

Aus Finnland kommt ein Produkt zu uns, dass dem Gourmet einen besonderen Genuss verspricht: der Räucherbeutel.

Was ist der Räucherbeutel? Es handelt sich um einen ausreichend großen Aluminiumsack, in den in einer Zwischenwand Erlenholzspäne eingearbeitet wurden, die beim Grillen oder Braten einen feinen Räucherduft erzeugen, der dem Grillgut, zum Beispiel Fisch oder Fleisch, die ganz besondere Note verleihen soll. Wir haben das Produkt getestet.

Das Handling ist völlig problemlos: an einem Ende ist der Beutel offen. Man bereitet das Grillgut vor, indem man es würzt, aber nicht einfettet und dann durch die Öffnung in den Beutel legt. Anschließend klappt man das offene Ende zweimal um und hat damit den Beutel verschlossen. Zu beachten ist, dass auf einer Seite des Beutels "This side down" steht, man legt also diese Seite über die Glut.

Wir haben den Beutel zweimal getestet, einmal in einem Gasbackofen, einmal auf dem Holzkohlegrill. Für den Test im Backofen verwendeten wir Fisch, für den Grilltest Hähnchenkeulen.

Schon nach wenigen Minuten im Backofen durchzog das Haus ein sehr angenehmer Duft wie von einem Lagerfeuer oder offenen Kamin. Das verhieß Genuss. 15 Minuten später holten wir den Beutel aus dem Ofen, ließen ihn gemäß der Anleitung noch für einige Minuten geschlossen und schnitten dann den Beutel an der Oberseite ringsum auf.

Der Lachs war gut gegart, allerdings weder an der Ober- noch an der Unterseite gebräunt. Und vom so lecker duftenden Holzrauch war so gut wie nichts zu schmecken. Insgesamt ein enttäuschendes Ergebnis.

Drum am nächsten Tag der zweite Versuch: 4 schöne Hähnchenkeulen wurden gut gewürzt und in den Räucherbeutel gepackt, der anschließend auf der untersten Stufe des Holzkohlegrills platziert wurde, diesmal laut Anleitung für 60 Minuten. Da der Grill im Garten, also im Freien stand war die Duftentwicklung der Räucherspäne nicht ganz so intensiv wie Tags zuvor im Haus zu vernehmen. Kein Manko, schließlich sollte sich der Räucherduft ja vor allem im Fleisch niederschlagen.

Auch hier war das Ergebnis eher enttäuschend: die Keulen waren, da wir über die 60 Minuten hinweg den Beutel gemäß der Anleitung durchgehend mit "This side down" liegen gelassen hatten, nur auf der Unterseite schön knusprig angebraten, die Oberseite hingegen sah wie gekochtes Fleisch aus. Und der Räuchergeschmack? Nun ja, er war vernehmbar, aber doch längst nicht so, wie wir erwartet hatten.

An Vorteilen stellten wir beim Räucherbeutel fest: man kann fettfrei grillen, auch tropft nichts vom Grillgut herunter auf die Glut, auflodernde Flammen sind also nicht zu befürchten. Auch brannte nichts an. Auf der anderen Seite die Nachteile: das Grillgut wird nur von einer Seite richtig heiß und somit auch nur auf einer Seite wirklich knusprig. Und vom Erlenholzduft ist im fertigen Grillgut so gut wie nichts zu schmecken, womit das eingentliche Pfund, mit dem der Beutel wuchert, gewaltig schwindet.

So das Wetter in diesem Sommer noch einmal besser werden sollte werden wir einem dritten Beutel, dann mit Koteletts, eine Chance geben, ein anderes Ergebnis ist allerdings wohl nicht zu erwarten. Wir werden berichten.

Mehr über den finnischen Räucherbeutel auf seiner Website.

(ag)