Panorama

Nicht Geist oder Genuß noch Gelassenheit – Gemischtes.

Der Philosoph auf Abwegen

Konfuzius liebte es, abends nach dem Philosophieren noch eine Runde um den Block zu drehen. Nun geschah es, dass er sich, tief in einen neuen Gedanken versunken, eines Tages verirrte, und es dämmerte schon, als ihm seine missliche Lage bewusst wurde. Beunruhigt blickte er in alle Richtungen, aber keine schien ihm die richtige zu sein. „Ich weiß zwar, dass zum Weg des Edlen dreierlei gehört, aber den Weg nach Hause kenne ich nicht,“ dachte er voller Sorge, „hier findet die Philosophie offenbar ihre Grenzen“.

Da sah er weit weg ein Licht, es musste sich um ein beleuchtetes Fenster handeln. „Dort kann ich fragen“, dachte Konfuzius, und neuer Mut kam in ihm auf. Also ging er zu der bescheidenen Hütte, klopfte und grüßte freundlich den alten Bauer, der ihm wenige Momente später öffnete. „Ich habe mich verlaufen“, sagte Konfuzius, und der alte Mann sah ihn fragend an. „Sie sind wohl etwas durcheinander!“ stellte er fest. „Ja,“ antwortete Konfuzius, „man könnte mich auch verwirrt nennen.“ „Somit fehlt ihnen momentan der Durchblick?“ „Richtig“, lachte der Philosoph, „ich stehe ziemlich neben mir!“

Der Bauer nickte zustimmend. „Wenn sie so von der Rolle sind will ich mal nicht so sein.“ Daraufhin zeigte er Konfuzius den richtigen Weg, der Weise danke herzlich und trollte sich, um bald vor der Türe seines Heims zu stehen. „Das soll mir nicht noch einmal passieren“, sagte er zu sich, und fortan hielt er sich auch daran.

(Aus: Da habe ich mich glatt verlaufen – die schönsten Philosophenanekdoten)

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Joschi Schneeberger Sextett: Du und I

Was für eine sympathische Platte. Gypsy Jazz trifft Wiener Lied – eine unwiderstehliche Melange, zubereitet von wahren Könnern ihres Faches.

Joschi Schneeberger ist einer der meistgefragten Kontrabassisten Österreichs und sowohl national als auch international in den verschiedensten musikalischen Richtungen unterwegs. Als Bandleader bleibt er aber seinen “Roots” treu: er pflegt den GypsyJazz!

Joschi Schneeberger sucht immer wieder neue Wege und Verbindungen, um diese Musik frisch zu halten und ihr neues Leben einzuhauchen. Das vorliegende Album präsentiert eine ganz neue Begegnung zwischen dem Wienerlied und GypsyJazz.

Joschi, sowie sein Sohn Diknu (Solo und Rhythmusgitarre) – der Jüngste in der Band (geb. 1990) – sind Sinti. Dieses Volk ist hinlänglich bekannt für seine enorme Musikalität. Wer aber annimmt, hier handle es sich um klischeehaften GypsyJazz, der irrt. Mit dem Joschi Schneeberger Sextett, präsentieren sich sechs kongeniale Partner nicht nur als reife und überzeugende Musiker, sondern auch als Musikanten und zwar im besten Sinne des Wortes. Ihre Eigenkompositionen und Improvisationen sind auf fulminant swingende Weise unverwechselbar.

Dafür sorgen, neben den beiden Schneebergers, auch noch vier Ausnahmemusiker der Wiener Szene: Joschis Freund und jahrelanger Weggefährte Karl Hodina, ein Virtuose auf dem Akkordeon und verdienter Bewahrer des Wiener Lieds, singt hier seine eigenen Texte mit swingender Zigeuner-Begleitung. Hodina – mit Ehrenprofessur bedacht und österreichischem Ehrenkreuz ausgezeichnet – arbeitet bereits seit 10 Jahren mit Joschi zusammen. Seit 2007 nun im Sextett.

Joschi’s Sohn Diknu – die Gypsyguitar-Entdeckung des vorletzten Jahres (Hans Koller Preisträger 2006 als „Talent of the Year”) – ist natürlich mit von der Partie, wie auch der geniale Pianist Aaron Wonesch (auch auf dem Flügelhorn!), der zu den vielseitigsten und gefragtesten Musikern der Österreichischen Szene gehört.

Ebenfalls dabei ist Martin Spitzer (Rhythmus und Sologitarre), der als Hans Koller Preisträger 2008 als „Sideman of the Year” ausgezeichnet wurde. Abgerundet wird alles vom Percussionisten Toni Mühlhofer, er steuert zusätzlich lateinamerikanische Einflüsse bei – sein Zusammenspiel mit den Rhythmusgitarren verleiht den Kompositionen einen ganz persönlichen Sound.

“Als Sintu aus Wien wurde ich schon oft gefragt: bist du stolz, ein Zigeuner zu sein? natürlich bin ich stolz, ein Zigeuner zu sein, aber ich bin auch stolz, Wiener zu sein! Bei dieser CD ist es mir mit Hilfe meines Freundes Karl Hodina gelungen, unsere musikalischen Wurzeln zu verbinden. [...] Wir hatten viel Spaß bei den Aufnahmen, denn alle Bandmitglieder haben den Wiener Schmäh, und ich glaube diese Freude spürt man beim Anhören von Du und I.”

Joschi Schneeberger – Kontrabass

Geb.1957 in Wien, begann seine Laufbahn 1982 als Autodidakt. Gilt heute als einer der gefragtesten und versiertesten Bassisten der österreichischen Jazzszene.

Fernseh- und Rundfunkaufnahmen mit:
Zipflo Weinrich Ensemble
Elly Wright und Band
Lady „P“ and Friends
Vienna String Quartett
Wolfgang Wehner Trio
Swinging Jazz-Gitti
Harri Stojka und Band
und dem Joschi Schneeberger Trio

Gastspiele in:
Deutschland, Italien, Frankreich, Tschechische Republik, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Polen, Rumänien, Griechenland, Luxemburg, Finnland, Schweden, England, Belgien, China und Indonesien.

Zusammenarbeit und Konzerttourneen mit:
John Allred, Erich Bachträgl, Bruno Castellucci, Benny Bailey, Gustavo Bergalli, Till Brönner, Conte und Pete Candoli, Bobby Durham, Klaus Dickbauer, Johannes Enders, Rolf Ericson, Bumi Fian, Jim Galloway, Bill Grah, Lee Harper, Heinz von Hermann, Red Holloway, Merill Hoover, Ingrid Jensen, Barney Kessel, Oskar Klein, Mundell Lowe, Bradford Leali, Kosta Lukas, Danny Moss, Richard Österreicher, Fritz Pauer, Wolfgang Puschnig, Bosco Petrovic, Ed Polcer, Valery Ponomarev, Allen Praskin, Karl Ratzer, Randy Sandke, Hans Salomon, Bobby Shew, Hal Singer, Allen Smith, Harri Stojka, Clark Terry, Ed Thigpen u. v. a. Zusammenarbeit mit weiteren Musikern siehe unter: http://www.joschischneeberger.at/projects.htm

1999 Gründung seines eigenen Trios mit Karl Hodina und Striglo Stöger.
Seit 2007 Joschi Schneeberger Sextett mit Karl Hodina, Aaron Wonesch, Diknu Schneeberger, Martin Spitzer und Toni Mühlhofer. Joschi ist auf vierunddreißig Tonträgern zu hören
www.joschischneeberger.at

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Archiv Teil 10

Kurzmeldungen und Artikel vom 28.2.2009 bis zum 8.5.2009

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Archiv Teil 9

Kurzmeldungen und Artikel vom 5.1.2009 bis zum 27.2.2009

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Marc Copland: Night Whispers

Über den 60jährigen amerikanischen Jazzpianisten Marc Copland und seine CD “Another Place” (Pirouet, 2008) schrieb der Musikjournalist Reinhard Köchl in Jazz thing (74/08):

“Was für eine Band! Was für einc CD! Was für ein Pianist! Wem bislang wirklich noch nichts von Marc Copland zu Ohren gekommen ist, der sollte sich unbedingt ‘Another Place” besorgen, Ein Musterbeispiel für interaktive lyrische Höhenflüge. Und vor allem wieder ein völlig anderes Betätigungsfeld: Another Place. Wie Copland und sein langjähriger Freund, der Gitarrist John Abercrombie, dabei einander umgarnen, locken, fordern, wie Drew Gress den Energie-Output mit stabilen, fantasievollen Bassschleifen kontrolliert, wie Billy Hart der kultivierten Ekstase eine unwiderstehliche rhythmische Basis verleiht, so etwas lässt sich kaum planen. Da muss die viel zitierte Chemie stimmen, müssen Musiker in der Lage sein, über ihren eigenen Schatten zu springen. Copland tut dies auf jeder CD, bei jedem Konzert. Einer, der sich abhebt vom Rest und ein völlig eigenständiges harmonisches Konzept entwickelt hat. Das Gegenteil eines Lautsprechers, weshalb die mediale Bewertung seiner Lebensleistung leider häufig in Oberflächlichkeiten stecken bleibt. Deshalb böte sein 60. Geburtstag jetzt die beste Gelegenheit für ein klares Bekenntnis: Marc Copland ist einer der wandelbarsten Jazzpianisten der Gegenwart. Und den gewagten Zusatz: Momentan vielleicht sogar der beste.”

Nun steht die Veröffentlichung der dritten Folge der “New York Trio Recordings Vol. 3: Night Whispers” am 23. Januar 2009 bei Pirouet Records bevor – mit Marc Copland (p), Drew Grass (b) und Bill Stewart (dr).

Dieser CD vorausgegangen sind:
- 2007 – New York Trio Recordings Vol. 1: Modinha – mit Marc Copland (p),
Garry Peacock (b) Bill Stewart (dr) PIT3023
- 2006 – New York Trio Recordings Vol. 2: Voices – mit Marc Copland (p), Gary
Peacock (b), Paul Motian (dr) PIT 3018

CD-Info
Marc Copland: Night Whispers (New York Trio Recordings, Vol.3) PIT3037
VÖ: 23. Januar 2009
Pirouet Records/Medien Vertrieb Heinzelmann (MVH)
Marc Copland piano, Drew Gress bass, Bill Stewart drums

Endlich ist sie da. Kenner hochklassigen Jazz-Klavierspiels haben diese CD lange herbeigesehnt. Sie ist der dritte Teil eines bisher vielbejubelten Projekts. Kritiker überboten sich darüber schier mit Lobpreisungen. Der Interpret stoße mit diesen Aufnahmen “immer mehr in die Gipfelregionen des Piano-Olymps vor”, schwärmte etwa das “Jazz Podium”, “wahre Wunder” entdeckte das französische “Jazzman”-Magazin, und als “Musik für die Insel” erkor das deutsche Presse-Flaggschiff “Die Zeit” die Klänge, die darauf zu hören waren. Hymnen über Hymnen waren zu lesen über einen der gefragtesten Jazz-Pianisten der letzten zehn Jahre und über seine begonnene Trias  außergewöhnlicher Aufnahmen: Marc Copland und seine New York Trio Recordings (NYTR). Wenn es nach Marc Copland selbst geht, dann dürften sich die Reaktionen jetzt noch einmal steigern. Denn der Pianist findet, die jetzt vorliegende sei seine bisher “beste Trio-CD” – unter lauter Aufnahmen, die von Jazzkritikern allesamt als herausragend beurteilt wurden. Wer die neue CD  hört, wird ihren Ausnahme-Rang sicher schnell entdecken: Night Whispers, Teil 3 der New York Trio Recordings, ist ein Highlight subtiler Klaviertrio-Kunst. In den New Yorker Bennett Studios entstand die Aufnahme unter der Leitung von Pirouet-Programmchef Jason Seizer. Drummer Bill Stewart und Bassist Drew Gress sind hier Coplands Partner. Zusammen mit Bassist Gary Peacock wirkte Bill Stewart in der ersten Ausgabe der New York Trio Recordings mit (CD Modinha), wiederum Gary Peacock und Schlagzeuger Paul Motian spielten in der zweiten mit Copland zusammen (CD Voices). Gress ist Kennern von Coplands Trio-Spiel aus früheren Aufnahmen bekannt (etwa von der Pirouet-CD Some Love Songs). Marc Copland, geboren 1948, ist ein hochsensibler Musiker, der eminent wach auf seine Mitmusiker reagiert. In unterschiedlichen Besetzungen entwickeln seine Töne jeweils ein ganz unterschiedliches Profil. Dasjenige der nun vorliegenden Aufnahme ist besonders faszinierend. Denn es herrscht hier eine so vollendete Chemie zwischen den Partnern, dass über die ganze Dauer  der CD hinweg ein Höchstmaß an Kommunikation auf verblüffend leichte und fast beiläufige Art daherkommt. Unspektakulärer kann man nicht spektakulär spielen.

1. Emily · take one 1:59
2. The Bell Tolls 8:35
3. Night Whispers 7:59
4. Emily · take two 2:51
5. So What 6:58
6. Like It Never Was 6:42
7. Space Acres 7:06
8. Emily · take three 2:12
9. Scattered Leaves 6:33
10. I Fall In Love Too Easily 7:31

Soeben sind auch zwei aktuelle Marc Copland-Porträts erschienen: im Magazin Fono Forum 2/09 stellt Tilman Urbach “den Jazz-Impresssionisten” ausführlich vor. Und im Magazin Jazzzeit 76/09 porträtiert Reinhard Köchl den exklusiven Pirouet-Künstler. Er schreibt: “Die sanfte Revolution des Jazzpianos verläuft ohne Kalkül. Sie geht von New York und München aus und trägt einen Namen: Marc Copland. Der 60-jährige Tastenvirtuose hat in den vergangenen Jahren völlig neue Maßstäbe gesetzt; unspektakulär, bescheiden und bienenfleißig. Jetzt schlägt er ein weiteres Kapitel in seiner ungewöhnlichen Karriere auf. Und es werden zum Glück noch eine ganze Menge folgen.”

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Archiv Teil 8

Kurzmeldungen und Artikel vom 6.11.2008 bis zum 30.12.2008

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Archiv Teil 7

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Ohrenschmaus

Diese Musik geht ab wie Schmitz’ Katze. Dschungelig fängt es an, um sich rasch in den Soundtrack eines Großstadtkrimis zu verwandeln. Die Tieftöner der Lautsprecher wullacken, was die Membrane hält. Willkommen im 21. Jahrhundert!

NuBox spielen wie immer die Musik der Zukunft. Jazzige Trompetenlinien im Verbund mit treibenden Tanz-Grooves waren schon in den Achtzigern ihr Markenzeichen, als die Band dem Acid Jazz den Weg bereitete — damals noch unter dem Namen Blue Box. Die drei – Winterschladen, Kott, Eisold – spielten damals Hunderte von Konzerten in Europa und Asien und traten auf zahlreichen internationalen Festivals auf (u.a. Berlin, Delhi, Istanbul, Montreux, Zagreb, Djakarta).

Nach einer Aufnahmepause von 10 Jahren kam das Trio im  Jahr 2003 wieder auf die Szene — nun unter dem neuen Namen NuBox und mit  einer sehr elektronischen, Computer-basierten neuen CD, “Sonic Screen”. Auf  der Promo-Tour für “Sonic Screen” begann NuBox mit dem Berliner DJ Illvibe  (Seeed, Lychee Lassi) zu arbeiten, der sowohl in der elektronischen Szene wie im Jazz zu Hause ist. (Sein Vater ist der Jazzpianist Alexander von  Schlippenbach.) Das NuBox-Album mit DJ Illvibe — “Next Twist” —  dokumentiert eine mutige Reise in unbekannte musikalische Reiche, wo Jazz,  Dancefloor, Computer und Underground zusammenkommen.

Nun starten die vier zu ihrem nächsten großen Abenteuer, indem sie ihr musikalisches Konzept in die Klangdimensionen einer Bigband ausweiten und übersetzen. Angeregt von Olaf Stötzler, entwickeln Alois Kott und Peter  Eisold als Komponisten eine völlig neuartige, zukunftsorientierte Variante  von elektronisch-akustischem Jazz, die man “BigBandTronics” nennen könnte.  Ed Partyka, der Orchesterleiter der hr-Bigband, ließ sich von den computerisierten NuBox-Grooves und den Sound-Fragmenten des “Turntablisten”  kräftig inspirieren und eröffnet mit seinen Arrangements nicht nur der  hr-Bigband eine neue Welt, sondern dem orchestralen Jazz als ganzem. “Limbic  System Files” ist weit entfernt von dem, was gemeinhin “Big-Band-Musik”  heißt: Die kreiselnden, pochenden Bläserparts legen vielmehr den Beginn  eines neuen Genres nahe.

Anschnallen und abheben: Hier  wartet ein überraschendes Gebräu aus Jazzimprovisation, neutönerischer  Orchestermusik, DJ-Sounds und industriellen Grooves. Willkommen im 21. Jahrhundert!

NU BOX
LIMBIC SYSTEM FILES

Reiner Winterschladen trumpet
Alois Kott bass, el.bass, electronics
Peter E. Eisold drums, electronics
DJ Illvibe turntables
hr-Bigband arr. and cond. by Ed Partyka
Tony Lakatos sax
Julian Argüelles sax
and others in the orchestra
VÖ: 20.3.2008

Nicholas Daly Winter: Reflections

Das nenn’ ich doch mal eine sympathische Platte. Auch wenn die drei Typen auf dem Cover einem Guy Ritchie Film entstammen könnten, mit diesen Gesichtern, die nur eine Mutter lieben kann. Eine schmerzfreie Mutter wohlgemerkt.

So böse und gnadenlos sie auch kucken, so wunderbar altmodisch im besten Sinne ist ihre Musik. Dan Nicholas (g), Johnny Daly (db) und Rene Winter (dr) nehmen uns gemeinsam mit einer feinen Bläsertruppe (as und tp) mit in die glorreichen Zeiten das West Coast Jazz der 50er Jahre, zu dessen hervorragenden Vertretern Musiker wie Chet Baker, Stan Getz, Gerry Mulligan, Harvey Kessel und Shorty Rogers gehörten. Auch die für das 2007 aufgenommene Album ausgewählten Stücke sind allesamt große Klasiker des Standardrepertoires, zu nennen sind z. B. Bud Powells Oblivion, So in Love von Cole Porter, oder Strollin’ von Horace Silver und Everything happens to me, diese beiden letzteren Kompositionen gehörten über viele Jahre zu Chet Bakers häufig gespielten und aufgenommenen Titeln.

Jazz wird störend oft empfunden – vor allem von Menschen, denen der Begriff Jazz suspekt ist, verbinden sie doch damit vor allem Lärm und Atonalität.  Dabei besitzt der Jazz so viele verschiedene Spielarten wie kaum eine andere Musikrichtung. Reflections ist ein Album, an dem auch Nichtjazzer ihre Freude haben können. Und nostalgisch gestimmte Jazzer sowieso.


Nils Wograms Nostalgia Affinity

Nils Wogram, das ist der andere Nils mit der Posaune. Während der Schwede Nils Landgren sehr erfolgreich Funk bläst, vereint der deutsche Wogram in seiner künstlerischen Persönlichkeit den unbeschwerten Jazz-Visionär und den verklärten Romantiker. Mit Nostalgia kann er diese beiden Seiten seiner  Persönlichkeit überzeugend in Einklang bringen. „Afinity“ swingt. Wobei man Swing nicht mit Swing verwechseln darf. Wogram, Florian Ross (Hammond B3) und Dejan Terzic (dr) sind weit entfernt von einem Swing Revival eines Roger Cicero oder Tom Gaebel. Swing bedeutet für das nostalgische Trio, die Erinnerung nach ihrem Gusto zu interpretieren. Wäre nicht äußerste Vorsicht bei der Ausrufung neuer Genres geboten, läge man mit der Behauptung, diese CD öffnet dem Genre eines möglichen Free Swing Tür und Tor, sicher nicht ganz falsch. Der Begriff Free im Zusammenhang mit einer Jazzspielart ist mir aber zu missverständlich und kann, siehe weiter oben in der Vorstellung von Reflections, zur Fehleinschätzung führen.

Vielleicht nicht unbedingt ein Album für Jazzneulinge, aber eine großartige CD für Jazzfreunde, die auf dem Stand der Dinge sein und mit dem Fuß dazu tappen wollen. It don’t mean a thing, if you ain’t got that swing. So ist es.

 

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HÖRBÜCHER

Ab Köln geht nichts mehr. Stau. “Du stehst nicht im Stau, du bist der Stau!” geht dem blockierten Chauffeur durch den Kopf, aber schneller voran geht es deswegen auch nicht. Ablenkung muss her, und da bietet sich der Griff zur CD an. Musik? Das übliche. Aber nein, da ist doch dieses Hörbuch, legen wir das doch mal ein…

Das Medium Hörbuch hat sich in rasanter Geschwindigkeit vom Nischenprodukt zum Massenmedium entwickelt, für 2005 wurde ein Umsatzwachstum von 14,1% in Vergleich zum Vorjahr gemeldet, manche Verlage wie Jumbo neue Medien und Random House Audio verzeichnen Umsatzzuwächse von über 60 % gegenüber dem Vorjahr. Die Vertriebswege sind vielfältig und reichen von  Buchhandlungen über Buchhandelsketten, dem klassischen Tonträgervertrieb und Kaufhäusern bis zu Discountern wie Aldi, Drogeriemärkten und Tankstellen.

Wir stellen hier einige interessante Neuerscheinungen vor.

Französische Klassiker

Ein Mann, Oberst, kehrt zurück aus dem Krieg. Man hat ihn offiziell für tot erklärt, Jahre hat es gedauert, bis er in der Fremde von seinen schweren Verletzungen genesen ist. Nun will er zurück zu seiner Frau und seinem Vermögen, doch die Frau hat inzwischen wieder geheiratet und weigert sich, den Heimgekehrten als ihren Mann anzuerkennen und behauptet, er sei ein Betrüger. Chabert beginnt mit Hilfe eines engagierten Anwalts einen verzweifelten Kampf um die Rückkehr in sein altes Leben, mit ungewissem Ausgang.

Was heute im Zeitalter von C.S.I., von DNS und DNA kein Thema wäre, zur Zeit Balzacs war eine solche Geschichte durchaus denkbar, und so erzählt der große französische Autor die Geschichte des Oberst Chabert, der versucht, in Zeiten der Ehrlosigkeit ein ehrenwerter Mann zu bleiben, spannend wie ein moderner Justizroman und offen in ihrem Ausgang bis zum Schluss.

Auf insgesamt elf CDs versammelt diese empfehlenswerte Hörbuchkassette Französische Klassiker neun Werke der Klassiker der Erzählkunst Honoré de Balzac, Guy de Maupassant, Alfred de Musset und Emile Zola. Sie erzählen über verschlungene Wege der Liebe, bewegende Geschichten über außergewöhnliche Schicksale und den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.

Französische Klassiker – Die Box. 11 CDs (Audio CD)
von Honoré de Balzac, Guy de Maupassant, Emile Zola, Alfred de Musset u. a.
Preis: EUR 19,99

Hörprobe

Wolfram Fleischhauer: Schule der Lügen

Mehr als 10 Stunden dauert die Hörbuchfassung des Romans von Wolfgang Fleischhauer, die von Mathias Herrmann so abwechslungsreich gelesen wird, dass man fast glauben kann, einem Hörspiel mit mehreren Sprechern zu lauschen.

Berlin, 1926: In der Eldorado Bar lernt der junge Edgar von Rabov die betörend schöne Inderin Alina kennen. In einem schmerzvollen Wechsel von Leidenschaft und unerklärlicher Distanz verfällt Edgar ihr sehr bald. Doch was will sie von ihm? Und warum verfolgt seine Familie die Verbindung mit soviel Feindseligkeit? Als Alina plötzlich spurlos verschwindet, zögert er nicht, ihr bis nach Indien zu folgen…

Wolfram Fleischhauer wird zu den besten und meistgelesenen deutschen Erzählern gerechnet. Die Schule der Lügen ist ein großer Familienroman aus den politisch und philosophisch bewegten Tagen der Wei­marer Republik, er handelt von Verführung und Täuschung, Intuition und Intrige. Dieses Hörbuch verdient die voller Aufmerksamkeit des Hörers, für eine Autofahrt ist es daher wenig geeignet, besser für einige ruhige, konzentrierte Abende daheim. Es ist zugleich spannend und fesselnd wie auch voller historischem Tiefgang. Ein großes Buch in einer sehr guten Umsetzung.

Sprecher: Mathias Herrmann
Länge: 630 Min.
Genre: Liebe und Erotik, Krimis und Thriller, Belletristik
Autorisierte Hörfassung
8 CD
29,99 €
ISBN 3-88698-864-3
978-3-88698-864-8

Hörprobe

Timmerbergs Reise ABC

Helge Timmerberg ist ein ziemlicher Irrer, und nicht von ungefähr denkt man beim Lesen seiner Texte häufig an Hunter S. Thompson. Der gab sich gar nicht erst die Mühe, den Objektiven zu mimen, und so tut es auch Timmerberg. Und das immer mit vollem körperlichen und geistigen Einsatz als Reporter wie als Abenteurer. Für ihn gibt es nur ein Tabu beim Schreiben: Langeweile.

Timmerberg ist ein unruhiger Geist, was sich unter anderem darin zeigt, dass er so ziemlich jedes Land dieser Erde besucht hat. Und darüber geschrieben, immer hart an der Realität. Denn: “Die Realität ist zu irre, um sie mit Fiktion noch zu toppen.”

Neben journalistischen Texten mal für Boulevard, mal fürs Feuilleton, hat Timmerberg zahlreiche Bücher verfasst, zumeist über seine Reisen, so auch sein “Timmerbergs Reise ABC”, das neben der gedruckten Ausgabe auch als Hörbuch erhältlich ist. Von A wie Anfängerfehler über D wie Diarrhoe-Diät über O wie Ohne Worte und P wie Peinliche Garderobe bis zu Z wie Zahnarzt gibt der Weitgereiste viel Wertvolles aus seinem reichen Erfahrunsgsschatz als Weltreisender preis. Praktisches und Absonderliches zuhauf, und das in einer wunderbar plastischen Sprache ohne jeden Schwulst. Das Hörbuch ist mit Vorsicht zu genießen: der Pauschaltourist könnte nach dem Hören im letzten Moment seine sterilen Pläne über Bord werfen und der Autofahrer nicht die Abfahrt zu seinem Vertriebsmeeting nehmen, sondern nochmal volltanken und der Spur der Moskitos folgen.

Gelesen werden die beiden Hör CDs von Heikko Deutschmann, und zu haben sind sie zum wohlfeilen Preis von 10,99 €, damit’s auch klappt mit dem Volltanken.

Hörprobe

Helge Timmerberg
Timmerbergs Reise ABC
Sprecher: Heikko Deutschmann
2 CD
Preis 10,99 €
ISBN 3-88698-734-5
978-3-88698-734-4

Hectors Reise auf der Suche nach dem Glück

Mit Erbauungsliteratur habe ich so meine Probleme, und manches aus diesem Genre (zum Beispiel die von Paolo Coelho abgelaichten Texte) erzeugt in mir üble körperliche Schmerzen, wenn ich mich nicht fern genug davon halte.

Auch die inzwischen drei “Hector Romane” von Francois Lelord kann man zur Erbauungsliteratur zählen, aber, oh Wunder, das Lesen hat mir Spaß gemacht, und offenbar nicht nur mir, denn die Bücher des französischen Psychiaters standen monatelang ganz oben in den Bestsellerlisten, alleine in Deutschland verkauften sie sich insgesamt rund 900.000 mal. Sie sind amüsant bis witzig geschrieben, der politische Korrekturzeigefinger wird nur dezent erhoben und selbst die Tatsache, dass Lelord von Elke Heidenreich gelobt wird, sollte einen nicht vom Lesen abhalten. So man es denn nicht längst getan hat.

Selbstverständlich gibt es die drei Hectorromane auch als Hörbücher, und auch wenn man die gebundenen Ausgaben kennt, macht es doch Spaß, sich die Geschichten noch einmal vorlesen zu lassen, zudem sie von sehr angenehmen Stimmen – August Zirner und Edgar M. Böhlke  – interpretiert werden. Sicher ist der erste Band,  Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück, der originellste, aber auch die beiden Folgebände haben noch allerlei an Unterhaltung zu bieten. Und, wenn man sich denn drauf einlassen will, auch philosophisches.

François Lelord
Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
Sprecher: August Zirner
325 Min.
Autorisierte Hörfassung
4 CD
ISBN 3-88698-863-5
978-3-88698-863-1
19,99 €

Hörprobe

Der Geschichtenerzähler oder das Geheimnis des Glücks

Ebenfalls erbaulich, und ebenfalls – trotzdem – hörenswert. Man muss sich auf die Geschichten einlassen, sie sind oft verschlungen und miteinander eng verwoben und erinnern nicht von ungefähr an die Märchen aus 1001 Nacht. Mehr als fünf Stunden lang.

Joel ben Izzy lebt als Geschichtenerzähler und Story Consultant in Berkeley, Kalifornien. Die Jerusalem Post bezeichnete ihn als „Mischung aus Cowboy und Rabbi“. Er hat Literaturwissenschaft, Kreatives Schreiben und Story Telling an der Universität Stanford studiert. Anschließend reiste er viele Jahre durch die Welt und arbeitete als Lehrer und Geschichtensammler und -erzähler.

Der Geschichtenerzähler oder das Geheimnis des Glücks ist die wahre Geschichte eines Mannes, der durch die Welt reist, um Geschichten der Weisheit und des Glücks zu erzählen. Bis er plötzlich seine Stimme verliert…
Ein großes magisches Hörvergnügen über den Sinn des Lebens – mit einem wunderbaren Ende. Klug, warmherzig und hinreißend erzählt: Dieses Hörbuch macht glücklich.

„Joel ben Izzy gelingt es meisterhaft, elegant verwobene Geschichten zu erzählen, die uns zum Lächeln bringen.“
Los Angeles Times

„Eine Liebeserklärung an das Leben und die Magie des Geschichtenerzählens.“
Sonntagsblatt Bozen

Sprecher: Heikko Deutschmann
Länge: 310 Min.
Genre: Belletristik, Lebenshilfe und Spiritualität
Autorisierte Hörfassung

4 CD
19,99 €
ISBN 3-88698-922-4
978-3-88698-922-5

Hörprobe

Europas Metropolen auf Hörbüchern

Konzentriertes Hörerlebnis: Mit einer sechsteiligen Serie zu Europas Metropolen betritt Reiseführer Nr. 1 Marco Polo den Hörbuch-Markt.

Marco Polo startet mit einer sechsteiligen Hörbuch-Serie zu europäischen Trendmetropolen. Unter dem Motto “3 in 1″ bereist man mit den atmosphärischen Marco Polo Hörbüchern die deutschen Städte Berlin, Hamburg und München sowie die europäischen Metropolen London, Paris und Wien mit allen Sinnen. Jedes Hörbuch umfasst eine Doppel-CD mit einer Erlebnis-Reportage, einer Stadttour durch alle Viertel mit angesagten Sehenswürdigkeiten sowie eine Menge Marco Polo Insider-Tipps zu Essen & Trinken, Shopping, Szene und Nightlife. Zu Wort kommen dabei auch Insider. Ein handlicher DIN- A4-großer Cityplan hilft bei der interaktiven Stadttour. Dabei kann man unterschiedliche Routen wie “Prunk & Politik” (Hörbuch Berlin) oder “Romantik & Nostalgie” (Hörbuch Paris) wählen.

Los geht’s jeweils auf der ersten CD mit einer rund 30-minütigen lebendigen Audio-Reportage, die auf die jeweilige Metropole einstimmt. Ungeschminkt und ehrlich erfährt man vom aktuellen und historischen Geschehen. Musik, Kurzbeiträge von Einheimischen oder Klangkulissen vom überfüllten Prachtboulevard Champs-Élysées vermitteln ein intensives Lebensgefühl. Die Reportagen zeigen das wahre Gesicht der Stadt und ihrer interessantesten Viertel. Insider – wie ein Gärtner von Versaille, ein berühmter House-DJ aus London oder ein Page aus dem Ritz – verraten ihre ganz persönlichen Tipps  und berichten über Besonderheiten und Merkwürdigkeiten und.

Die zweite CD führt durch die Stadt. 16 – 18 Hauptsehenswürdigkeiten werden im Detail vorgestellt. Der Blick hinter die Kulissen wird mit Originaltönen bereichert. Diese CD ist besonders gut dazu geeignet, sie auf Spaziergängen durch die Stadt mitzunehmen und mit ihr die interessantesten Museen und Baudenkmäler, angesagten Bars und Restaurants sowie coole Shoppingadressen zu erkunden. Der Zuhörer begibt sich mit dem beigefügten Cityplan zu den Sehenswürdigkeiten und kann dann gezielt vor Ort mit dem dazugehörigen Audio-Track in die Mikrokosmen eintauchen. Die Beiträge für den virtuellen Stadtrundgang stehen zudem im MP3-Format für iPod, MP3-Player oder Handy zur Verfügung.

Die hochwertigen Marco Polo-Hörbücher sind eine redaktionell komplette Neuproduktion der Marco Polo Redaktion in Kooperation mit der Stuttgarter Firma seitenblick interactive medien. Die Zusammenarbeit erfolgte mit Musik- und Hörfunkproduzent Zeljko Lopicic-Lepierre. Sprecher ist der bekannte SWR3-Moderator Ben Streubel.

Die Marco Polo-Hörbucher für die Städte Berlin, Hamburg, London, München, Paris und  Wien sind im Buchhandel erhältlich. Ein “Reisepackage 3 in 1″ mit 2 Audio-CDs plus DIN-A4 Cityplan kostet jeweils 12,95 Euro.

Ebenfalls erhältlich überall, wo es Bücher gibt.

Marco Polo Reisehörbuch Berlin
Marco Polo Reisehörbuch Hamburg
Marco Polo Reisehörbuch London
Marco Polo Reisehörbuch München
Marco Polo Reisehörbuch Wien

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Archiv Teil 2

Kurzmeldungen und Artikel vom 10.1.2008 bis zum 31.1.2008

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Archiv Teil 1

Kurzmeldungen und Artikel vom 19.12.2007 bis zum 8.1.2008

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Die Asche meiner Mutter

Soeben erschienen ist die Hörspielfassung von Frank McCourts Meisterwerk DIE ASCHE MEINER MUTTER – mit einem wie immer grandiosen Harry Rowohlt als Sprecher. Das Buch wurde mit über 6 Mio. Exemplaren zum internationalen Bestseller und brachte seinem Autor 1996 den National Book Critics Circle Award und 1997 den Pulitzer-Preis. Der Roman wurde 1999 von Alan Parker verfilmt. Die deutsche Übersetzung besorgte Harry Rowohlt – und der ist nun auch in der Hörspielfassung als Sprecher mit dabei.

“Schlimmer als die gewöhnliche unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit”, schreibt Frank McCourt in Die Asche meiner Mutter. “Schlimmer noch ist die unglückliche katholische irische Kindheit.”

Frank McCourt erzählt die Geschichte seiner Kindheit in Irland. Eine Kindheit in bitterer Armut, geprägt durch den arbeitslosen und alkoholabhängigen Vater, die bettelnde Mutter und immer wieder Kindstode und Krankheiten. Frank schafft es trotz all dieser Widrigkeiten, seinem Traum vom gelobten Land Amerika immer näher zu kommen, ohne dabei seinen Humor zu verlieren. Poetisch und ergreifend fängt Regisseur Axel Pleuser („Das zweite Königreich“) im Hörspiel das Irland der 1930er und 1940er Jahre ein. Harry Rowohlt leiht Frank McCourt als Erzähler seine Stimme und Jele Brückner als Mutter Angela klingt zerbrechlich und sensibel zugleich.

Ein Hörbuch mit Harry Rowohlt – da kann man beim Kauf kaum etwas falsch machen, zudem die literarische Vorlage von Frank McCourt ein außergewöhnliches Stück Literatur darstellt. Beste Voraussetzung also für eine gelungene Adaption. Daher kann man diese 125 Minuten Tragikkomik in der Hörspielfassung von Claudia Kattanek, die dank der großartigen Sprecher, der Musik und auch der Geräusche atmosphärisch überaus dicht gelungen ist uneingeschränkt empfehlen. Zwei Stunden großartige Literatur.

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