Thomas Edward Lawrence, berühmt als “Lawrence von Arabien”, war bekannt für seine Begeisterung für Geschwindigkeit, Technik und eine ausgeprägte Abenteuerlust. Ob als junger Mann, der ausgedehnte Forschungsreisen zu Fuß und mit dem Fahrrad in Frankreich und in den Orient unternahm, oder als Soldat und Wüstenbezwinger im Krieg gegen das osmanische Reich: Lawrence war stets bereit, viel für seine Träume zu wagen und das scheinbar Unmögliche in Angriff zu nehmen.
Mit großer Leidenschaft fuhr er auf dem Motorrad täglich kreuz und quer durch England und legte dabei nicht selten bis zu 500 Meilen am Tag zurück. Leider kostete ihn dies am 19. Mai 1935 das Leben: Mit seinem Motorrad, einer Brough Superior (Model SS100, Baujahr 1932), verunglückte er schwer auf seinem Weg zurück nach Clouds Hill, als er versuchte, zwei Radfahrern auszuweichen. Er galt als einer der bekanntesten und besten Kunden der Firma Brough. In zwölf Jahren erwarb er sieben Exemplare der für damalige Straßenverhältnisse extrem schnellen und teuren Maschine, die mit über 70 PS bis zu 100 Meilen in der Stunde erreichte und nur für sehr erfahrene Besitzer geeignet war.
Thomas Edward Lawrence führte ein Leben zwischen Feuereifer und Zweifel, zwischen Krieg und Kultur. Seine zahlreichen Interessen wie Fotografie, Technik, Kunst, Buchdruck, Geschichte und Archäologie bieten der Ausstellung „Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos“ vom 21. November 2010 – 27. März 2011 im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg den Hintergrund zur Inszenierung des Zeitgeschehens im Ersten Weltkrieg. Hochkarätige Exponate, die das Landesmuseum exklusiv als Leihgaben z. B. aus den USA, aus England und Frankreich erhält, erlauben einen Einblick in seinen Alltag und sein politisches Wirken; persönliches Inventar wie sein Lesesessel oder seine Kamera aus seinem Haus in Clouds Hill gehören ebenso dazu wie Originalaufzeichnungen, die während seiner Arbeit an dem Buch „Die sieben Säulen der Weisheit“ entstanden sind.
Ein brillianter und höchst spannender Katalog begleitet die Ausstellung und ist auch denjenigen zu empfehlen, die die Ausstellung selber nicht besuchen können. Der Katalog offenbart über den Geheimagenten hinaus den Archäologen, Fotografen, Schriftsteller und Kenner der Beduinen – die zahlreichen „Gesichter“ einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Geschichte des Nahen Ostens. Hardcover, ca. 470 S. meist farbig, mit zahlreichen Fotos, Karten und historischen Dokumenten, erschient im Verlag Philipp von Zabern. Ein Buch, in dem man tagelang schmökern kann und dabei vieles über den Nahen Osten und Arabien lernen kann und daher unsere ganz besondere Empfehlung erhält.











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